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Digitale Transformation Überraschend viel digitales Neuland seit Corona - auch für junge Erwachsene

| Autor / Redakteur: dpa / Sebastian Human

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf das private wie professionelle Leben kurbelt die Digitalisierung in vielen Bereichen spürbar an. Eine neue Studie belegt, dass das sogar für eine Generation gilt, die man eigentlich schon für weiter hielt.

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Laut einer aktuellen Studie sind Videotelefonie und andere digitale Erlebnisse auch für die sogenannten Digital Natives teils eine neue Erfahrung.
Laut einer aktuellen Studie sind Videotelefonie und andere digitale Erlebnisse auch für die sogenannten Digital Natives teils eine neue Erfahrung.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash )

Sie gelten als Digital Natives, denen das Internet fast in die Wiege gelegt wurde: Junge Erwachsene von 18 bis 29 Jahren haben mit der Corona-Krise einer Studie zufolge jedoch auch viel digitales Neuland betreten.

Zwar hatten sie vor der Krise bereits mehr digitale Erfahrungen als ältere Generationen, aber dennoch seit Corona viele digitale erste Male. Das geht aus einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Überraschend ist das vor allem bei der jungen Generation, der eigentlich ein komplett digitalisierter Alltag nachgesagt wird», sagt Verivox-Telekommunikationsexperte Eugen Ensinger dazu.

Digitalisierungsschub mit Nachbrenner-Effekt

40 Prozent der jungen Erwachsenen gaben an, während des Corona-Lockdowns zum ersten Mal videotelefoniert zu haben. Auch virtuelles Feiern mit Freunden oder Familie war für jeden vierten Befragten Neuland in dieser Zeit. Bei Hobbys und Weiterbildung gab es ebenfalls viele Neuerfahrungen: So gaben knapp 30 Prozent an, erstmalig digital eine Lesung oder einen Vortrag angehört zu haben, und gut 30 Prozent erklärten, ein virtuelles Fitnesstraining gemacht zu haben.

Glaubt man den Antworten der jungen Erwachsenen, so dürfte Corona für einen nachhaltigen Digitalisierungsschub gesorgt haben. Knapp 60 Prozent wollen demnach nach der Krise häufiger videotelefonieren und gut die Hälfte generell mehr telefonieren. Auch verschiedene Medien, darunter Online-Nachrichtenseiten, aber auch Fernsehen und Radio, wollen viele Befragte künftig stärker nutzen.

Justizminister wollen Digitalisierungskurs fortsetzen

Auch im öffentlichen Bereich soll der Digitalisierungsschwung genutzt werden. So haben sich Justizminister mehrerer Bundesländer für einen konsequenten Ausbau der Digitalisierung bei Gerichten, Staatsanwaltschaften und im Justizvollzug ausgesprochen.
Die Corona-Pandemie sollte als Ausgangspunkt für eine zügige und flächendeckende Ausstattung der Justiz mit Technik für die Nutzung von Videokonferenzen verstanden werden, heißt es in einer Erklärung der Länder Berlin, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zu prüfen sei auch, inwieweit Möglichkeiten der Telemedizin die medizinische Versorgung im Justizvollzug verbessen könnten. Die Beschlussvorlage soll heute in die Videokonferenz der Justizminister eingebracht werden, die sich unter anderem mit dem Thema Digitalisierung befasst.

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