Digitalisierung So werden Daten teamübergreifend verfügbar

Autor / Redakteur: Neil Ballinger* / Sariana Kunze

Trotz der fortschreitende Digitalisierung ist in vielen Fertigungsunternehmen ein begrenzter Datenzugang noch immer der Regelfall. Warum Datensilos ein Hemmschuh sein können und wie sie sich beseitigen lassen.

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Datensilos führen bei Unternehmen im Laufe der Zeit zu einem allgemeinen Mangel an Transparenz und Effizienz.
Datensilos führen bei Unternehmen im Laufe der Zeit zu einem allgemeinen Mangel an Transparenz und Effizienz.
(Bild: ©fotomek - stock.adobe.com)

Datensilos entstehen, wenn wertvolle Informationen aus Rohdaten nur für eine einzige Abteilung zugänglich sind. Sie stehen dem Rest nicht zur Verfügung und werden somit nicht auf Unternehmensebene geteilt. Leitenden Führungskräften wird durch diese Datensilos ein vollständiger Einblick in den Werksbetrieb verwehrt. Das führt im Laufe der Zeit zu einem allgemeinen Mangel an Transparenz und Effizienz im Unternehmen.

Begrenzter Datenzugang immer noch Regelfall

Leider sind Datensilos keine Ausnahme, sondern der Regelfall. In gewisser Weise können sie sogar auch vorteilhaft sein: Durch den begrenzten Datenzugang können sich die jeweiligen Abteilungen auf die für sie relevanten Daten konzentrieren. Die Teams können sich somit nicht in Informationen verlieren, die für ihre Aufgaben nicht von Bedeutung sind. Wenn Datensilos allerdings zur Norm werden und die Zusammenarbeit von Abteilungen verhindern, zum Beispiel wenn diese an gemeinsamen Problemen arbeiten könnten, können sie die Entscheidungsfindung beeinträchtigen und Prozesse verlangsamen.

Ein Beispiel: Wenn der richtige Zeitpunkt für eine Investition in neue Ausrüstung identifiziert werden soll, haben Werksleiter Zugang zu Daten über die zu erwartende Lebensdauer der fraglichen Maschinen und zum Obsoleszenzrisiko der zugehörigen Komponenten. Allerdings fehlt möglicherweise der Zugang zu Daten, die für die prädiktive Instandhaltung genutzt werden. Diese Maßnahme ist jedoch in der Lage, die Lebensdauer von Maschinen erheblich zu verlängern. Ebenso fehlen unter Umständen Informationen über Erfüllungsfristen von Aufträgen sowie das Wissen über Zeiträume, in denen Ausrüstungskomponenten hohen Belastungen ausgesetzt sind. Da sie längere Zeit unter Volllast arbeiten, wirkt sich dies letztlich auf ihre Funktionalität aus.

Wenn Datenbestände nicht miteinander kommunizieren

Datensilos entstehen, wenn verschiedene Datenbestände nicht miteinander kommunizieren können. Wenn ein Unternehmen beispielsweise zur Datensammlung bevorzugt Stift und Papier verwendet – oder auch die gute, alte Excel-Tabelle – ist es unwahrscheinlich, dass die Übertragung von Daten von einer Abteilung zur anderen reibungslos und effizient verläuft. Selbst wenn zur Datensammlung und -analyse spezielle Software zum Einsatz kommt, kann es vorkommen, dass verschiedene Teams unterschiedliche Plattformen nutzen. Das macht die Weitergabe von Informationen schwierig.

Auch die Wachstumsgeschwindigkeit von Unternehmen kann Datensilos begünstigen. In großen Unternehmen können mehrere Schritte erforderlich sein, um Zugang zu den benötigten Daten zu erhalten. Bis die Daten dann verfügbar sind, können sie bereits nicht mehr aktuell sein oder gar nicht mehr benötigt werden.

Datenintegration ist die Lösung

Es mag für Werksleiter verlockend erscheinen, als Lösung im Kontext von Datensilos einfach sämtliche in den verschiedenen Datenbanken vorhandenen Informationen zu exportieren und unternehmensintern zu teilen. Da Daten jedoch nicht statisch sind, müssten die Mitarbeiter bei einer solchen Vorgehensweise die Datenbanken mehrmals täglich herunterladen und teilen, was sehr zeitaufwändig und unproduktiv wäre.

Die tatsächliche Lösung liegt in der Datenintegration. Daten werden meist mithilfe verschiedener Instrumente gesammelt und gespeichert. Daher ist die Integration dieser Instrumente mittels einer cloudbasierten Lösung eine zielführende Option. Unternehmen können auch in Betracht ziehen, ihre Anwendungen für Enterprise Resource Planning (ERP), Manufacturing Execution-Systeme (MES) und ihre zentralen Automatisierungssysteme zu einer Smart-Factory-Analytikplattform zu vernetzen, um einen zentralen Zugang zu unterschiedlichen Datenströmen zu schaffen.

Mit geteilten Informationen Transparenz fördern

Fazit: Es ist zwar wichtig, über eine geeignete Technologie zu verfügen, jedoch ist die Förderung und Pflege einer kooperativen Unternehmenskultur von ebenso zentraler Bedeutung. Werksleiter sollten sich bemühen, Geschäftspraktiken zu etablieren, die Mitarbeiter dazu ermutigen und motivieren, Informationen teamübergreifend zu teilen.

Unternehmen, die Datensilos ein für alle Mal aus der Welt schaffen, profitieren von verfügbaren, wertvollen Informationen für die Entscheidungsfindung und fördern darüber hinaus auf lange Sicht die Unternehmenstransparenz.

* Neil Ballinger, Leiter der EMEA-Region bei EU Automation

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