5G-Campusnetz Trumpf und Telekom kooperieren bei Ortungssystemen

Redakteur: Hendrik Härter

Damit Fertigungs- und Logistikprozesse effizienter und besser planbar sind, müssen Objekte in der Produktion und Lagerhallen in Echtzeit auffindbar sein. Das lässt sich mit 5G und einem Campusnetz umsetzen.

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Mit einem 5G-Campusnetz und Omlox sind Fertigungs- und Logistikprozesse besser planbar.
Mit einem 5G-Campusnetz und Omlox sind Fertigungs- und Logistikprozesse besser planbar.
(Bild: Trumpf/Deutsche Telekom)

Im Unterschied zum öffentlichen Mobilfunknetz ist das Campusnetz auf beispielsweise ein Industriestandort beschränkt. Es ist nicht öffentlich zugänglich und Ressourcen müssen nicht geteilt werden. Eine solches Campusnetz nutzt das Tech-Unternehmen Trumpf als Grundlage, um in Echtzeit die Position von Objekten in Produktions- und Lagerhallen zu ermitteln.

Dazu hat sich Trumpf die Deutsche Telekom mit ins Boot geholt. Entstanden ist ein Ortungssystem in einem 5G-Campusnetz. Unternehmen können ihre Lokalisierungssysteme mit dieser 5G-gestützten Ultrabreitband-Technik künftig flexibel und kostengünstig einrichten und an ihre Fertigung anpassen. Geplant ist, das Produkt im nächsten Jahr gemeinsam zu vermarkten.

„Die Kooperation von Trumpf und Deutscher Telekom zeigt anschaulich, welche Synergien freigesetzt werden, wenn führende Unternehmen innovationstreibender Branchen zusammenarbeiten“, sagt Claudia Nemat, Vorstand Technologie und Innovation bei der Deutschen Telekom. „Unsere leistungsfähigen 5G-Campus-Netze in Kombination mit digitalen Industrie-Anwendungen bergen enormes Potenzial für Effizienzsteigerungen in der Industrie. Die implementierte Lokalisierungs-Lösung ist erst der Anfang unserer gemeinsamen Zusammenarbeit“.

Präzise Ortung mit Omlox

Für die Echtzeit-Ortung von Objekten in einer Fabrikhalle werden bewegliche Gegenstände wie Paletten oder Flurförderfahrzeuge mit Tags versehen, die Ultrabreitband-Funkwellen (UWB) aussenden. Empfänger, auch Satelliten genannt, orten durch diese Funkwellen die Position bis auf 10 bis 30 cm genau.

Das Besondere daran: Der Technik liegt der sogenannte Omlox-Standard zu Grunde. Damit lassen sich die Endgeräte von verschiedenen Herstellern miteinander kombinieren und gemeinsam nutzen. Die UWB-Ortungslösung ist besonders für den anspruchsvollen Einsatz in der Industrie geeignet.

Mit 5G flexibel die Industrie vernetzen

Die Daten der Omlox-Satelliten wurden bisher über eine feste Verkabelung übermittelt. Eine flexible Produktion, insbesondere bei Kleinserien- und Prototypenfertigung, erfordert jedoch regelmäßige Änderungen in den Fertigungs- und Montagekonzepten. Entsprechend muss die IT-Infrastruktur inklusive des Lokalisierungssystems angepasst werden können.

Doch bisher behinderte die feste Verkabelung eine solche kurzfristige Anpassung. Die nun von Telekom und Trumpf erprobte Lösung nutzt stattdessen ein mobiles 5G-Campus-Netz zur Datenübertragung der Satelliten – bei gleich guter Leistung. Das ermöglicht es, die Lokalisierungs-Infrastruktur zu geringeren Kosten und mit weniger Aufwand innerhalb einer Werkshalle einzubauen und neu zu positionieren.

Was hinter Omlox steckt

Der Industriestandard Omlox steht für Open Location Standard und integriert die Kommunikation aus UWB, BLE, RFID, 5G oder GPS. Ortungsdaten werden über eine einheitliche Schnittstelle bereitgestellt. Der Vergleich zu USB im Büro liegt nah: Der Standard ist auch nicht mehr wegzudenken.

„Ähnlich wie USB im Büro nicht mehr wegzudenken ist, ermöglichen wir ab heute weltweit den Austausch verschiedener Ortungslösungen für die gesamte Industrie“, sagt Karsten Schneider, Vorstandsvorsitzender von Profibus.

Für die Industrie ist Omlox vielversprechend: Innerhalb von Gebäuden lassen sich Geräte millimetergenau detektieren, ähnlich wie das bei GPS möglich ist. Dabei spielt Ultrabreitband auf der einen Seite sowie Ortungstechniken auf der anderen Seite Voraussetzung für die präzise Ortung.

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