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Expertenbeitrag

 Stefan Marx

Stefan Marx

Director Product Management, Datadog

Cloud Monitoring Überblick im IoT-Daten-Dschungel

| Autor / Redakteur: Stefan Marx / Sebastian Human

Unterschiedlichste Hard- und Softwareversionen, Übertragungswege und Betriebssysteme sowie eine räumlich verteilte Natur machen das IoT komplex und heterogen. Es gilt, den Überblick zu wahren.

Das IoT basiert grundlegend auf einer Fülle an Daten – diese zentral zu überwachen, wird zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.
Das IoT basiert grundlegend auf einer Fülle an Daten – diese zentral zu überwachen, wird zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

IoT-Geräte sind hochentwickelte Infrastrukturen, eingebettet in komplexe Architekturen – von einzelnen Sensoren bis zu ganzen Sensorketten für verschiedenste Anwendungen und Prozesse. Die oft elaborierten Anwendungen erfordern regelmäßige Aktualisierungen und nicht nur die einmalige Auslieferung des Geräts mit nur einer Softwareversion.

Sie tragen unterschiedliche Hardware-Architekturen mit unterschiedlichen Prozessoren oder Netzwerkfähigkeiten, unterschiedliche Betriebssysteme, Versionen desselben Betriebssystems oder Versionen ihrer Software. Am Ende werden sie an vielen verschiedenen, verteilten Standorten installiert, was zu einer recht heterogenen Flotte von Hard- und Software führt.

Sie kommunizieren entweder miteinander oder mit Diensten, die in der Cloud oder in einem privaten Rechenzentrum laufen. Viele Unternehmen, die IoT-Produkte und -Dienste aufbauen, verfolgen einen Cloud First-Ansatz. Die Geräte müssen also zurück zu den in der Cloud laufenden Diensten kommunizieren. Dieser verarbeitet und speichern Daten und liefert Erkenntnisse, die wiederum an die Geräte zurückfließen.

Schnell wird klar: Es braucht es ein robustes Monitoring, das hochentwickelte IoT-Geräte, auf denen immer komplexere Anwendungen ausgeführt werden, im Blick behält. Nur so entsteht das notwendige Verständnis für die Kommunikation, die Datenflüsse und das gesamte End-to-End-System; nicht nur das einzelne Geräte selbst, sondern auch die jeweiligen Geräte und Dienste, von denen sie abhängen.

Eine Frage der Performance

Die Überwachung und das Verständnis der Performance von IoT-Geräten und damit verbundener dezentraler Datenverarbeitung ist fast noch wichtiger als bei Cloud-Diensten, da sie nicht über die gleiche horizontale Skalierbarkeit verfügen. IoT-Installationen an abgelegenen Standorten – Stichwort „Weiße Flecken auf der digitalen Landkarte“ – können nicht einfach Instanzen hochfahren, wenn ihre Anwendung immer weniger leistungsfähig ist. Wo normale Cloud-Dienste einfach skalieren, sind sie durch die physische Hardware am Einsatzort eingeschränkt.

Im Sinne der Performanceüberwachung sollten alle Geräte flexibel und selektiv visualisiert werden können. Auswahlkriterien hierfür könnte etwa ein bestimmtes Hardware-Modell sein, die Version einer Firmware, der Ort, an denen sie sich befinden oder ein bestimmtes WLAN-Netzwerk.

Unterschiede in Topology, Software- und Hardwareversion sowie andere Rahmenbedingungen müssen flexibel gefiltert werden können. Diese Cluster können dann anhand verschiedener Performance-Metriken verglichen werden. Die Monitoring-Plattform muss über ein flexibles Tagging-basiertes Datenmodell verfügen, in dem die Geräte, die damit verknüpften Metriken sowie Logs mit beliebigen Schlüsselparametern versehen werden. Beispielsweise sollten Unternehmen, die Kassensysteme in Einzelhandelsgeschäften überwachen, alle diese Geräte nach Geschäften gruppiert visualisieren und kennzeichnen, damit sie erkennen können, ob bestimmte Geschäfte eher zu Ausfällen oder Leistungsproblemen neigen.

Zukunft nur ohne Blindflug

Experten gehen davon aus, dass sich die IoT-Investitionen weiter beschleunigen werden. Sensoren und Prozessoren werden immer leistungsfähiger und immer günstiger. Und auch die Bildverarbeitung IoT-fähiger Kameras wird einen Schritt nach vorne machen. Die Anwendungsfälle werden immer anspruchsvoller, vielseitiger und breitenrelevanter.

Mit dem Aufkommen von 5G-Netzwerken werden alle diese Daten im Wesentlichen lokal verarbeitet und Erkenntnisse zurück in die Cloud gestreamt. Jedes Unternehmen, das über eine physische Präsenz verfügt und kein rein digitales Online-Unternehmen ist, wird auf die eine oder andere Weise zu einem IoT-Unternehmen, das Geräte zur Verbesserung seiner Betriebsabläufe oder Kundenbewegungen einsetzt oder intelligente Geräte zur Differenzierung seiner Produkte entwickelt. All diese Unternehmen überwachen bereits ihre Cloud- oder Legacy-Infrastruktur. Nun gilt es, dies auch auf die wachsende IoT-Flotte zu erweitern und eine Gesamtsicht herzustellen. Nur wenn ein System alles an einem Ort bereitstellt, kann verstanden werden, was im Kontext vor sich geht und wo es blinde Flecken gibt.

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 Stefan Marx

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