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Studie Treibstoff Pandemie: Cloud-Migration wird (unsicher) beschleunigt

| Redakteur: Vivien Deffner

Das Homeoffice ist in Zeiten der Pandemie zum Status Quo geworden. Doch das weckt Sicherheitsbedenken unter den Entscheidungsträgern. Knapp die Hälfte rechnet bald mit einem Daten- oder Sicherheitsvorfall, so die Ergebnisse einer Barracuda-Studie.

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Das Homeoffice hat sich zum Status Quo entwickelt - doch damit einher gehen auch große Sicherheitsbedenken.
Das Homeoffice hat sich zum Status Quo entwickelt - doch damit einher gehen auch große Sicherheitsbedenken.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Im Rahmen der Studie wurden über 1.000 Entscheidungsträger aus der Wirtschaft in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und USA befragt. Global erwarten 49 Prozent im nächsten Monat einen Cybersicherheitsvorfall aufgrund von Homeoffice, in Deutschland sind es immerhin noch 41 Prozent. Darüber hinaus hat bereits über die Hälfte der Befragten (51 Prozent, in Deutschland 42 Prozent) seit der Umstellung auf flächendeckendes Homeoffice einen Anstieg der Phishing-Angriffe per E-Mail beobachten können.

Homeoffice birgt Gefahren für die Sicherheit

Einen Anlass gibt es: viele der Mitarbeiter verwendet persönliche Geräte zum Austausch und zur gemeinsamen Nutzung. 50 Prozent der Befragten (Deutschland: 45 Prozent) haben ihren Mitarbeitern sogar die Nutzung privater E-Mail-Adressen und Geräte für die Arbeit erlaubt. Das bringt unweigerlich eine Vielzahl von Sicherheitsproblemen mit sich, die die Unternehmen nur schwer überblicken können. In Deutschland sind 41 Prozent der Entscheidungsträger der Meinung, dass ihre Mitarbeiter die Cyber-Risiken, die mit der Arbeit im Homeoffice verbunden sind, nicht hinreichend beherrschen und dafür ausgebildet sind. Doch sie sehen auch Nachholbedarf auf Unternehmensseite: knapp die Hälfte der Befragten ist nicht überzeugt davon, dass ihre Web-Anwendungen vollkommen sicher und damit nicht anfällig für Cyber-Angriffe sind.

Cybersicherheit darf nicht vernachlässigt werden

Schwache Sicherheitsinfrastrukturen sind eine willkommene Einladung für Angreifer. Demnach zählen Unternehmen, die ihre Cybersicherheit vernachlässigen, zu den besonders gefährdeten Organisationen. Zwei von fünf Unternehmen (in Deutschland 33 Prozent) haben in diesem Zuge zugegeben, dass sie zur Bewältigung der Krise ihr Cybersicherheitsbudget im Rahmen von Kosteneinsparungsmaßnahmen gekürzt haben. Global sehen 50 Prozent der Befragten in einem Personalabbau die Möglichkeit, den Datenschutz und die Sicherheit des Unternehmens angemessener finanzieren zu können. In Deutschland zieht diese Maßnahme nur ein Drittel der Unternehmen in Betracht.

Cloud- und Remote-Migration werden beschleunigt

Das Homeoffice war vor der Pandemie ein Modell, das auf der Welt unterschiedlich stark verbreitet war. Doch mit der Pandemie wurde der Übergang zum Homeoffice deutlich beschleunigt. Für über die Hälfte der Befragten war die Einführung von Homeoffice in den nächsten fünf Jahren eigentlich nicht vorgesehen, in Deutschland war das in 45 Prozent der Unternehmen der Fall. Doch für viele bleibt das Modell wohl auch nach der Krise bestehen: 56 Prozent gehen davon aus, dass sie das Homeoffice nach der Krise weiter fortsetzen werden (Deutschland: 44 Prozent).

Damit einher geht auch ein beschleunigter Wechsel in die Cloud. Für über die Hälfte der Entscheidungsträger (40 Prozent in Deutschland) war die COVID-19-Pandemie der Grund dafür, eine vollständige Migration ihrer Daten in die Cloud voranzutreiben.

Die Verbreitung des Homeoffice sowie der vermehrte Einsatz von Cloud-Modellen zur Datenverwaltung wird noch langfristig Auswirkungen auf die Arbeitsweise von Organisationen haben. Unternehmen sollten die damit einhergehenden Sicherheitsrisiken jedoch nicht vernachlässigen, um und Mitarbeiter weiter gewährleisten zu können.

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