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Lieferdrohnen "Stahlbiene" gewinnt Innovationspreis Reallabore

| Redakteur: Jürgen Schreier

Das gemeinsame Projekt delivAIRy von doks. innovation GmbH und thyssenkrupp Steel Europe AG gewinnt den Innovationspreis Reallabore des Bundeswirtschaftsministeriums in der Kategorie "Einblicke". Die Lieferdrohne - auch Stahlbiene genannt - transportiert Proben über das Werksgelände in Duisburg zur Weiterverarbeitung ins Labor.

Stahl digital: Die Lieferdrohne delivAIRy liefert Proben über das thyssenkrupp-Werksgelände in Duisburg zur Weiterverarbeitung ins Labor.
Stahl digital: Die Lieferdrohne delivAIRy liefert Proben über das thyssenkrupp-Werksgelände in Duisburg zur Weiterverarbeitung ins Labor.
(Bild: Thyssenkrupp)

Bei thyssenkrupp wird sie liebevoll „die Stahlbiene“ genannt: die Liefer-Drohne delivAIRy. Regelmäßig macht sie sich auf den Weg und liefert Proben über das Werksgelände in Duisburg zur Weiterverarbeitung ins Labor. Sie ist Teil des gemeinsamen Projektes des Kasseler Start-Ups doks. innovation GmbH und Deutschlands größtem Stahlhersteller thyssenkrupp Steel zur Erprobung von drohnengestützten Lieferprozessen auf dem Werksgelände.

Für das derzeit noch laufende Projekt wurden die beiden Partner nun mit dem Innovationspreis Reallabore des Bundeswirtschaftsministeriums ausgezeichnet. „thyssenkrupp bietet einen Anwendungsfall fern ab von last-mile-delivery, der bereits heute umsetzbar ist“, weiß Benjamin Federmann, Gründer und Geschäftsführer von doks.innovation GmbH, „durch die gute Zusammenarbeit mit thyssenkrupp und den lokalen Behörden können wir zukunftsweisende Technologien bereits heute unter realen Bedingungen erproben und etablieren“.

Sichtbares Beispiel für Digitalisierung im Industrie-Alltag

„Die Transportdrohne, die zuverlässig und automatisiert über unser Werkgelände fliegt, ist ein konkretes und sichtbares Beispiel für Digitalisierung im Industrie-Alltag. Dieses Projekt macht den Transport nicht nur modern und digital, sondern auch nachhaltig, effizienter und sicherer“, erläutert Bernhard Osburg, Sprecher des Vorstands der thyssenkrupp Steel Europe AG.

„Wenn sich der automatisierte Flugroboter jetzt beim Laborprobentransport bewährt, könnte er in Zukunft auch in anderen Bereichen der internen Logistik zum Einsatz kommen“, sagt Projektleiter Dr. Thomas Lostak, Teamleiter im Innovationsbereich von thyssenkrupp Steel. „Die Drohne lässt sich individuell per App anfordern. Die Auslieferung zeitkritischer Sendungen auf unserem Duisburger Werksgelände können wir damit voll automatisieren und digitalisieren“, so Lostak weiter. Außerdem komme das Projekt sehr gut bei den Kolleginnen und Kollegen an. Die abstrakte Thematik der Digitalisierung werde durch den Drohneneinsatz eindrucksvoll greifbar. Das liefere frischen Rückenwind für weitere Digitalisierungsprojekte.

Mit der Drohne, die per App angefordert werden kann, lässt sich die Auslieferung zeitkritischer Sendungen dem Duisburger Werksgelände von thyssenkrupp voll automatisieren und digitalisieren.
Mit der Drohne, die per App angefordert werden kann, lässt sich die Auslieferung zeitkritischer Sendungen dem Duisburger Werksgelände von thyssenkrupp voll automatisieren und digitalisieren.
(Bild: Thyssenkrupp)

Im Reallabor in Duisburg erproben doks. innovation und thyssenkrupp, was im Allgemeinen als die Zukunft gilt: Die Drohne liefert automatisiert (ohne das Zutun eines Piloten) Proben über das gesamte Werksgelände und überfliegt hierbei unter anderem Bundesstraßen und Bahnschienen. Sobald die Transportbox mit einem patentierten Greifmechanismus an der Drohne befestigt ist, kann sie per Knopfdruck an ihren Zielort geschickt werden.

Schnell und umweltfreundlich: Drohne ersetzt Autotransport

Im Gegensatz zu dem normalerweise eingesetzten Auto, benötigt die Drohne nur zehn Minuten bis zu ihrem Zielort und spart so nicht nur Zeit, sondern schont auch die Umwelt. Außerdem verfügt die Drohne über modernste Sicherheitsstandards und kann im Notfall einen speziell ausgewiesenen Notlandplatz anfliegen.

doks. innovation GmbH Das Start-Up doks. innovation wurde 2017 im Umfeld des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund gegründet. Seit 2018 am Hauptsitz in Kassel tätig, entwickelt das Unternehmen Lösungen zur automatisierten Datenerfassung und -verarbeitung in der Logistik. Hierzu werden innovative Trägertechnologien, beispielsweise Drohnen, hochsensible Sensoren und intelligente Software mit Machine Learning-Algorithmen zu einem leistungsstarken Ökosystem für effiziente Logistikabläufe kombiniert.

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