Suchen

Kooperation Trumpf und Sick entwickeln ersten industriellen Quantensensor

Redakteur: Sebastian Human

Nach einem erfolgreich absolvierten Funktionstest des weltweit ersten, für die Serienfertigung nutzbaren quantenoptischen Sensors unterzeichneten die beiden Unternehmen einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

Firmen zum Thema

Die ersten Funktionstests des neuen Quantensensors von QANT und Sick waren erfolgreich. Hier prüft ein Mitarbeiter die optischen Signale des Sensors.
Die ersten Funktionstests des neuen Quantensensors von QANT und Sick waren erfolgreich. Hier prüft ein Mitarbeiter die optischen Signale des Sensors.
(Bild: Trumpf)

Laut einer entsprechenden Pressemitteilung arbeiten die Trumpf Tochtergesellschaft QANT und der Sensorik-Hersteller Sick künftig gemeinsam an der Entwicklung quantenoptischer Sensoren.

Vertreter der beiden Hochtechnologieunternehmen haben heute einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, um Quantentechnologie für Sensoren im industriellen Einsatz nutzbar zu machen.

Quantensensoren ermöglichen Messungen in einer Genauigkeit, die technisch bislang nicht möglich war, was neue Anwendungsfälle ermöglichen soll. Nach Angaben der Unternehmen war der Unterzeichnung ein erfolgreich abgeschlossener Funktionstest des weltweit ersten, für die Serienfertigung nutzbaren quantenoptischen Sensors vorausgegangen. „Mit dem Einstieg in die Quantensensorik baut Sick seine weltweite Technologieführerschaft in der Sensorik-Branche aus. Quantensensoren sind für die Zukunft der Industrie eine Schlüsseltechnologie“, sagt Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG. Das Unternehmen übernimmt die Anwendungsentwicklung und den Vertrieb des Produkts. QANT fertigt zukünftig die Messtechnik und damit das technologische Herzstück des Sensors. „Quantentechnologie ist für die deutsche und die europäische Industrie eine riesige Chance. Diese Partnerschaft zweier Hochtechnologieunternehmen überführt sie nun erstmals in ein serienfähiges Produkt.“, sagt Peter Leibinger, Chief Technology Officer bei Trumpf. Der erste Einsatz der neuen Quantensensoren ist für 2021 geplant.

Hochpräzise Messungen von kleinsten Partikeln

Bislang kamen Quantensensoren vor allem in der Forschung zum Einsatz. Im Zuge der Zusammenarbeit konnten nun erstmals Funktionstests einer Anwendung für die Industrie erfolgreich abgeschlossen werden. „Quantentechnologie ermöglicht beispielsweise die ultraschnelle Messung der Bewegung und Größenverteilung von Partikeln.

Bildergalerie

Mit der Industrialisierung dieser Sensoren gehen nicht nur wir, sondern der Hightech-Standort Deutschland einen großen Schritt in Richtungen Kommerzialisierung von Quantentechnologie“, sagt Michael Förtsch, CEO von QANT. Die Quantensensoren erlauben mit Hilfe von Laserlicht hocheffiziente Messungen, die mit herkömmlichen Verfahren nicht möglich sind. „Quantentechnologie ist die nächste Stufe für die Sensorik, denn sie verschiebt bisher fest verankerte technische Grenzen. Wo bislang keine guten Signale mehr messbar waren, lassen sich im Signalrauschen mittels Quanteneffekten sogar Details wahrnehmbar machen. Damit lassen sich Partikel messen, die rund zweihundert Mal kleiner sind als ein menschliches Haar“, sagt Niels Syassen, Senior Vice President R&D bei Sick und dort für das Projekt verantwortlich. Die Quantensensoren sollen zunächst zur Analyse von Inhaltsstoffen der Luft zum Einsatz kommen.

Steigendes Marktvolumen durch Industrialisierung

Quantensensoren könnten künftig in verschiedenen Branchen zum Alltag gehören: Beispielsweise könnten sich im Tiefbau vor Baubeginn unterirdische Strukturen abbilden, in der Pharmaindustrie sich die beste Zusammensetzung von Tablettenpulver einfacher bestimmen lassen. In der Elektronik soll es möglich werden, Schaltkreise durch Oberflächen hindurch zu inspizieren und die Industrie soll von hochpräzisen Messmöglichkeiten profitieren. Mit der Industrialisierung dürfte der Markt für Quantensensorik beständig wachsen. Experten der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften Acatech schätzen das Marktvolumen von industriellen Quantensensoren weltweit auf rund 1,1 Milliarden Euro bis im Jahr 2023.

(ID:46973387)