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Transportsicherheit Software zur Qualitätssicherung von Pharmaprodukten

Autor / Redakteur: Claudia Staat* / Sebastian Human

Pharmaprodukte, wie beispielsweise ein Impfstoff gegen Covid-19, sind sensible Fracht und stellen besondere Anforderungen an die Lieferkette. Die Umsetzung soll durch eine Software erleichtert werden.

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Der Transport von Pharmaprodukten soll softwarebasiert abgesichert werden.
Der Transport von Pharmaprodukten soll softwarebasiert abgesichert werden.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Die Qualitätssicherung in der Logistik von Pharmaprodukten ist lebenswichtig. Durch die zunehmende Globalisierung von Produktion und Vertrieb und der verschärften Rechtslage werden die Beteiligten, wie Produzenten und Großhändler, vor große Herausforderungen gestellt. Das offenbart den Bedarf nach einem webbasierten IT-Tool, das die Pharma Supply Chain (Lieferkette von der Produktion bis zum Endkunden) unter den Aspekten erhöhter Sicherheit, Wachstum und Umsatzsteigerung abbildet und planbar macht.

Die Lösung durch eine Software

An diesem Problem setzte die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) im Rahmen des Forschungsprojekts Pharma Supply Chain Risk Management an.

Die webbasierte Software Mytigate soll helfen, die komplette Lieferkette risikobasiert für alle drei Transportmodi Straßen-, See- und Lufttransport zu managen und so mit den aktuellen digitalen Möglichkeiten den Transport von Medizinprodukten für Versender und Endkunden transparenter und sicherer zu machen.

„Die einzige Chance, diesen wachsenden Herausforderungen an eine zukünftig sichere, vorausschauend risikobasiert planbare und nachverfolgbare Pharma Supply Chain erfolgreich zu begegnen, war die branchen- und wettbewerbsübergreifende Zusammenarbeit zur Digitalisierung der Lieferkette“, erklärt Luftfahrtexpertin Prof. Dr. Yvonne Ziegler von der Frankfurt UAS. „Diese haben wir auf den Weg gebracht und bringen mit der marktreifen Entwicklung der IT-Plattform Mytigate die Digitalisierung der Pharma Supply Chain entscheidend voran“.

Die Funktionalität von Mytigate

Mytigate wurde als SaaS-Dienstleistung (Software as a Service) konzipiert und ermöglicht einen Einblick in die Qualifikationen und Kompetenzen der Transportdienstleister entlang der Pharma Supply Chain. Durch die Verknüpfung mit einem Risikomodell, ist es möglich, den Versendern die Schwachpunkte entlang der Lieferkette in Bezug auf ihre eigenen Produktbedürfnisse und Firmenstandards aufzuzeigen. So kann individuell der sicherste Dienstleister und die bestmögliche Transportstrecke mit digitaler Selbstauskunft der Lieferanten ermittelt werden.

„Mytigate unterstützt Pharmaunternehmen somit dabei, regulatorische Anforderungen auf globaler Ebene zu erfüllen. Laut der European Good Distribution Practice (EU GDP) von 2013 soll die Auswahl der Transportdienstleister risikobasiert erfolgen“, erläutert Yvonne Ziegler.

Großer Erfolg

„Wegen der Vertiefung des Detailwissens in der Pharmalogistik und im Pharmarisikomanagement und nicht zuletzt wegen der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und den Branchenwettbewerbern aus der Praxis“ sieht Ziegler das Projekt auch aus wissenschaftlicher Sicht als großen Erfolg.

„Wir haben alle Ziele erreicht. Die Frankfurt UAS konnte sich mit dem Forschungsprojekt ein in der Branche hoch geschätztes Detailwissen insbesondere auch zum Einsatz neuer Technologien in der Supply Chain aneignen und unter Beweis stellen.“

Hintergrund des Projektes

Für die Entwicklung von Mytigate arbeiten seit den vergangen zwei Jahren die Hochschulen Rhein Main und Fulda sowie die Unternehmen Bayer AG, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, der GEFCO Forwarding Germany GmbH und Cyntegrity Germany GmbH mit der Frankfurt UAS zusammen.
Außerdem wurde das Team vom Beirat, den Vertreter/-innen unter anderem der International Air Transport Association (IATA), des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), des Regierungspräsidiums Darmstadt als Regulierungsbehörde, der AirCargo Community Frankfurt e.V. und weiterer Unternehmen aus der Pharmaindustrie (Roche Diagnostics GmbH, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Merck, r-biopharm AG) sowie der Logistikdienstleistung (DB Schenker Deutschland AG) und der Luftfracht (AirBridgeCargo Airlines, Flughafen Düsseldorf Cargo GmbH, Lufthansa Cargo AG) beraten.
Insgesamt betrugen die Kosten für das Projekt rund eine Million Euro, die zur Hälfte von den Projektpartnern und zur Hälfte vom Land Hessen aus Mitteln der Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz getragen wurden.

* Claudia Staat arbeitet im Bereich Kommunikation und Veranstaltungsmanagement der Frankfurt University of Applied Sciences.

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