Tesla verbrennt pro Stunde fast eine halbe Million Dollar

Bloomberg und Bob Lutz zählen Elon Musk und Co. an

| Autor: Christoph Seyerlein

Die Zweifel an Tesla und Elon Musk nehmen zu.
Die Zweifel an Tesla und Elon Musk nehmen zu. (Bild: Tesla)

Trotz der Präsentation der neuen Modelle Semi und Roadster wachsen die Zweifel an Tesla. Der Finanzdienst „Bloomberg“ rechnet vor, dass bei den Kaliforniern schon nächstes Jahr die Lichter ausgehen, sollten sie weiter wie bisher Geld verbrennen. Auch Ex-GM-Chef Bob Lutz zählt Tesla an.

Mit der Präsentation seines Elektro-Trucks Semi und der darin inbegriffenen, überraschenden Vorstellung eines neuen Roadsters wollte sich Elon Musk vergangene Woche Luft verschaffen. Schwer war sein E-Auto-Unternehmen Tesla zuletzt unter Beschuss geraten, weil es bei der Produktion des Model 3 längst nicht so vorankommt, wie geplant. Offenbar geht der Plan Musks aber nicht auf.

Eine aktuelle Modellrechnung des Finanzdienstes „Bloomberg“ dürfte den Kaliforniern gar nicht gefallen: Darin heißt es, dass Tesla in den vergangenen zwölf Monaten pro Minute 8.000 Dollar verbrannt hat – macht 480.000 Dollar in der Stunde.

Geht das in diesem Ausmaß so weiter, dürften die Cash-Reserven des Herstellers am 6. August 2018 aufgebraucht sein, rechnet „Bloomberg“ weiter. „Egal ob Tesla noch Reserven für zehn Monate oder ein Jahr hat, Musk braucht Geld, und zwar schnell“, sagt Kevin Tynan, Analyst bei Bloomberg Intelligence.

Für Tesla dürfte es in der aktuellen Situation darum gehen, die eigenen Aktionäre bei Laune zu halten. Vor allem muss der Hersteller aber die Produktion des Model 3 zum Laufen bringen. Bis Ende März will Tesla 5.000 Einheiten gebaut haben. Gelingt das, erwarte man „signifikanten Cashflow aus dem operativen Geschäft“ und damit ein Ende des Geldverbrennens, schrieb das Unternehmen kürzlich in einem Brief an seine Aktionäre.

Frisches Geld erhofft sich Musk aber auch von den gerade vorgestellten Produkten Semi und Roadster. Wer den Truck bestellt, muss 5.000 Dollar anzahlen. Die Produktion soll frühestens 2019 anlaufen, derlei Angaben sind bei Tesla aber immer mit Vorsicht zu genießen. Noch kräftiger bittet der Hersteller Interessenten des Roadster im Voraus zur Kasse: Wer ein Modell der auf 1.000 Einheiten limitierten Sonderserie haben will, muss direkt den vollen Kaufpreis von 250.000 Dollar bezahlen – ohne auch nur ansatzweise zu wissen, wann das Auto auf den Markt kommt. Für den Serien-Roadster verlangt Tesla 50.000 Dollar Anzahlung.

Neben „Bloomberg“ äußerte sich mit Bob Lutz jüngst auch ein prominentes Gesicht aus der Auto-Branche skeptisch zu Tesla. „Tesla ist dem Untergang geweiht“, sagte der ehemalige Chef von General Motors im Interview mit dem US-Sender CNBC. Lutz ist für seine markigen Aussagen bekannt, erst kürzlich hatte er der gesamten Autobranche keine große Zukunft vorhergesagt.

„Tesla ist eine Verlierer-Firma“

Den kalifornischen Autohersteller halte er für eine „Verlierer-Firma“, so Lutz weiter. Kernpunkt seiner Kritik: „Tesla hat kein Geheimrezept. Sie nutzen die gleichen Lithium-Ionen-Batterien wie alle anderen auch.“ So könnten sich Musk und Co. aber nicht weiter vom Wettbewerb absetzen. Deshalb ist Lutz davon überzeugt, dass es Tesla nicht gelingen wird, die Verlustzone zu verlassen. „Sie werden vom Markt verschwinden“, prophezeit der 85-Jährige.

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