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Disruption

Überleben 4.0

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Wesentlich weiter ist man in der Landwirtschaft. Die Agrarsoftware 365-Farm-Net hilft Landwirten beispielsweise beim Ausbringen von Saatgut, dazu gehören Wetterprognosen, die Bodenbeschaffenheit, der Fuhrpark. Selbstverständlich sind die Traktoren komplett vernetzt, Wartungsparameter inbegriffen. Ein Rundumkonzept, das auch noch herstellerunabhängig ist.

Der Anwender im Fokus der Entwicklung

Auch die Bedürfnisse von Kunden, sprich welche Funktionen seine Arbeit erleichtern würden, werden so automatisch analysiert. Anwender erhalten einen neuen Stellwert. Nicht mehr, was die Maschine kann, sondern was für die Anwendung erforderlich ist, wird verkauft werden. So die Theorie. Bedenkt man, dass sich viele Komponenten heutzutage nur noch in der Software unterscheiden, scheint dieser letzte Schritt eine logische Folge. Oder, wie es Stefan Hartung, Geschäftsführer von Robert Bosch, in der Broschüre „Dienstleistungen in der digitalen Gesellschaft“ des ISF München ausdrückte: „Das Objekt und seine Funktion bilden heute keine Einheit mehr, Funktionen werden geräteübergreifend realisiert.“ Als praktisches Beispiel dient selbstverständlich ein Produkt aus eigenem Hause: Einen vernetzten Rauchmelder könnte man auch gleichzeitig als Alarmmelder einsetzen. „Im Internet der Dinge ist es letztlich eine Frage der Software, welche Funktionen man einem Objekt zuweist“, erklärt Hartung weiter.

Die niemals endende Entwicklung

Das bedeutet aber auch, dass sich Design- und Entwicklungsprozesse ändern müssen. Jetzt, wo es nicht mehr auf die Hardware, sondern auf die Software ankommt, die im Gerät und in der Cloud funktionieren muss, wird zum Fertigungsprozess auch das Erstellen von Software gehören. Dadurch findet die Endmontage erst beim Kunden statt und Anpassungen sind noch lange nach Auslieferung möglich. Somit wird die Fertigung zu einem kontinuierlichen Prozess. Aber das verdeutlicht auch, wie dringend der Maschinenbau das Wissen aus den IT-Berufen benötigt. Mehr Software und Zugang zur Cloud rücken die Themen Analyse und Datensicherheit in den Fokus. Unternehmen werden wohl auch ihre Organisationsstruktur ändern und neue Funktionen schaffen müssen. Vielleicht wird der Instandhalter bald zum Big-Data-Spezialisten.

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