Suchen

Human Agent Interaction

Über fürsorgliche Wohnungen und Flobi, den Avatar

| Redakteur: Jürgen Schreier

Ob Avatar als Assistent oder Roboter als Therapiehelfer: Die Konferenz „Human Agent Interaction“, zu der vom 17. bis 19. Oktober 2017 rund 150 Wissenschaftler in Bielefeld erwartet werden, stellt die jüngsten Entwicklungen auf dem Gebiet der Mensch-Agenten-Interaktion vor.

Firma zum Thema

Bei der Tagung „Human Agent Interaction“ geht es um künstliche Agenten, handlungsfähige Systeme wie Flobi, der als Avatar (Bild) und als Roboter eingesetzt wird.
Bei der Tagung „Human Agent Interaction“ geht es um künstliche Agenten, handlungsfähige Systeme wie Flobi, der als Avatar (Bild) und als Roboter eingesetzt wird.
( Bild: CITEC/ Universität Bielefeld )

Fast jeder kennt sie, viele nutzen sie: Alexa, Siri, Cortana und Google Assistant. Alle sind Beispiele für sogenannte Agenten - künstliche handlungsfähige Systeme. Zu dieser "Gattung" gehören aber auch menschenähnliche Roboter wie der tanzende und lachende Humanoid "Pepper", die flinken Serviceroboter des Incheon International Airports von Seoul, die Passagiere zum richtigen Gate geleiten oder Avatare wie Flobi, mit denen Menschen umgehen als hätten diese "Bildschirmgeschöpfe" eigene Bedürfnisse und Absichten.

Human Agent Interaction: Interdisziplinarität ist Trumpf

Die internationale Konferenz „Human Agent Interaction“ (HAI) nimmt sich dieses faszinierenden Themas bringt an und bringt wissenschaftliche Koryphäen aus der kognitiven Robotik, der Künstlicher-Intelligenz-Forschung sowie aus Kognitions- und Neurowissenschaft zusammen, um über die Forschung zu solchen Agenten zu diskutieren.

Nach Stationen in Japan (2013 und 2014), Südkorea (2015) und Singapur (2016) wird die Konferenz vom 17. bis 19. Oktober 2017 erstmals in Europa ausgerichtet. Zu der Tagung am Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld haben sich 150 Forschende aus zwölf Ländern angemeldet.

„Die HAI ist eine der weltweit innovativsten Konferenzen zur Mensch-Agenten-Interaktion. Das liegt auch daran, dass sie sich nicht auf einzelne Disziplinen wie Robotik beschränkt, sondern die Forschung der verschiedenen Richtungen verzahnt“, sagt Prof. Dr. Wrede, eine der Organisatorinnen der Tagung. „Dieser Anspruch an wissenschaftliche Vielfalt ist auch ein Grund, warum wir die Konferenz nach Bielefeld holen konnten. Der Exzellenzcluster CITEC ist bekannt für seine interdisziplinäre Forschung.“

Prof. Dr. Britta Wrede, stellvertretende CITEC-Koordinatorin, ist eine der Organisatorinnen der Konferenz zur Mensch-Agenten-Interaktion.
Prof. Dr. Britta Wrede, stellvertretende CITEC-Koordinatorin, ist eine der Organisatorinnen der Konferenz zur Mensch-Agenten-Interaktion.
( Bild: CITEC/Universität Bielefeld )

Auf dem Programm der dreitägigen Konferenz stehen zwei Keynote-Vorträge, sechs Workshops, 13 Sitzungen mit Fachvorträgen („Oral Sessions“) und zwei Postersessions.

Die „fürsorgliche Wohnung“ unterstützt ihre Bewohner

Wie Roboter genutzt werden können, um die Therapie von Patienten mit Angststörungen zu unterstützen, damit beschäftigt sich einer der Workshops der HAI-Konferenz. Der Informatiker Kazunori Terada PhD von der japanischen Gifu University stellt bei dem Workshop am 17. Oktober die "mobile Distanzzone" (Mobile Personal Space) vor. Sie hilft Menschen, die Angst vor dem Umgang mit anderen Menschen haben (soziale Angststörung), in Kontakt mit anderen zu treten. Der Kasten dient als Schutzhülle, die mit Kameras und Lautsprechern ausgestattet ist. Patienten können so andere Menschen geschützt ansprechen. Ihnen hilft, dass das Aussehen der Gesprächspartner stilisiert als Comicfigur dargestellt wird.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44949960)