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Expertenbeitrag

Mag. Michael Breidenbrücker

Mag. Michael Breidenbrücker

CEO, Senseforce GmbH

Trend-Dossier 2020 So profitiert der industrielle Mittelstand 2020 vom Industrial Internet of Things

| Autor / Redakteur: Michael Breidenbrücker / Sebastian Human

Das Industrial Internet of Things ist den Kinderschuhen entwachsen und erweckt nun das Interesse des industriellen Mittelstands. Doch noch gibt es Hindernisse, die es zu überwinden gilt, damit die Technologie für die Branche nutzbar wird.

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Die Zeit ist reif, IIoT-Technologien so nutzbar zu machen, dass Maschinen und Anlagen einfach vernetzt und mit digitalen Services ergänzt werden können.
Die Zeit ist reif, IIoT-Technologien so nutzbar zu machen, dass Maschinen und Anlagen einfach vernetzt und mit digitalen Services ergänzt werden können.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Das Jahr 2019 war kein einfaches für den industriellen Mittelstand in Deutschland. Das Wirtschaftswachstum hat sich eingetrübt und auch die Prognose für 2020 ist laut VDMA nicht besonders positiv: Aktuell rechnet der Verband mit einem Minus von rund zwei Prozent. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau, aber auch auf Kundenseite gibt es Überlegungen, Investitionen vorerst zurückzuhalten. Das ist jedoch ein elementarer Fehler.

Die Industrie und vor allem der Mittelstand müssen jetzt dringend aktiv werden, um nicht abgehängt zu werden. 5G, smarte Sensoren sowie die Edge-Technologie stehen bereit und ermöglichen heute das Sammeln und Auswerten von Daten - in nie dagewesenem Umfang.

Es ist an der Zeit, diese Technologien nutzbar zu machen, um so Maschinen und Anlagen zu vernetzen und mit digitalen Services zu ergänzen. Es wäre fatal das Industrial Internet of Things (IIoT) als bloßes Buzzword abzutun, denn die Technologie ist weit über erste Pilotprojekte hinaus. Und das Konzept dahinter ist so einfach wie genial: Durch die digitale Vernetzung von Maschinen sowie Anlagen und der Aggregation der Daten auf einer Plattform erhalten Unternehmen nicht nur einen Überblick über die weltweit im Einsatz befindlichen Produkte, sondern können diese auch zentral verwalten. Von der vorausschauenden Wartung über die Optimierung der Produktionsauslastung bis hin zu Erkenntnissen für den Vertrieb oder den Kundenservice lassen sich so unzählige Einsparungen erzielen.

Der Mittelstand macht seine Ansprüche geltend

Um das Potential des IIoT 2020 Wirklichkeit werden zu lassen, wird der Mittelstand jedoch Unterstützung brauchen. Kaum ein Unternehmen im Maschinen- oder Anlagenbau hat die erforderlichen internen Ressourcen, um eine entsprechende Lösung komplett selbst zu entwickeln. Der Trend des Buy&Create, also der Einkauf einer Lösung und die anschließende Modifikation entsprechend der Bedürfnisse, wird sich somit auch 2020 fortsetzen.

Allerdings haben viele Unternehmen bereits erste Erfahrungen mit großen Softwareanbietern und Beratungshäusern gemacht und werden sich allmählich einer fundamentalen Einsicht bewusst: Der Mittelstand benötigt Schnelligkeit und Flexibilität - etwas das er von den großen Playern im Markt nicht geliefert bekommt. Viele Unternehmen berichten von massiven Projektverzögerungen, Implementierungszyklen von gut und gerne zwölf Monaten sowie von horrenden Folgekosten in Form von Serviceverträgen. Diese sind nötig, weil oft nur eine starre Basisinfrastruktur zur Verfügung gestellt wird, die dann aufwendig angepasst werden muss.

Die Erkenntnis aus dieser Karenzzeit: Lösungen, die für große Corporates mit entsprechenden Entwicklerteams gedacht sind, funktionieren nicht für den Mittelstand – welch eine Überraschung. In der Konsequenz werden Mittelständler ihre Bedürfnisse jedoch strikter formulieren und den Druck, den ihnen der Markt beschert, in ihren Anforderungen an Dienstleister artikulieren.

Low-Code wird zum Standard

Der Markt für IoT-Lösungen ist 2020 auch weiterhin sehr unübersichtlich. Doch mit den Erfahrungen, die Unternehmen im Zuge der ersten Pilotprojekte gemacht haben, wird deutlich, was der industrielle Mittelstand nicht benötigt: IoT-Lösungen, die hohen IT-Aufwand bedeuten und wertvolle Entwickler-Ressourcen binden. Und das gilt nicht nur für die Implementierung.

Auch die Nutzung der Plattform, welche den ersehnten Mehrwert ermöglichen soll, ist oft technisch komplex. Sei es die Erstellung eines Dashboards für die Aufbereitung von Daten für eine bestimmte Abteilung oder das Einstellen von Triggern, die Alarm schlagen, wenn Maschinendaten einen bestimmten Wert überschreiten.

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Wenn solche Maßnahmen die überlasteten IT-Abteilungen zusätzlich beanspruchen, ist es schnell aus mit der Agilität und Flexibilität. Hier kommen Mittelständler 2020 nicht um das Konzept des Low-Code herum. Anstatt von textbasierten Programmiertechniken lassen sich dabei – unter Verwendung von graphischen Elementen – Applikationen und Dashboards per Drag-and-Drop zusammenstellen. Spezialisierte IoT-Lösungen für den Mittelstand bieten damit nicht nur eine ressourcenschonende Alternative, um aus den vorhandenen Daten Rückschlüsse und Erkenntnisse abzuleiten, sondern tragen das IIoT auch in sämtliche Ecken des Unternehmens.

Und das ist entscheidend für den Erfolg solcher Projekte. Nur wenn alle Mitarbeiter von der Technologie profitieren, findet sie auch nachhaltige Unterstützung in den Fachabteilungen.

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Mag. Michael Breidenbrücker

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