Fehler schneller beheben Softwarelösung soll Effizienz von Photovoltaikanlagen steigern

Redakteur: Sandro Kipar

Störungen in Photovoltaikanlagen sind aktuell noch schwer zu lokalisieren. Ein Forscherteam am Campus Minden der FH Bielefeld will mithilfe einer Softwarelösung Abhilfe verschaffen.

Grit Behrens (links) und Felix Meyer messen Kennlinien an der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes D auf dem Campus Minden der FH Bielefeld.
Grit Behrens (links) und Felix Meyer messen Kennlinien an der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes D auf dem Campus Minden der FH Bielefeld.
(Bild: Fachhochschule Bielefeld)

Mit einem technischen Fehler sinkt der wirtschaftliche Nutzen einer Photovoltaikanlage. Wie die FH Bielefeld mitteilt, will ein Forscherteam die Lokalisierung des Defekts deutlich leichter machen. Eine Software soll professionelle Anlagenbetreuer bei ihrer Arbeit unterstützen. „Wir wollen Photovoltaik-Experten ein Instrument bieten, mit dem sie herstellerunabhängig checken können, ob die Module reibungslos arbeiten oder ob eine Störung vorliegt. Das kann beispielsweise Verschattung oder defekte Kabel, Stecker oder Dioden sein“, erklärt Felix Meyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Campus Minden.

Das Forscherteam arbeitet an dem Prototypen einer Softwareapplikation, die unter anderem eine Datenbank umfasst. Darin hinterlegt sind die Daten von einwandfreien und fehlerhaften PV-Modulen verschiedener Hersteller, darunter die sogenannte Kennlinie. Mit ihr werde die Leistung über den Tag angezeigt, so das Forscherteam.

Algorithmus sucht nach Mustern

Fachleute können die Kennlinie direkt vor Ort am einzelnen Modul messen, oder an einem sogenannten Strang, der fünf bis 20 Module umfasst. Liegt eine Messung vor, könne der Anlagenbetreuer sie mit der Datenbank des Prototyps abgleichen und so mögliche Fehler innerhalb eines Strangs besser erkennen. Unterstützt werde dieser Abgleich von maschinellem Lernen. Ein Algorithmus soll in den Daten typische Muster für fehlerhafte und fehlerfreie PV-Module erkennen. Die Software soll zudem die Möglichkeit für eine Leistungsprognose der PV-Module auf der Grundlage von Dunkelkennlinien bieten. Diese werden nachts gemessen. Der Algorithmus soll anhand dieser Linien auf das Verhalten des Moduls bei Tageslicht schließen können.

Wann und ob der Prototyp in Serie gehen wird, ist noch unklar. Das Forschungsteam betont, dass es sich zunächst um eine Machbarkeitsstudie handelt.

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