Connectivity

T-Mobile setzt beim US-5G-Netz auf Ericsson-Technologie

| Redakteur: Jürgen Schreier

AIR 3246 - Bestandteil des Radio System 5G Portfolio von Ericsson - im Einsatz in einem dicht bebauten urbanen Umfeld.
AIR 3246 - Bestandteil des Radio System 5G Portfolio von Ericsson - im Einsatz in einem dicht bebauten urbanen Umfeld. (Bild: Ericsson)

Mit Technologie und Services von Ericsson im Rücken will der Mobilfunkanbieter T-Mobile in den Vereinigten Staaten den Übergang vom seinem LTE Advanced Network zu 5G forcieren.

Ericsson und T-Mobile US gaben haben einen mehrjährigen Vertrag über 3,5 Milliarden Dollar zur Unterstützung des 5G-Netzaufbaus von T-Mobile in den USA abgeschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung wird Ericsson T-Mobile US mit der neuesten 5G New Radio (NR)-Hard- und Software beliefern, die den 3GPP-Standards entspricht.

Übergang von LTE Advanced zu 5G

T-Mobile US wird von einem landesweiten LTE Advanced-Netzwerk zum 5G-Standard übergehen und das 5G-Portfolio von Ericsson nutzen, um den bestehenden LTE-Kapazitätsbedarf zu erweitern und gleichzeitig das Netzwerk zukunftssicher zu machen. Der Vertrag umfasst auch die digitalen Services von Ericsson, einschließlich dynamischer Orchestrierung, Business Support Systems (BSS) und Ericsson Cloud Core, die T-Mobile US in die Lage versetzen werden, seinen Kunden schnell 5G-Experiences anzubieten.

5G: Schnelle Datenübertragung, niedrige Latenzen

Der neue Wireless-Standard 5G verspricht sehr hohe Datengeschwindigkeiten, extrem niedrige Latenzzeiten, hohe Zuverlässigkeit, Energieeffizienz und extreme Gerätedichten, was durch die Entwicklung von LTE in Kombination mit neuen Funkzugangstechnologien realisiert wird.

Im Rahmen des neuen Vertrags wird Ericsson Hard- und Software seiner marktreifen 5G-Plattform, zu der auch das erweiterte Ericsson Radio System-Portfolio gehört, über alle für T-Mobile verfügbaren Frequenzbänder liefern. Darüber hinaus soll die bereits installierte Basis von Ericsson Radio System Radios von T-Mobile in der Lage sein, die 5G NR-Technologie mit einer einfachen Remote-Softwareinstallation zu betreiben.

Warum 5G?

IoT-Plattformen sind die Schaltzentralen im Internet der Dinge. Konkret geht es bei diesen um um die Überwachung von Maschinen, um Anomalien festzustellen und vorausschauend Wartungen durchzuführen. In anderen Fällen stehen die Kontrolle der Lieferkette und die Optimierung des Produktionsablaufs im Fokus. Durch die Analyse von Daten, die an den beim Kunden eingesetzten Maschine anfallen, können Maschinenbauer die Effizienz des Einsatzes messen und ihren Kunden im Bedarfsfall eine Änderung der Maschinenparameter oder alternative Einsatzmöglichkeiten vorschlagen.

Der neue Mobilfunkstandard 5G gilt als entscheidender Enabler für den optimalen Einsatz solcher IoT-Plattformen in der Industrie. Die genannten Einsatzfälle erfordern eine Unzahl von Sensoren, die sich an Vor- und Endprodukten, an der Verpackung, in Lieferfahrzeugen, Lagerräumen und Produktionsmaschinen befinden. Die Sensoren messen zum Beispiel Vibrationen, Druck, Positionen oder Temperatur. Neben der gigantischen Zahl solcher „Connected Devices“ zählen Zuverlässigkeit, lange Batterie-Laufzeiten und kurze Antwortzeiten zu den wichtigsten Forderungen an den neuen 5G-Standard. Gleichzeitig soll 5G auch sehr hohe Datenverkehrsaufkommen bewältigen.

Um den steigenden Anforderungen des IoT gerecht zu werden, wurde bereits unter 4G die Standard-Erweiterung NarrowBand-IoT, kurz NB-IoT, eingeführt. NB-IoT kann auf einer Kanalbandbreite von nur 180 kHz bis zu 100.000 Teilnehmer verwalten. Hauptnachteil des NB-IoT sind jedoch die oft sehr hohen Latenzzeiten. Für das Auslesen von Stromzählern oder das Lokalisieren von Gegenständen mag das kein Problem darstellen. Anders sieht es aber beim autonomen Fahren oder in smarten Fabriken aus: In beiden Fällen zählt jede Millisekunde, weshalb Daten mit extrem geringen Latenzen übertragen werden müssen.

Genau das soll nun 5G bewerkstelligen und je nach Applikation Latenzen im Bereich einer Millisekunde ermöglichen. Dadurch könnten beispielsweise connected Cars, Roboter oder Produktionsmaschinen (fast) verzögerungsfrei reagieren. Weitere Anwendungen von 5G sind zum Beispiel intelligente Transportsysteme, Videostreaming in hoher Auflösung, Virtual und Augmented Reality, Wearables und Mobile Health.

Auch im Bereich Smart Farming wird 5G seine Vorteile ausspielen - und zwar in zweierlei Hinsicht: So melden Sensoren in großer Zahl - stationär oder beweglich, z.B. an mobilen Maschinen, Drohnen oder an Tieren, angebracht - dem Landwirt, wie es um die Gesundheit seiner Tiere steht, welcher Teil seiner Ackerfläche welchen Ertrag bringt oder wo Unkraut oder Schädlingsbefall die Ernte beeinträchtigen könnte. Hier kommt es auf die Langlebigkeit der Wireless-Sensoren an, auf niedrigen Energieverbrauch und geringe Kosten. Die Datenrate der einzelnen Sensoren ist klein, doch müssen Tausende von Vernetzungen geschaffen werden. Und das ist ein klare Aufgabe für 5G.

Geht es hingegen um das Einspielen umfangreicher Wetterdaten, die Vernetzung von landwirtschaftlichen Maschinen sowie die Steuerung führerloser Fahrzeuge, sind höchste Zuverlässigkeit, hohe Bandbreiten und geringe Latenz gefragt – ein ähnlicher Anwendungsfall für 5G wie beim autonomen Fahren oder der Vernetzung industrieller Maschinen.

Weitere Informationen zum 5G-Standard, seiner wirtschaftlichen Relevanz und Einsatzmöglichkeiten inklusive diverser Use Cases lesen Sie in der Studie "Erfolgsfaktor 5G" des Beratungsunternehmens Roland Berger und der Internet Economy Foundation (IE.F).

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