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Projekt „BBQ 4.0“

Studenten entwickeln smarten Grill

| Autor: Christoph Seyerlein

16 Studierende der Universität Bremen haben das Lehrprojekt „BBQ 4.0“ in die Praxis umgesetzt. Die eingebettete Intelligenz optimiert den Garprozess im umgebauten Grill.

Die Studierenden Inga Meyenborg und Lukas Niemeyer mit dem ersten Prototypen ihres intelligenten Grills.
Die Studierenden Inga Meyenborg und Lukas Niemeyer mit dem ersten Prototypen ihres intelligenten Grills.
( Foto: Sabine Nollmann )

„Erarbeitung der Grundlagen von Industrie 4.0 durch Entwicklung und Bau eines cyber-physischen Grills“ – so lautete die Zielsetzung des Lehrprojekts „BBQ 4.0“ für 16 Studierende der Universität Bremen. Herausgekommen ist ein smarter Smoker mit optimiertem Garprozess. Das Bremer Insititut für Produktion und Logistik (BIBA) hatte das Projekt initiiert und betreut.

Die angehenden Produktionstechniker, Wirtschafts- und Systemingenieure standen vor der Aufgabe, einen Grill Industrie-4.0-tauglich zu machen. Konkret heißt das: Das Grillen als Produktionsprozess zu betrachten und so weit wie möglich zu automatisieren. Dabei sollten die Studenten den gesamten Vorgang dezentral aus der Ferne steuern und überwachen.

Eine der Hauptschwierigkeiten bestand den Projekt-Teilnehmern zufolge darin, das Zusammenspiel von Sensoren und Aktoren (Antriebselemente) über einen sogenannten Mikrocontroller zu regeln. Diese Mini-Rechner bilden cyber-physische Systeme, die grundlegenden Industrie-4.0-Bausteine. Entsprechend programmiert, steuert der Mikrocontroller zum Beispiel abhängig von den Daten der Temperatursensoren im Garraum die Frischluftzufuhr der Brennstoffkammer per Lüftungsklappe.

Das Praxis-Lehrprojekt ist ein Pflicht-Modul im 5. Semester der Bachelor-Studiengänge Produktionstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Systems Engineering der Uni Bremen. Die Systems-Engineering-Studierenden arbeiten auch im 6. Semester noch weiter an diesen Lehrprojekten. Sie stehen vor der Aufgabe, den Grill weiter zu optimieren.

Optimierung im nächsten Semester

Ganz reibungslos arbeitet der smarte Smoker nämlich noch nicht. Die Ingenieure müssen beispielsweise noch bei der Fernsteuerung nachbessern, die Kommunikation zwischen Grill und Smartphone optimieren und die Regelung per Rechner überarbeiten. Einige Funktionen hat das smarte Gerät aber bereits drauf: So meldet der Smoker selbstständig, wenn ihm der Brennstoff ausgeht, die Temperaturen nicht passen oder die Speisen gar sind.

Der Etat für das Projekt lag bei 900 Euro. Die weitere Arbeit am smarten Smoker wird zudem der Grillhersteller Landmann unterstützen. Das Unternehmen stellt den Systems-Engineering-Studierenden für das nächste Semester einen neuen Smoker zur Verfügung. „Die Ideen der Studierenden haben uns überzeugt, und wir überlegen inzwischen, einige Ansätze davon aufzugreifen“, sagt Ronald Bosse, Leiter Produktmanagement bei Landmann.

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