Welt-Roboter-Report 2016

Über 1,4 Millionen neue Industrie-Roboter bis 2019

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Nordamerika auf Erfolgsspur

Auf dem vierten Rang der weltweit größten Einzelmärkte rangieren die USA. In der Freihandelszone NAFTA (USA, Kanada, Mexiko) stieg die Zahl der neu installierten Industrie-Roboter insgesamt um 17 % auf den neuen Rekord von gut 36.000 Einheiten im Jahr 2015. Die USA führen dabei das Feld mit drei Viertel aller verkauften Einheiten an. Das Wachstum lag bei 5 %. Bei vergleichsweise deutlich geringerer Stückzahl legte die Nachfrage in Kanada um 49 % zu (5.466 Einheiten) und in Mexiko um 119 % zu (3.474 Einheiten). Von 2016 bis 2019 ist bei stabiler Wirtschaftslage in Nordamerika mit einem durchschnittlichen jährlichen Roboterabsatzplus zwischen 5 % und 10 % zu rechnen.

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Im weltweiten Vergleich spielen die USA in der Automobilindustrie eine führende Rolle, wenn es um die Automation geht. Bei der Roboterdichte liegen die US-Autobauer hinter Japan und Südkorea auf dem dritten Platz. Während der vergangenen sechs Jahre hat sich die US-Autoindustrie positiv entwickelt. 2015 konnte als das erfolgreichste Jahr seit 2005 abgeschlossen werden. Große Hersteller aus den USA, Europa und Asien legten Programme auf, um zu restrukturieren. Zwischen 2010 und 2015 wurden dafür rund 80.000 Industrie-Roboter installiert. Das ist nach China mit rund 90.000 Einheiten im selben Zeitraum das weltweit größte Investment. Dieses Engagement schlägt sich in neuen Arbeitsplätzen nieder: Im Automobilsektor stieg die Zahl der Beschäftigten zwischen 2010 und 2015 um gut 230.000 an.

Nicht nur in den USA hatten die enormen Roboterinstallationen einen positiven Effekt auf die Beschäftigung. Im deutschen Automobilsektor nahm die Zahl der Beschäftigten mit der Roboter-Automation ebenfalls zu: Das Plus lag zwischen 2010 bis 2015 durchschnittlich bei 2,5 % – der operative Roboterbestand stieg gleichzeitig um durchschnittlich 3 % pro Jahr.

Ausblick 2019

Bis Ende 2016 soll die Zahl der weltweit in diesem Jahr neu installierten Industrie-Roboter um 14 % auf 290.000 Einheiten steigen. Für 2017 bis 2019 rechnet die IFR mit einem weiteren globalen Zuwachs von durchschnittlich mindestens 13 % im Jahr (jährliche Wachstumsrate). Auf solche Wachstumsaussichten haben sich die Roboter-Hersteller vorbereitet und haben die Produktionskapazitäten erweitert und die zumeist europäischen Hersteller betreiben neue Standorte in den großen Absatzmärkten China oder den USA.

Bei den technologischen Trends konzentrieren sich die Firmen in Zukunft auf die Mensch-Maschine-Kollaboration, vereinfachte Anwendung und Leichtbau-Roboter. Dazu kommen Zwei-Arm-Roboter, mobile Lösungen und die einfachere Integration von Robotern in bestehende Umgebungen. Im Trend liegen künftig modulare Roboter sowie Robotersysteme, die zu attraktiven Preisen angeboten werden können.

Die Nachfrage nach Industrie-Robotern bei den Kunden wird ebenfalls von einem ganzen Bündel von Faktoren angetrieben. Dazu zählt die Handhabung neuer Materialien, Energieeffizienz, besser entwickelte Automationskonzepte, mit denen sich die reale Fabrikwelt und die virtuelle Welt und das industrielle Internet der Dinge miteinander verknüpfen lassen. (kj)

Dieser Beitrag ist ursprünglich bei unserem Partnerportal KONSTRUKTIONSPRAXIS erschienen.

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