Datenökonomie Start-up Cybus pilotiert „IDS-ready“-Prüfkriterien

Redakteur: Jürgen Schreier

Alles, was sich im Industrial IoT bewegt, beruht auf Produktionsdaten. Doch es hapert bei vielen Projekten an der einfachen und sicheren Datenverbindung zwischen Maschinen und Management. Die International Data Spaces Association (IDSA) und Cybus haben deshalb eine Kooperation zur kommenden „IDS-ready“-Prüfung gestartet.

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Prof. Dr. Boris Otto (links im Bild), Leiter Fraunhofer ISST und stellvertretender Vorsitzender der International Dataspaces Association, gratuliert Peter Sorowka (Bildmitte), CTO und Gründer der Cybus GmbH, zur erfolgreichen Pilotierung der „IDS-ready“-Prüfkriterien. Sascha Wessel (rechts im Bild), Fraunhofer AISEC, führte die Prüfung durch.
Prof. Dr. Boris Otto (links im Bild), Leiter Fraunhofer ISST und stellvertretender Vorsitzender der International Dataspaces Association, gratuliert Peter Sorowka (Bildmitte), CTO und Gründer der Cybus GmbH, zur erfolgreichen Pilotierung der „IDS-ready“-Prüfkriterien. Sascha Wessel (rechts im Bild), Fraunhofer AISEC, führte die Prüfung durch.
(Bild: Mirko Krenze)

Die International Data Spaces Association (IDSA), der Industrie-Player wie Sick, Siemens, ThyssenKrupp, Schaeffler angehören, präsentiert den ersten Kriterienkatalog zur Zertifizierung von IIoT-Lösungen. Als eines der ersten Unternehmen unterzog das Hamburger Start-up Cybus seine Connectware erfolgreich der Kriterienpilotierung durch die Arbeitsgruppe Certification der International Data Spaces Association (IDSA).

Lücke zwischen Produktion und Industrie-Apps in der Cloud geschlossen

Cybus hat eine Software zur sicheren Verbindung von Maschinen und Produktionsanlagen mit digitalen Geschäftsmodellen, wie Pay-per-Use oder Predictive Maintenance, entwickelt. Damit schließt Cybus die Lücke zwischen Produktion und Industrie-Apps in der Cloud. „Das ist wie Speed-Dating auf dem Shop Floor. Die Connectware sorgt für eine Verbindung zwischen IoT-Anwendung und beliebigem Maschinenprotokoll – von OPC UA, MQTT, Modbus bis hin zu proprietären Sprachen. Technisch halten wir damit die Komplexität aus der Umsetzung von IoT-Anwendungen für Unternehmen raus. Egal was man im Bereich Industrie 4.0 vorhat, das notwendige Übel ist immer, die richtigen Daten an die richtige Stelle zu bringen“, sagt Peter Sorowka, einer der drei Gründer von Cybus.

Der IDS erfüllt einen zentralen Auftrag seitens der Industrie. „Wir schaffen erstmals in Deutschland und Europa eine einheitliche Überprüfung und letztlich Zertifizierung für vertrauenswürdige IoT-Lösungen in der Industrie“, so Lars Nagel, Managing Director, International Data Spaces Association zum Vorhaben. „Gerade die fertigende Industrie in Deutschland hat durch die Digitalisierung ein empfindliches Problem zu lösen, wie sie mit den immer zahlreicheren Produktionsdaten umgehen soll. Hier geht es nicht nur um intelligente Anwendungen für Produktivitätssteigerungen, wie man oft hört. Mit der Frage: „Wem gehören die Daten und wer hat auf sie Zugriff?“ stehen und fallen ganze Geschäftsmodelle in der Industrie von morgen“, erklärt Lars Nagel.

Wie die erfolgreiche Pilotierung des Kriterienkatalogs zeigte, ist die Cybus Connectware auf bestem Wege, die finalen Kriterien der kommenden „IDS-ready“-Prüfung zu erfüllen. Im nächsten Schritt wird die IDSA-Arbeitsgruppe „Certification“, in denen – neben Fraunhofer – Unternehmen wie PwC, Deloitte und weitere Industrieunternehmen vertreten sind, das Zertifizierungsschema des IDS aufbauen und den offiziellen Zertifizierungsprozess für Teilnehmer und Komponenten des IDS beginnen. Der zugehörige DIN-Standard ist unter der Nummer DIN 27070 bereits in Arbeit und wird von Cybus aktiv mitgestaltet.

IDS Connector: Vertrauensinstanz im Industrial Internet of Things

Der IDS Connector ist die Vertrauensinstanz im Industrial Internet of Things. Basierend auf der IDS-Referenzarchitektur, die über die letzten Jahre in den Arbeitskreisen entwickelt wurde, bietet der IDS Connector eine definierte Stelle, an der Daten die Unternehmensgrenzen verlassen dürfen. Der IDS Connector ist in der Cybus Connectware bereits integriert und kann mit einem Klick nutzbar gemacht werden.

Wesentlicher Vorteil für Industrieanwender: Produktionsdaten werden in einer rundum abgesicherten Umgebung verarbeitet. Die Connectware kümmert sich um die zuverlässige Datenerhebung direkt aus den Maschinensteuerungen, und durch das vorintegrierte Rechte-Management werden nur Daten für Services und Anwendungen zugänglich gemacht, denen explizit eine Zugriffsberechtigung erteilt wurde. Das funktioniert ohne Programmier- oder Konfigurationsaufwand für einzelne Maschinen oder IT-Anwendungen. Interessanter Nebeneffekt: Die Cybus Connectware und der IDS Connector bilden die gesamten Anforderungen für eine DSGVO-Konformität ab, inklusive Logging und Rechte-Management.

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