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Industrie 4.0 in der Praxis (Folge 3) Track & Trace - Rückverfolgbarkeit in Echtzeit

| Redakteur: Jürgen Schreier

In der Serie „Industrie 4.0 in der Praxis“ stellt Industrie-4.0-Spezialist FORCAM die wichtigsten Module vor, die für den erfolgreichen Einstieg in die Welt von Industrie 4.0 bzw. des IIoT unerlässlich sind. Wie man mit Track & Trace eine schnelle Fehleranalyse durchführen und den Ausschuss reduzieren kann, behandelt diese Folge.

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Track & Trace ist heute ein Muss in jedem modernen Shop Floor Management. Denn wer 20 Prozent Produktivitätssteigerung oder mehr anstrebt, kann dies nur mit lückenloser und schneller Fehleranalyse erreichen.
Track & Trace ist heute ein Muss in jedem modernen Shop Floor Management. Denn wer 20 Prozent Produktivitätssteigerung oder mehr anstrebt, kann dies nur mit lückenloser und schneller Fehleranalyse erreichen.
(Bild: FORCAM)

Interims-Manager Werner Pertek liebt Klartext. „Wenn Ihnen ein Werker sagt: ,Gestern war ein Scheißtag´, dann dürfen Sie das als Analyse nicht gelten lassen.“ Eigentlich seit Jahren im Ruhestand, ist Diplom-Ingenieur Pertek noch immer in Fabrikhallen der Automobilindustrie unterwegs und führt Fertigungsstraßen in das Zeitalter der Industrie 4.0. „Wenn Sie das gelten lassen, verballern Sie schnell 50 Schichten pro Monat oder mehr für Fehlersuche und Rüsten“, so der erfahrene Fabrikleiter, lange Jahre bei Yanfeng Automotive unter Vertrag.

Die Antwort auf die Frage nach der Fehleranalyse liefert in der Industrie 4.0 das Modul Track & Trace. Es beschreibt die Rückverfolgbarkeit aller Produkte, Teile und Prozesse in Echtzeit (Fast-Response-Traceability). Track & Trace ist heute ein Muss in jedem modernen Shop Floor Management. Denn wer 20 Prozent Produktivitätssteigerung oder mehr anstrebt, kann dies nur mit lückenloser und schneller Fehleranalyse erreichen.

So, wie für den Kaufmann die Marge im Einkauf liegt, liegt der Effizienzgewinn für den Produktionsleiter in der Fehlerminimierung. Werner Pertek: „Es ist ganz wichtig, den Ausschuss zu minimieren. Das geht nur mit sauberer Fehleranalyse.“

Modulare Lösungen nach dem Plug-and-Produce-Prinzip machen flexibel

Technologie für die Industrie 4.0 notiert zu jedem Zeitpunkt, wann, wie und wo ein Produkt gefertigt, gelagert oder transportiert wurde. So entsteht lückenlose Rückverfolgbarkeit von fertigen Produkten entlang der gesamten Lieferkette - bis hin zum einzelnen Bauteil. Jedes Produkt ist entweder durch eine Seriennummer oder durch eine Chargen- bzw. Losnummer eindeutig identifizierbar.

Besonders hoch entwickelte Track & Trace-Module bieten aber noch mehr: Eine ereignisgesteuerte Datenerfassung misst und verarbeitet alle prozessrelevanten Kenndaten wie Kraft, Temperatur oder Druck und legt sie zur automatischen Weiterverarbeitung ab. Das ist wichtig, wenn die IT-Infrastruktur um neue Tools wie Energiemanagement oder Predictive Maintenance ergänzt werden soll.

Gleichzeitig sollte man bei Software-Updates oder -Neuinstallationen nicht auch das Track & Trace-Modul komplett neu installieren müssen. Vielmehr arbeitet eine moderne Gesamt-IT-Lösung nach dem Prinzip „Plug and Produce“ und bietet flexible Module, die neue Software-Geschwister offen in der Familie aufnehmen.

Autozulieferer senkt Fehlerquote um 18 Prozentpunkte in sechs Monaten

Ein mittelständischer Automobilzulieferer hatte lange Zeit erfolglos versucht, in seinem dynamisch konstituierten Logistiknetzwerke eine praxistaugliche Track & Trace-Lösung zu integrieren. Bei jedem Update oder jeder Neuinstallation funktionierte die Rückverfolgung nicht mehr. Schließlich entschied sich das Unternehmen für eine echte Industrie-4.0-Lösung mit einem Track & Trace-Modul, das auch dynamisch konstituierte Logistiknetzwerke (flexibles Routing) und insbesondere den jederzeitigen Austausch von Maschinen (Hot Deployment) unterstützt.

Die neue Lösung sorgt seither für hohe IT-Stabilität, Transparenz und die Einhaltung aller Branchenregelwerke. Ergebnis: Das Unternehmen konnte die Fehlerquote innerhalb eines halben Jahres um signifikante 18 Prozentpunkte senken.

In-Memory-Technologie unterstützt Tracing über die gesamte Wertschöpfungskette

Eine Rückverfolgung über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ermöglichen Lösungen auf Basis von In-Memory-Technologie, bei denen die Verarbeitung sämtlicher Daten und Anwendungen in einem Hauptspeicher erfolgt. Der Grund: In-Memory-Technologie unterstützt einen signifikant höheren Datendurchsatz (Big-Data) als andere Lösungen.

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