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Digitale Transformation Umfrage: IIoT – entweder ganz oder gar nicht

| Redakteur: Jürgen Schreier

Eine aktuelle Studie von OnePoll im Auftrag von Reichelt Elektronik zeigt, dass Unternehmen ohne IIoT-Systeme inzwischen in der Minderheit sind – und damit auf Sicht auch wirtschaftlich im Nachteil.

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In Sachen Vernetzung und Digitalisierung ist die deutsche Industrie weit vorangekommen. Rund 70 Prozent der Unternehmen setzen inzwischen IIoT-Technologien ein.
In Sachen Vernetzung und Digitalisierung ist die deutsche Industrie weit vorangekommen. Rund 70 Prozent der Unternehmen setzen inzwischen IIoT-Technologien ein.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash )

Der Fokus in der deutschen Industrie liegt im Moment ganz klar auf zukunftsfähiger Optimierung – ob durch den Einsatz von kollaborativen Robotern oder KI-Lösungen. Zudem verspricht das Industrial Internet of Things (IIoT) zahlreiche Vorteile für die Fertigung.

Doch wie stark hat sich die Technologie bereits in der Industrie etabliert? Und welche (betriebs-)wirtschaftlichen Effekte - positive wie negative - sind mit der Implementierung verbunden? Um das herauszufinden, hat OnePoll im Auftrag des Online-Distributors für Elektronik und IT-Technologie Reichelt Elektronik insgesamt 1250 europäische Tech-Entscheider befragt, darunter 500 aus Deutschland.

IIoT-Verächter verzichten auf viele Benefits

Wie die Studie zeigt, nutzt der Großteil der deutschen Unternehmen bereits IIoT-Systeme. Denn rund 70 Prozent der Tech-Entscheider geben an, dass in ihrer Firma bereits Maschinen und Geräte untereinander und mit dem Internet vernetzt sind.

Während also einerseits die Technologie in Industrieunternehmen weit verbreitet ist, spricht sich andererseits über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) in Firmen ohne IIoT-Systeme gegen eine Erstanschaffung aus. Nur rund 23 Prozent sind an einer solchen Investition in den nächsten zwölf Monaten interessiert. Der übrige Anteil der Unternehmen (20 Prozent) hat diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen.

70 Prozent der deutschen Industrieunternehmen nutzen IIoT-Technologien. Bei 90 Prozent derer, die das tun, haben sich die Erwartungen erfüllt.
70 Prozent der deutschen Industrieunternehmen nutzen IIoT-Technologien. Bei 90 Prozent derer, die das tun, haben sich die Erwartungen erfüllt.
(Bild: Reichelt Elektronik )

Doch was sind die Ursachen für diese Polarisierung? Der Großteil der Firmen, die keine IIoT-Lösungen einsetzen, zweifeln an der Notwendigkeit der Technologie. 58 Prozent geben an, dass IIoT im eigenen Unternehmen nur eine sehr geringe Priorität zukommt. Weniger ausschlaggebend, aber dennoch entscheidend sind der Mangel an Know-how für Implementierung und Wartung (20 Prozent), finanzielle Gründe (19 Prozent) und Bedenken in puncto IT-Sicherheit und Datenschutz (18 Prozent).

Unternehmen, die sich gegen das Industrial Internet of Things entscheiden sind in der klaren Minderheit. Und: sie lassen sich unnötigerweise einige Geschäftsvorteile entgehen.

IIoT-Nutzer sehen Erwartungen erfüllt

Unternehmen, die bereits IIoT-Systeme implementiert haben, sind mit den Ergebnissen dieser Transformation grundsätzlich zufrieden, so die Umfrage. Über 80 Prozent geben an, dass ihre Erwartungen erfüllt wurden. Dabei liegt der größte Geschäftsnutzen der Gerätevernetzung in der Optimierung des Betriebsablaufs.

So geben die Befragten am häufigsten die gesteigerte Effektivität von Prozessen (54 Prozent), eine Erhöhung der Produktivität sowie des Durchsatzes (48 Prozent) und Kosteneinsparungen (48 Prozent) an. Zudem bringen IIoT-Systeme erhebliche Arbeitserleichterungen mit sich, beispielsweise in der Logistik (43 Prozent) sowie in der Wartung und Instandhaltung (40 Prozent). Darüber hinaus profitieren die Firmen von einer größeren Ausfallsicherheit der Produktion (36 Prozent).

