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Expertenbeitrag

Oliver Schonschek

Oliver Schonschek

IT-Fachjournalist, News Analyst und freier Lead News Analyst bei Insider Research

IoT-Plattformen der Software AG

Systemintegratoren für Branchenlösungen gesucht

| Autor/ Redakteur: Oliver Schonschek / Sarah Nollau

Damit aus IoT-Plattformen branchenspezifische Lösungen werden, müssen spezifische Schnittstellen bedient, spezielle Geräte integriert und Branchen-Apps entwickelt werden. Deshalb bieten Branchen-Plattformen wie ADAMOS vielfältige Möglichkeiten für Integratoren und IT-Beratungen.

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Für die Digitalisierung ist es wichtig, spezialisierte IoT-Plattformen für Branchen zu schaffen.
Für die Digitalisierung ist es wichtig, spezialisierte IoT-Plattformen für Branchen zu schaffen.
( Bild: Pixabay / CC0 )

Zu den Stärken von IoT-Plattformen gehört es bekanntlich, im Idealfall jede Art von Gerät über jede verfügbare Schnittstelle anbinden und beliebige Arten von Daten sammeln und analysieren zu können, um dann jede gewünschte Applikation mit den Daten und Analysen zu versorgen.

IoT-Plattformen: Vertikale Lösungen sind im Kommen

Auf den ersten Blick mag es überraschen, wenn nun IoT-Plattformen zu Plattformen werden, die sich explizit an einzelne Branchen richten. Tatsächlich aber liegt dies in der Natur des Internet of Things (IoT): Auch wenn man immer sagt, dass jedes Gerät mit jedem vernetzt werden kann, ist dies in der Praxis nicht sinnvoll und wird auch nicht so geschehen. Warum auch sollte eine Maschine aus dem Anlagenbau von Anbieter X mit der Kaffeemaschine von Anbieter Y sprechen wollen? Es mag konstruierte Fälle geben, wo so etwas stattfindet, doch brauchbar sind nur solche IoT-Szenarien, die einen echten Bedarf stillen.

Wirklicher Bedarf besteht an der Digitalisierung aller geschäftlichen Abläufe. Welche Geräte dazu eingebunden werden müssen, welche Schnittstellen unterstützt werden müssen und welche Apps benötigt werden, hängt zum Großteil von der Branche des jeweiligen Unternehmens ab. Aus diesem Grund sind Branchen-IoT-Plattformen ein guter und sinnvoller Weg, wie IoT-Plattformen zur Digitalisierung genutzt werden können.

Beispiel Maschinen- und Anlagenbau

Mit dem Joint Venture ADAMOS (ADAptive Manufacturing Open Solutions) ist eine neue vertikale IoT-Plattform an den Start getreten. Gegründet wurde ADAMOS von DMG MORI, Dürr, Software AG und ZEISS sowie ASM PT. Weitere Maschinenbauer sollen noch als Partner hinzukommen.

ADAMOS will speziell die Bedürfnisse des Maschinen- und Anlagenbaus und seiner Kunden in den Blick nehmen und Maschinenbauer in die Lage versetzen, ihren Kunden erprobte Lösungen für die digital vernetzte Produktion anzubieten. Davon profitieren Maschinenbauunternehmen sowie ihre Lieferanten und Kunden, aber auch Systemintegratoren und IT-Beratungshäuser, wie die Software AG im Rahmen des Innovation Days 2017 in Bonn erklärte.

Branchenwissen und IT-Expertise müssen kombiniert werden

Erfolgversprechende IoT-Lösungen müssen die Branchenanforderungen erfüllen: „Als Maschinenbauer kennen wir die Anforderungen unserer Kunden und wissen, worauf es ankommt“, so Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG, die zu den Teilhabern des Joint Venture ADAMOS gehört. Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender der ebenfalls beteiligten DMG MORI AG, ergänzte: „Bei der Digitalisierung muss der Maschinen- und Anlagenbau selbst Standards setzen und die Entwicklung vorantreiben.“

Auch wenn ADAMOS ein Beispiel für eine IoT-Plattform aus der Branche für die Branche ist, bleiben noch vielfältige Aufgaben für IT-Dienstleister und IT-Berater. Wie in den Vorträgen auf dem Innovation Day 2017 der Software AG deutlich wurde, kommt die Digitalisierung in Unternehmen auch deshalb nicht schnell genug voran, weil viele Jahre ein Outsourcing der IT betrieben wurde. Nun fehlen die IT-Fähigkeiten in vielen Unternehmen, wobei die IT in Zeiten der Digitalisierung zu den Kernkompetenzen gerechnet werden muss.

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Im Fall von ADAMOS stellt die Software AG nicht nur die Cumulocity IoT Plattform zur Verfügung, sondern unterstützt die Entwicklungsarbeiten auch mit 50 IT-Experten. Das IT-Team der Software AG arbeitet dabei eng mit den Branchenexperten der anderen Gesellschafter zusammen.

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