Business Intelligence

Technologie ist nicht alles

| Autor / Redakteur: Peter Küssner / Sebastian Human

Mitarbeiter sollten in der Lage sein, auf Basis von Daten valide Entscheidungen zu treffen.
Mitarbeiter sollten in der Lage sein, auf Basis von Daten valide Entscheidungen zu treffen. (Bild: Cubeware GmbH)

Die Diskussionen um IoT und Industrie 4.0 erwecken den Anschein, dass der Erfolg ausschließlich von der verwendeten Technologie abhängt. Doch dabei wird nicht selten das Wesentliche außer Acht gelassen: der Nutzen.

Einer der Haupttreiber von IoT und Industrie 4.0 ist der wertschöpfende Einsatz von Daten. Business Intelligence (BI) soll Unternehmen dabei helfen, ihre Informationen und Daten zu konsolidieren, neue Erkenntnisse zu genieren und alle Mitarbeiter dazu befähigen, datengestützte Entscheidungen zu treffen. So die Theorie von BI schon seit den 1960er Jahren.

Doch auch heute nutzt lediglich ein Bruchteil der Mitarbeiter in Unternehmen datengetriebene Erkenntnisse in ihrer täglichen Arbeit. Laut der BARC-Studie „The BI Survey 2012-2018“ haben ganze 87 Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen keinen Zugriff auf Informationsmanagementsysteme wie Business Intelligence (BI) oder Performance Management (PM). Etwa jeder fünfte Mitarbeiter trifft ein Viertel seiner geschäftsrelevanten Entscheidungen rein aus dem Bauch heraus. Von einer datengestützten Entscheidungskultur sind die meisten Unternehmen also noch sehr weit entfernt.

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Das hat verschiedene Gründe:

  • Die Umsetzung von BI-Initiativen und die dazugehörige Software sind oft zu teuer, um alle Mitarbeiter damit ausstatten zu können.
  • BI-Werkzeuge sind noch immer zu komplex zu bedienen, als dass alle Mitarbeiter intuitiv damit arbeiten könnten.
  • Der Nutzen von BI und das Potenzial, das in Daten steckt, ist vielen Unternehmen nach wie vor nicht klar.
  • Der Diskurs über Business Intelligence beschäftigt sich fast ausschließlich mit Feature-Vergleichen, Technologie-Debatten und Software-Methodik.

Weg vom Expertentum, hin zur Massentauglichkeit

Wie so vieles hat auch BI in der Nische begonnen und sich eigene Experten herangezogen. Durch den technologischen Fortschritt sind die Anforderungen weiterhin gestiegen und eine ganze Branche konzentrierte sich darauf, die BI-Experten in den Unternehmen mit ausgeklügelteren Funktionen in ihrer Arbeit zu unterstützen.

BI-Systeme sind so in immer tiefere Gefilde vorgedrungen: Advanced Analytics, Data Mining, Big Data. Die Zielgruppe: Experten. Doch wenn der digitale Wandel gelingen soll, dann muss BI alle Mitarbeiter berücksichtigen und auch in der Breite wachsen. Historisch bedingt sind BI-Tools jedoch nicht auf eine breite Anwendergruppe ausgerichtet – weder hinsichtlich des Nutzererlebnisses noch des Preis- und Lizenzmodells.

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Wenn BI zum operativen Entscheidungsunterstützer werden soll, dann muss es sich wandeln: einfach und schnell in der Handhabung und trotzdem nicht trivial sein. Konzepte wie Self-Service-BI haben es Mitarbeitern erleichtert, auf Unternehmensdaten zuzugreifen und diese zu nutzen. Doch es ist nicht der richtige Ansatz, jeden einzelnen Angestellten zum BI-Profi zu machen. BI-Systeme müssen von mehr Menschen genutzt werden können, ohne gleich alle zu Experten zu machen. Und allen Mitarbeitern muss der nutzbringende Umgang mit Daten an konkreten, für sie fassbaren Beispielen erklärt und der wertschöpfende Beitrag für ihre tägliche Arbeit aufgezeigt werden.

Wie das gelingen kann? Durch einen Wandel in der Unternehmenskultur. Wer datengetriebene, schnelle Entscheidungen haben möchte, muss dafür sorgen, dass der Umgang mit Informationen und Daten bei allen Mitarbeitern einen hohen Stellenwert hat. In einem ersten Schritt sollte daher das Bewusstsein geschaffen werden, dass die Technologie nicht der einzige Erfolgsfaktor ist. Data Literacy ist das Schlagwort der Stunde. Denn nicht nur der Umgang mit Tools, sondern auch mit Analysen, Dashboards und Berichten muss geschult werden. Denn die smarte Organisation ist die Basis der smarten Fabrik.

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