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Mensch oder Maschine? Spannende Einblicke in die digitale Arbeitswelt

| Redakteur: Jürgen Schreier

Eine Tagung der IHK Pfalz und des Software-Unternehmens Fasihi GmbH in Ludwigshafen vermittelte Eindrücke von der digitalen Arbeitswelt . Im Mittelpunkt: unterstützende IT-Plattformen, Assistenzsysteme, Geoinformationssysteme und Datenbrillen.

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Mithilfe einer Datenbrille wurde demonstriert, wie ein Produktionsmitarbeiter eine Maschine bedienen und dabei gleichzeitig beide Hände benutzen kann. Die für ihn notwendigen Daten werden ihm per App direkt auf die Brille übertragen.
Mithilfe einer Datenbrille wurde demonstriert, wie ein Produktionsmitarbeiter eine Maschine bedienen und dabei gleichzeitig beide Hände benutzen kann. Die für ihn notwendigen Daten werden ihm per App direkt auf die Brille übertragen.
(Bild: Fasihi)

Wie werden wir in der digitalen Welt arbeiten? Antworten auf diese Frage versuchte eine Tagung der IHK Pfalz in Ludwigshafen zu geben. Neben diversen Vorträgen erwartete die Teilnehmer auch reichlich "Anschauungsmaterial" und die Möglichkeit, das eine oder andere auszuprobieren.

Rolf Lutzer, Leiter Projektmanagement des Mitveranstalters Fasihi GmbH, zeigte in seinem Vortrag auf, wie IT-Plattformen mit digitalen Arbeitsplätzen den Weg in das Industrie-4.0-Zeitalter ebnen können. Der Mensch als Arbeiter benötige in Zukunft mehr denn je Plattformen, die ihn in seiner Arbeit unterstützen. Da man nicht auf die nächste Generation der Mitarbeiter warten könne, müsse an diese Plattformen schon heute ein hohes Maß an Usability gestellt werden, damit die Produktionsmitarbeiter diese Unterstützung schon heute nutzen können.

Der digitale Arbeitsplatz als Softwaremodul

"Der Mensch als Arbeiter bleibt bei aller Automatisierung auch in Zukunft unersetzbar. Er benötige im Hinblick auf Veränderungen zielgerichtete Aus- und Weiterbildungen. Die Zukunft wird ein lebenslanges Lernen im Job unverzichtbar machen - umso mehr sind hier zielgerichtete Konzepte notwendig", so Lutzer. Das Management in den Unternehmen habe die Aufgabe, die Mitarbeiter behutsam an diesen Veränderungsprozess heranzuführen.

Mit WEB inFACTORY haben laut Lutzer Industriebetriebe die Organisation der Mitarbeiter-Unterweisung, die Arbeitsplanung im Schichtbetrieb und den Umgang mit Gefahrstoffen im Griff. Der digitale Arbeitsplatz myEHS ermöglicht den ersten Schritt in Richtung Industrie 4.0.Über diese Fasihi-Software konnten sich die Besucher im Gespräch mit unseren Mitarbeitern ausführlich informieren.

Auf starkes Interesse stieß das Forschungsprojekt für Assistenzsysteme. Zur Demonstration hatte das Fraunhofer-Institut IFF eine Anlage aufgebaut. Dr.-Ing. Simon Adler vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -Automatisierung (IFF) stellte das gemeinsame Industrie-4.0-Projekt mit der Fasihi GmbH und weiteren Partnern zur Entwicklung eines Assistenzsystems für die Prozessindustrie vor. Dieses ist vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, Fasihi übernimmt die inhaltliche Rolle eines Partners für Forschung und Entwicklung (F&E).

Außeneinsätze mit Geoinformationssystemen steuern

Dr. Scott Olech, Projektmanager der Fasihi GmbH, präsentierte den Besuchern eine Software für Geoinformationssysteme (GIS) zur Optimierung von Außendiensteinsätzen und Wartungsarbeiten des amerikanischen Partnerunternehmens Spatial Wave. Mit dieser Software werden positionsbezogene Daten bzw. Arbeitsaufträge auf digitalen Landkarten erfasst, bearbeitet, organisiert, visualisiert und analysiert.

Olech erläuterte die Funktionsweise anhand von SANSTAR - einem Software-Paket von Spatial Wave aus verschiedenen Cloud-Lösungen, mit dem die komplette Sperrmüllabfuhr der amerikanischen Millionenstadt Los Angeles organisiert wird. Mit dieser intelligenten Lösung beantwortet die Stadtreinigung von Los Angeles täglich 4000 Anfragen und steuert den Einsatz von über 200 Müllfahrzeugen.

Noch Handlungsbedarf: Digitalisierung in Marketing und Vertrieb

Dr. Klaus Heinzelbecker vom Institut für Sales und Marketing Automation erläuterte den Besuchern, dass das Thema Industrie 4.0/Digitalisierung nicht nur in der Produktion, sondern auch in Marketing und Vertrieb ein immer wichtigeres Thema werde. Viele Unternehmen verfügten allerdings noch nicht über eine umfassende Digitalisierungsstrategie, die auch den Bereich Marketing und Vertrieb einschließe. Vorhandene CRM-Systeme seien zwar weit verbreitet - ihr aktueller Stand entspreche jedoch in vielen Fällen nicht den Anforderungen einer digitalen Wirtschaft.

"Marketing und Sales Automation sind zentrale Elemente, mit denen die Potentiale von Industrie 4.0 ausgeschöpft werden können. Sie sollten deshalb in keiner umfassenden Digitalisierungsstrategie fehlen", so Heinzelbecker.

Live-Demo: Werkerführung mit der Datenbrille

Bei einer Live-Demo der Mobile-App-Entwickler der Fasihi GmbH konnten die Besucher einen Blick auf den digitalen Arbeitsplatz der Zukunft auf dem Shopfloor werfen. Gezeigt wurde, wie ein Produktionsmitarbeiter, ausgestattet mit einer Datenbrille, eine Maschine bedienen und dabei gleichzeitig beide Hände benutzen kann. Die für ihn notwendigen Daten werden ihm durch eine App direkt auf die Brille übertragen.

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