Connectivity SPS IPC Drives 2017: 5G muss industriefähig werden

Redakteur: Jürgen Schreier

„Die Industrie-Anforderungen müssen wir jetzt in die 5G-Standardisierung einbringen“. das erklärte Roland Bent, Vorstandsmitglied im ZVEI-Fachverband Automation und Geschäftsführer bei Phoenix Contact im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Fachmesse SPS IPC Drives 2017 in Nürnberg.

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Roland Bent, Vorstandsmitglied im ZVEI-Fachverband Automation (Mitte): „Durch 5G-Technologie wird es möglich, in Fabriken komplett neue Systemansätze und Lösungen einzuführen. Deshalb muss sich die Industrie schon heute intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.“
Roland Bent, Vorstandsmitglied im ZVEI-Fachverband Automation (Mitte): „Durch 5G-Technologie wird es möglich, in Fabriken komplett neue Systemansätze und Lösungen einzuführen. Deshalb muss sich die Industrie schon heute intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.“
(Bild: Schreier)

5G-ACIA bringt Industrieinteressen in den Standardisierungsprozess ein

Die Technologie sei nicht nur der Standard für die fünfte Mobilfunkgeneration, sondern beschleunige auch die Entwicklung in Richtung Industrie 4.0, ist Bent überzeugt: „Durch 5G-Technologie wird es möglich, in Fabriken komplett neue Systemansätze und Lösungen einzuführen. Deshalb muss sich die Industrie schon heute intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.“. Im ZVEI wurde dafür Anfang 2017 die „Task Force 5G“ gegründet, die aktuell zur „5G Alliance for Connected Industries and Automation (5G-ACIA)“ erweitert wird. Mit 5G-ACIA, zu deren Gründungsmitgliedern ABB, Beckhoff, Bosch, Bosch Rexroth, Endress + Hauser, Festo, Hirschmann, Pepperl + Fuchs, Phoenix Contact, Siemens und Yokogawa gehören, bringt der Verband die Interessen der Industrie in den Standardisierungsprozess ein, um 5G industriefähig zu gestalten.

„Der ZVEI ist auch im Jahr 2017 einer der zentralen Akteure bei Industrie 4.0 in Deutschland“, so Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation. Damit Industrie 4.0 funktionieren könne, brauche es eine für industrielle Anwendungen geeignete Infrastruktur. „Die Innovationen rund um Industrie 4.0 befeuern das Wachstum der deutschen Automationsbranche“, sagt Bent. „Mit Industrie 4.0 haben wir eine Marke geschaffen, die mittlerweile überall auf der Welt verstanden wird. Jetzt füllen wir die Marke Stück um Stück mit weiteren Leistungen auf. Wir sind fest überzeugt: Auch das Jahr 2018 wird ein gutes Jahr für die deutsche Automationsbranche, mit Wachstumsraten im oberen einstelligen Bereich.“

ZVEI-Angaben zufolge ist die Produktion der deutschen Automatisierungsindustrie von Januar bis Juni 2017 um rund 6,5 % gestiegen. Der Umsatz legte im Zeitraum Januar bis September 2017 um 7,2 % zu und erreichte knapp 40 Mrd., Euro. Die Ausfuhren im Bereich Automation erhöhten sich um 5,6 % auf 29,3 Mrd. Euro.

"Hack the Factory" rückt Cybersicherheit in den Fokus

Der ZVEI ist in diesem Jahr mit einem neuen Standort für Hauptstand und ZVEI-Forum in Halle 3A auf der SPS IPC Drives 2017 vertreten. Der Verband präsentiert aktuelle Trends und Themen rund um die Digitalisierung in der industriellen Automation. Das Forum „Automation meets IT“, auf man sich über Neues rund um Industrie 4.0 und den Kommunikationsstandard 5G in Vorträgen und Podiumsdiskussionen informieren kann, befindet sich in Halle 6.

Während der Messe findet außerdem das Newsgame „Hack the Factory“ statt, mit dem der ZVEI die industrielle Cybersicherheit in den Fokus rücken möchte. Spieler von „Hack the Factory“ schlüpfen in die Rolle des Hackers und versuchen, in das IT-System einer Fabrik einzudringen.Die Spieler von „Hack the Factory“ schlüpfen dabei in die Rolle des Hackers – zum Beispiel als sogenanntes „Skriptkiddie“ oder als staatlicher Angreifer – und versuchen, in das IT-System einer Fabrik einzudringen. Welche Angriffsmethoden gibt es? Wo kann ich meine Attacke ansetzen? Und wie häufig sind Cyberangriffe auf Unternehmen? Nur wer diese Fragen richtig beantwortet, erreicht sein Ziel.

„Die Bedrohungslage ändert sich. Denn die Angriffe auf Industrieunternehmen werden immer professioneller“, weiß Lukas Linke, Cybersicherheits-Experte im ZVEI. „Erste Lageberichte der Branche zeigen, dass nahezu jedes Unternehmen mit kleineren und mittleren Angriffen konfrontiert ist. Drei von zehn Unternehmen müssen regelmäßig schwere Vorfälle bewältigen – hinzukommen die Fälle, die wir nicht kennen.“

Umfrage zur Sicherheitslage der Nation

Das betreffe nicht nur das industrielle Umfeld – auch in der Medizintechnik, intelligenten Energienetzen oder im Smart Home nehme die Bedrohung zu. Es sei daher von großer Bedeutung, die Aufmerksamkeit auf die Gefahrenlage zu lenken. Newsgames seien dafür ein neuer Ansatz, so der Verband. Mit „Hack the Factory“ soll das wichtige Wissen spielerisch vermittelt werden.

„Unser Ziel ist es, Cybersicherheit als festen Wert – ebenso wie Umweltschutz und Compliance – in den Unternehmen zu etablieren“, so Linke. Dafür führt der ZVEI zurzeit gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Umfrage zum Sicherheitslagebild in der deutschen Elektroindustrie durch. Sie wird zeigen, wie die Elektroindustrie in puncto Cybersicherheit aufgestellt ist, Unternehmen können so ihre eigene Aufstellung und Risikolage im Branchenvergleich besser einschätzen. Aber auch die Politik sei gefragt. Linke: „Cybersicherheit muss zu den Schwerpunkten der zukünftigen Regierung gehören. Denn nur, wenn Cybersicherheit gewährleistet ist, lassen sich die Chancen des digitalen Wandels nutzen.“

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Gespielt werden kann „Hack the Factory“ am ZVEI-Stand in Halle 3A (Stand 439) sowie unter www.hackthefactory.de.

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