Die Zufriedenheit der Unternehmen schlägt sich auch in der Bereitschaft nieder, weiter in die Technologie zu investieren. Denn die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) der Unternehmen, die IIoT-Systeme im Einsatz hat, plant eine Erweiterung der bestehenden Technik innerhalb der nächsten zwölf Monate. Nur rund zehn Prozent sprechen sich gegen einen Ausbau des Systems aus.

Firmen ohne IIoT-Systeme dürften demnach langfristig im Wettbewerb hinter ihre technisch fortschrittlicheren Konkurrenten zurückfallen. Denn durch die Technologie erschließen sich für Unternehmen neue Geschäftsfelder oder Märkte (32 Prozent) und die Qualität der Produkte nimmt zu (42 Prozent).

Zunehmende Komplexität wird zum Problem

Ungeachtet der überwiegend positiven Bilanz der Unternehmen treten im Zusammenhang mit der Einführung von IIoT-Systemen auch negative Effekte auf. So empfindet fast die Hälfte der Befragten die Anschaffungskosten (48 Prozent) sowie den Aufwand für die Gerätevernetzung (47 ) als hoch. Darüber hinaus bewerten die Unternehmen die zunehmende Komplexität von Geschäftsprozessen durch IIoT als Nachteil (47 Prozent).

Ebenso werden IT-Netzwerke durch die steigende Anzahl vernetzter Geräte unübersichtlicher – daher liegt die größte Herausforderung für die Firmen in der Gewährleistung der IT-Sicherheit (51 Prozent). Auch der Fachkräftemangel wird in der Studie deutlich, denn über ein Drittel (36 Prozent) der Befragten gibt an, dass für Implementierung, Wartung oder das Monitoring das Know-how fehlt.

Viele Firmen stehen auch vor der Qual der Wahl: Rund 32 Prozent beklagen die Unübersichtlichkeit der angebotenen Systeme, deren Nutzen und Interoperabilität untereinander. Ein ebenso großer Anteil kämpft mit der entstandenen Datenflut oder hat Schwierigkeiten, daraus Erkenntnisse zu ziehen.

Auf der technischen Seite haben Unternehmen mit der Interoperabilität von IIoT-Systemen mit bestehenden Netzwerken zu kämpfen (32 Prozent).

WLAN, Mobilfunk, Bluetooth und kabelgebundene Netzwerke etabliert

Bei der Übertragung von Daten gibt der Großteil der Befragten an, auf WLAN zu setzen (76 Prozent). Ebenfalls beliebt ist die Vernetzung über Mobilfunkstandards wie GSM, GPRS, UMTS oder HSPA (48 Prozent), kabelgebundene Netzwerke wie Ethernet, ISDN und DSL (60 Prozent) oder auch per Bluetooth (43 Prozent).

Mit diesen Standards ist die große Mehrheit der Tech-Entscheider zufrieden (87 Prozent). Dass ein kleiner Teil der Unternehmen mit der genutzten Übertragungstechnik unzufrieden ist(neun Prozent), ergibt sich aus Kompatibilitätsproblemen zwischen den einzelnen Bauteilen (53 Prozent) und unbekannten Störfällen (43 Prozent).

Zur zentralen Speicherung der generierten Daten nutzt der Großteil der deutschen Unternehmen (83 Prozent) die Cloud. Die hier bevorzugten Standards decken sich weitestgehend mit denen, die zur Vernetzung der Geräte untereinander verwendet werden: WLAN (72 Prozent), gefolgt von kabelgebundenen Netzen wie Ethernet (60 Prozent), Mobilfunkstandards wie LTE, 2G, 3G, 4G sowie HSPA (53 Prozent) und LPWA (29 Prozent). Nur die Minderheit der Tech-Entscheider (14 Prozent) spricht sich klar gegen die Cloud aus – Gründe sind hier vor allem Bedenken bezüglich des Datenschutzes (46 Prozent) und der Compliance (38 Prozent).

IIoT-Systeme - aus Industrie nicht mehr wegzudenken

Wie die Studie zeigt, sind IIoT-Systeme längst zu einem integralen Bestandteil der deutschen Industrie geworden. „Dass der Großteil der Unternehmen bereits auf IIoT als absolut zukunftsträchtige Technologie setzt, ist aus unserer Sicht ein sehr erfreuliches Ergebnis. Auch Hersteller wissen um die Bedeutung dieser Lösungen – daher ist das Angebot an innovativen Produkten in diesem Bereich so groß wie nie und wird weiterwachsen. Für Betriebe, die sich bisher nicht mit IIoT und seinen Chancen befasst haben, ist es also der ideale Zeitpunkt, um in die Welt der Vernetzung einzusteigen“, sagt Thomas Kruse, Produktmanager bei Reichelt Elektronik.

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