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Change Management

Transformation im Mittelstand: Digitalisierung? Ja, bitte!

| Autor/ Redakteur: Volker Altwasser* / Redaktion IoT

Die Digitalisierung ist der Trend unserer Zeit. Während sich viele klein- und mittelständische Unternehmen noch die Frage stellen, wo sie mit der Digitalisierung beginnen sollen, machen die Branchenriesen bereits vor, wie es geht.

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Digitalisierung heißt vor allem: Zeit für neue Denkansätze.
Digitalisierung heißt vor allem: Zeit für neue Denkansätze.
(www.pixabay.com)

Internationale Konzerne wie Automobil- oder Pharmaunternehmen bilden beim Thema Digitalisierung klassischerweise die Phalanx. Der globale Wettbewerb zwingt sie, entsprechende Konzepte zeitnah umzusetzen, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Für die starken Unterschiede bei der Herangehensweise sorgt vor allem die Angst vor Veränderungen bei vielen kleineren Unternehmen– ob technologischer, wirtschaftlicher oder politischer Natur. Die Digitalisierung ist folglich nur ein Beispiel von vielen. Einige wiederum wissen nicht unbedingt, was Digitalisierung überhaupt bedeutet und verkennen den Unterschied zwischen Automatisierung und Digitalisierung. Einer dritten Gruppe ist die Notwendigkeit der Transformation zwar bewusst, doch wo und wie konkret zu beginnen ist, darüber herrscht große Ratlosigkeit.

Was will man mit der Digitalisierung erreichen?

Klar ist, es gibt kein Patentrezept, weil jede Organisation individuelle Rahmenbedingungen, Stärken und Schwächen mitbringt. Als ein erster, allgemeingültiger Schritt sollte beispielsweise eine von allen Fachabteilungen und der Unternehmensleitung getragene Zielvorgabe erstellt werden. Dafür müssen im Vorfeld folgende Fragen grundlegend beantwortet werden: „Was will ein Unternehmen mit der Digitalisierung überhaupt erreichen? Welche Vor- und welche Nachteile ergeben sich dadurch? Und vor allem: Welche Chancen und Risiken bestehen?“. Bei der Beantwortung dieser Fragen kann es durchaus hilfreich sein, eine einfache und ehrliche Standortbestimmung im Unternehmen durchzuführen. So gilt es zunächst etwa den aktuellen Automatisierungsgrad der Fertigungsprozesse zu analysieren und festzuhalten. Auf diese Weise kann die Unternehmensführung erkennen, an welcher Stelle aufgesetzt werden kann und wo vielleicht sogar noch Basisarbeit geleistet werden muss. Je nach Unternehmen mag es lohnenswerter sein, etwa den gesamten Maschinenpark auszutauschen, statt nur schrittweise einen Retrofit durchzuführen. Damit setzt sich das Unternehmen dann möglicherweise schnell und deutlich von den Marktbegleitern ab.

Innovation neu denken

Gleichzeitig sollten unternehmensinterne Think Tanks aus allen Fachbereichen Kunden und Lieferanten in Diskussionen einbeziehen und gemeinsam kreative Denkansätze entwickeln. Das Ziel: Bisher ungenutzte Chancen und Risiken am Markt entdecken, Potentiale aufdecken, entwickeln und nutzen. Es gibt zahlreiche Beispiele, bei denen Unternehmen nach einer solchen Prüfung das gesamte Geschäftsmodell verändert haben. Das beste Beispiel ist hier das finnische Unternehmen Nokia, das vor der Produktion von Mobiltelefonen viele Jahre lang Autoreifen oder Gummistiefel fertigte. Derartige Erfolgsgeschichten sind auch heute noch denkbar.

Doch freilich sollte die gesamte Umstellung des Geschäftsmodells nicht zwangsläufig das Mittel der Wahl sein. Oftmals reicht es aus in einem nächsten Schritt den Status Quo der Fertigung einerseits und neue Ideen und Anforderungen andererseits in Einklang zu bringen. Dies lässt sich in der Regel über eine strukturierte Programm-Planung und die Nutzung klassischer Management-Systeme realisieren. Das ist definitiv kein Hexenwerk– zumindest dann nicht, wenn man sich seiner Ziele bewusst ist. Bei der Analyse der Digitalisierungspotenziale sollten Unternehmen außerdem durchaus mehr Zeit einplanen – denn auf eine Baustelle, folgen rasch weitere.

Chancen jetzt nutzen

Am Ende des Tages lohnt sich der Aufwand allein aus Gründen der Selbsterhaltung. Denn wer sein digitales Potential jetzt nicht auszuschöpfen vermag, wird früher oder später seine Bedeutung verlieren – auch das zeigt das Beispiel Nokia einleuchtend. Unternehmenslenker, die jetzt nicht handeln, agieren daher nicht nur grob fahrlässig, sondern riskieren auch die Zukunft des Unternehmens und seiner Mitarbeiter.

*Volker Altwasser arbeitet bei der expertplace networks Group AG.