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EMO Hannover 2017 Tool Data Management - on premise oder in der Cloud?

| Redakteur: Jürgen Schreier

Bei TDM Systems geht das Tool Data Management jetzt in die Cloud. Wie das zur Digitalisierungsstrategie des Mutterkonzerns SANDVIK passt, erläutern Eugen Bollinger und Achim Müller von TDM Systems sowie Jenny Hörnlund von der SANDVIK-Gruppe im Exklusiv-Interview.

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3D-Komplettwerkzeugzusammenbau in TDM 2017 Global Line: Dank intuitiver Nutzerführung lässt sich Werkzeug mit nur wenigen Klicks konfigurieren.
3D-Komplettwerkzeugzusammenbau in TDM 2017 Global Line: Dank intuitiver Nutzerführung lässt sich Werkzeug mit nur wenigen Klicks konfigurieren.
(Bild: TDM Systems)

IoT: TDM Systems brachte vor mehr als 25 Jahren die erste digitale Lösung für das Werkzeugdatenmanagement auf den Markt und löste damit eine (Produktivitäts-)Revolution in der Zerspanung aus. Wie kam man damals auf die Idee? Gab es dafür einen besonderen Anlass?

Bollinger: Dafür gab es in der Tat einen besonderen Anlass. TDM Systems sitzt nicht ohne Grund auf dem Firmengelände der Walter AG. Walter hatte sich damals ein flexibles Fertigungssystem zugelegt, was ja die Vernetzung von Bearbeitungszentren bedeutet. Schnell stellte man fest, dass man immer das richtige Werkzeug an der Maschine braucht, wenn ein solches Bearbeitungszentrum rund um die Uhr laufen soll. Dafür wurde eine Art Werkzeugdatenmanagement benötigt. Man hat sich also am Markt umgeschaut, aber dort nichts Passendes gefunden. Folglich entschloss man sich, selbst eine solche Lösung zu entwickeln. Die Lösung hat gut funktioniert, was wiederum bei Walter-Kunden das Interesse geweckt hat und diese sagten: So etwas können wir auch gebrauchen. Das war die Geburtsstunde von TDM und des Tool Data Management, vor mehr als 25 Jahren.

IoT: Heute stecken wir mittendrin in der sog. vierten industriellen Revolution (Industrie 4.0). In welcher Position sieht sich hier ein Pionier der digitalisierten Produktion wie TDM Systems?

Bollinger: Wenn man es ganz realistisch sieht, ist das seit jeher unser täglich Brot - - auch zu einer Zeit, als es Industrie 4.0 noch gar nicht gab. Das, was Industrie 4.0 stark vorantreibt, ist die Vernetzung und diese spielt bei TDM Systems eine zentrale Rolle. Eine Werkzeugdatenverwaltung muss mit den verschiedensten Systemen im Umfeld des Kunden kommunizieren. Das fängt beim CAD-System an. Schließlich möchte man bereits bei der Konstruktion die optimalen Werkzeuge auswählen. Aber um das Design optimieren zu können, braucht der Konstrukteur den Rückgriff auf reale Werkzeugdaten. Dann geht es weiter im Bereich CAM, mit Programmierung und die Simulation und, über ERP zu MES, womit man schon auf der Fertigungsebene angelangt wäre. Im Shopfloorbereich selbst, haben wir Lagersysteme, die mit dem Werkzeugdatenmanagement vernetzt sind, sprechen von Werkzeugvoreinstellgeräten und - in der Industrie-4.0-Welt - zunehmend von vernetzten Maschinen selbst. Schon früher hat man Maschinen an das Tool Data Management angebunden. Aber die Technik entwickelt sich weiter, von einzelnen projektgetriebenen Realisierungen hin zu Standardlösungen.

IoT: TDM Systems hat mit der Sandvik Group einen renommierten Werkzeughersteller „im Rücken“. Wie befruchtet das die wechselseitige Zusammenarbeit?

Dipl.-Ing. (FH) Eugen Bollinger ist Leiter Vertrieb der TDM Systems GmbH, Tübingen.
Dipl.-Ing. (FH) Eugen Bollinger ist Leiter Vertrieb der TDM Systems GmbH, Tübingen.
(Bild: Schreier)

Bollinger: Die Zugehörigkeit zur SANDVIK-Gruppe ist letztlich eine der Voraussetzungen für das Know-how von TDM Systems. Bei uns kommen das Know-how im Werkzeugdatenmanagement auf der einen Seite und das Know-how über die Werkzeuge auf der anderen zusammen. Und genau das macht es erst möglich, unsere Lösungen anbieten zu können. Hinzu kommt, dass sich die SANDVIK-Gruppe ganz klar auf die Fahne geschrieben hat, in digitale Angebote zu investieren. TDM Systems wird dabei eine maßgebliche und treibende Rolle spielen. Wir sind im Konzern direkt im Bereich, Digital Manufacturing angesiedelt. Anders gesagt: Sandvik wird digital, und wir spielen dabei eine der Hauptrollen.

IoT: Frau Hörnlund, CODE heißt eine neue Unit innerhalb der SANDVIK-Gruppe. Welche Strategie und welche Ziele verfolgt SANDVIK mit CODE?

CODE ist ein Teil von Sandvik Machining Solutions, der Werkzeugsparte des SANDVIK-Konzerns. Sandvik Machining Solutions ist seit vielen, vielen Jahren am Markt aktiv und verfügt über sehr viel Wissen und große Kompetenzen rund um das Thema Zerspanungswerkzeuge für die Metallbearbeitung. Die Digitalisierung ist ein Weg, diesen Kompetenzen am Markt zum Durchbruch zu verhelfen. Das ist der Grund, weshalb wir die Gruppe CODE gegründet haben, wobei CODE für Center of Digital Excellence steht. Wir wollen unseren Kunden digitale Lösungen anbieten, die ihnen das Leben - sprich den Fertigungsalltag - leichter machen. Genau das ist das Ziel von CODE.

IoT: Können Sie etwas zu den Investitionen, die in CODE fließen?

Hörnlund: Ich kann Ihnen noch keine konkreten Zahlen nennen. Was ich aber sagen kann, ist, dass wir viel investieren und derzeit viele neue Talente für das Team rekrutieren. Es handelt sich um ein ein großes Investment.

IoT: Welche Rolle spielt TDM Systems im Rahmen der CODE Group?

Jenny Hörnlund ist Director Digital Sales and Marketing der SANDVIK-Gruppe.
Jenny Hörnlund ist Director Digital Sales and Marketing der SANDVIK-Gruppe.
(Bild: SANDVIK)

Hörnlund: TDM Systems ein ein sehr wichtiger Teil von CODE. Wir haben bereits in den letzten sechs Monaten sehr eng zusammengearbeitet, um die neue Lösung TDM Cloud Line zu entwickeln. Wir stellen TDM Cloud Line auf der EMO 2017 in Hannover vor und wollen die Lösung im Spätherbst am Markt einführen. TDM Systems hat sehr viel Know-how im Bereich des Tool Data Management und in der Entwicklung entsprechender Softwaremodule.

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