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Industrie 4.0 Überblick statt Lupenschau – Industrie 4.0 fordert informierte Mitarbeiter

| Autor / Redakteur: Gunnar Grimm und Hans-Walter Zimmermann / Gesine Herzberger

Mitarbeiter, die nur das wissen, was sie unmittelbar betrifft, sind im 4.0-Alltag verloren. Hätten Sie den Blick auf das Zusammenspiel des Gesamtgetriebes, könnten Sie ihre Arbeit besser verrichten und Fehler erkennen.

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Wichtig ist in Unternehmen vor allem die Kommunikation, um Mitarbeiter zu Mitwissern und Beteiligten zu machen. So haben sie einen gesamten Überblick und können ihre Arbeit besser ins Unternehmen integrieren.
Wichtig ist in Unternehmen vor allem die Kommunikation, um Mitarbeiter zu Mitwissern und Beteiligten zu machen. So haben sie einen gesamten Überblick und können ihre Arbeit besser ins Unternehmen integrieren.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

In einem gerade erschienenen REFA-Nordwest-Interviewband sagt Roman Rackwitz, Gründer und Geschäftsführer der Agentur Engaginglab München: „In vielen Firmen wissen viele Mitarbeiter nicht genug, da wird vieles im Unklaren gelassen – und dabei geht dann auch der Spaß an der Sache verloren. Und es gibt ja tausend Gründe, warum Unternehmen Angst vor Transparenz haben.“

Schäden durch „Business-Firewalls“ und Teilwissen

Der Psychologe Dr. Dennis Brodbeck bezeichnete solche weit verbreiteten Verhaltensstrukturen in einem Messe-Vortrag auf der „Personal 2012“ als „Business-Firewall“. Brodbeck erläuterte, welche Befürchtungen möglicherweise dahinter steckten: „Andere Menschen könnten mitbekommen, was Ihnen wirklich wichtig ist, wo Sie verletzbar sind oder auch, was Sie eigentlich wirklich wollen.“

Leider wirkten Verschlossenheit und Zurückhaltung oft wenig sympathisch. Transparenz schaffe Sicherheit und sorge für die Bildung von Vertrauen – sowohl bei eigenen Mitarbeitern als auch bei Kunden. „Marketingmäßig gestylte Botschaften werden mit Professionalität verwechselt, obwohl niemand sie hören will“, betonte der Führungsexperte. Er riet dazu, sich mehr „in die Karten schauen zu lassen.“ Wie sich Intransparenz im Bereich der Produktion auswirken kann, beschreibt die REFA-Lehre.

In Industrieunternehmen sind Mitarbeiter häufig in Teilabläufe integriert, ohne zu wissen, was vor oder nach ihnen geschieht. Fehler oder auch unsinnige Tätigkeiten werden nicht erkannt. Wird hingegen der Gesamtprozess transparent gemacht, verstehen die Mitarbeiter die einzelnen Schritte und ihren Zusammenhang besser. Sie können effektiver arbeiten, Fehler erkennen und Ideen für Verbesserungen entwickeln. Zwei Handlungsfelder stehen also im Fokus: erstens eine Ablaufanalyse und zweitens die Kommunikation darüber mit den Beschäftigten, um sie mehr „ins Boot“ zu holen.

Erst Analysieren, dann Kommunizieren

Die Ablauforganisation regelt das räumliche und zeitliche Zusammenwirken von Menschen, Betriebs- beziehungsweise Arbeitsmitteln und die Erfüllung von Arbeitsaufgaben. Bei der Analyse geht es um die Darstellung und Bewertung von Prozessen oder Arbeitsabläufen in Wertschöpfungsketten, einzelnen Geschäftsfeldern oder im Gesamtunternehmen. Systematisch erfasst werden muss das Zusammenwirken aller beteiligten Personen, Betriebs- und Arbeitsmittel zur Erfüllung von Kundenaufträgen. Anschließend wird der Auftragsdurchlauf in seine Prozesselemente wie zum Beispiel Aufgaben und Vorgänge gegliedert und grafisch dargestellt.

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