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Expertenbeitrag

Joachim Kathmann

Joachim Kathmann

Managing Director und VP für Deutschland und Zentraleuropa, AT&T, AT&T

Zukunft des IoT

So kann die unmittelbare IoT-Zukunft aussehen

| Autor/ Redakteur: Joachim Kathmann / Sebastian Human

Jahrelang hat die Industrie darüber gesprochen und diskutiert, wie die Zukunft wohl aussehen könnte und was es für unser Leben bedeutet, wenn alle Dinge um uns herum immer stärker miteinander vernetzt sind. Diese Zukunftsvision ist keine mehr – sie ist Realität. Eine wirklich spannende Realität.

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Die vernetzte Zukunft hält zunehmend Einzug in unsere Gegenwart.
Die vernetzte Zukunft hält zunehmend Einzug in unsere Gegenwart.
( Bild: Photo by gdtography on Unsplash / CC0 )

Unsere Vision von Zukunft ist geprägt von selbstfahrenden Autos, intelligenten Städten und Gebäuden. Vernetzte Sensoren teilen Informationen in Echtzeit und riesige Datenmengen werden in Sekundenbruchteilen von A nach B übermittelt. Was noch länger Zukunftsmusik bleiben wird, wie nah wir aber auch vielen dieser Ziele bereits sind, ist vielen Menschen noch nicht bewusst.

Die ersten Alltagsgegenstände, die autonom agieren...sind wahrscheinlich keine Autos.

Die erste Welle der autonom agierenden Maschinen und Fahrzeuge sind in der Landwirtschaft und anderen vergleichbaren Branchen zu finden: zum Beispiel Traktoren, Landmaschinen und Bergbau-Ausrüstung. Drohnen und Roboter bilden die Speerspitze der Automatisierung. Eines Tages wird auch der Straßenverkehr von autonom fahrenden Autos dominiert, aber das ist heute tatsächlich noch Zukunftsmusik. Die wahre Revolution findet an anderer Stelle statt und wird sich von dort aus ihren Weg bahnen.

Städte nutzen Gamification für mehr Bürgerengagement.

Smarte Cities nutzen zunehmend Netztechnologie, um ihre Einwohner zu mehr kommunalem Engagement zu motivieren. Ein probates Mittel ist die Gamification, also der Einsatz spielerischer Elemente. Die Menschen können Punkte sammeln, wenn sie etwa ihre Wasserrechnung pünktlich bezahlen, ihren Müll recyclen, Schlaglöcher melden oder den ÖPNV nehmen anstatt mit ihren Autos die Straßen zu verstopfen. Die gesammelten Punkte können dann beispielsweise für besondere Services genutzt oder mit VIP-Privilegien bei Veranstaltungen belohnt werden.

Von vernetzten Gegenständen zu vernetzten Räumen und Erfahrungen.

In Stadien, Vergnügungsorten und Transportsystemen wird der Vernetzungsgrad ein entscheidendes Differenzierungsinstrument sein. Der kürzeste Weg zu einem bestimmten Ziel, der nächste öffentliche Parkplatz, eine mobile Online-Bestellung im Stadion, die direkt an den Sitzplatz geliefert wird – alles natürlich per Smartphone: Das alles wird bei einem Sportevent, einem Konzert oder einer anderen Veranstaltung zunehmend zur Selbstverständlichkeit.

Video als ein IoT-Sensor erweitert die Datenfülle.

Bildgebung nahezu in Echtzeit in Kombination mit Echtzeit-Daten ermöglicht eine 3D-Darstellung der Assets und Prozesse eines Unternehmens. Firmen und Kommunen, die Videosensoren als Teil ihrer IoT-Strategie nutzen, können ihre Initiativen und Maßnahmen optimieren – und dabei auch noch Zeit und Geld sparen sowie die allgemeine Sicherheit erhöhen. Dabei wird es zunächst Optionen wie Surveillance-as-a-Service und Inspection-as-a-Service-Modelle, aber auch eine Reihe an universell einsetzbaren IoT-Geräten mit mobilfunkfähigen Kameras geben.

Fertigung, Gesundheit und öffentliche Sicherheit werden als erste von 5G profitieren.

Smarte Fabriken werden die Fertigung als Ganzes revolutionieren, indem sie die komplette Supply Chain vernetzen. Die Arzt-Patienten-Beziehung und das gesamte Gesundheitswesen wird sich verändern. Notfalldienste können so schnell reagieren wie nie zuvor – und dabei auf ganz neue Ausrüstungen zurückgreifen.

IoT-Lösungen unterstützen Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Nachhaltigkeitsvorgaben, indem sie dabei helfen, Wasser zu sparen, den Energieverbrauch zu reduzieren und die Emissionen zu senken.

Immer mehr Unternehmen und Kommunen werden IoT-Lösungen für Umweltzwecke einsetzen. Industrie-IoT-Anwendungen wie etwa das Asset- und Flottenmanagement erschließen zusätzliche Effizienzpotenziale und minimieren den Fußabdruck in vielen Branchen wie beispielsweise in der Fertigung, dem Transportwesen, der Logistik und der Energieversorgung.

Globale Verbreitung von energiesparenden Mobilfunknetzen (LPWA) beschleunigt Innovationen und den massenhaften Einsatz von IoT-Geräten.

Kleinere Geräte, langlebigere Batterien, integrierte SIM-Karten, effizientere Frequenznutzung sowie niedrigere Gerätekosten in Kombination mit einem Carrier-Grade-Sicherheitsniveau ermöglichen ganz neue IoT-Geräte und Dienstleistungen. Narrow-Band IoT und LTE-M-Netzwerke werden zur am schnellsten wachsenden Option für IoT-Konnektivität. Aus der größeren Verbreitung werden sich neuartige Preis- und Servicemodelle ergeben.

Die Data Sharing-Wirtschaft gewinnt an Zugkraft.

Über die Alltags-Kultur des Sharing von Autos, Immobilien und Rollern hinaus werden auch mehr Unternehmen dazu tendieren, wertvolle Daten zu teilen. Unternehmen werden sich in einem Umfeld bewegen, das Partnern, Verkäufern, Produzenten und anderne Drittanbietern das sichere Teilen von Informationen und Insights aus den unterschiedlichsten Quellen erlaubt. Das Data Sharing und anspruchsvolle Analysetechniken sind essentiell, um die Wertschöpfung durch IoT zu maximieren.

Konvergenz von IoT und KI für digitale Zwillinge von Assets und Prozessen.

Niedrigpreisige Sensoren, Künstliche Intelligenz und 5G-Netze ermöglichen den Anwendern die Erstellung virtueller, softwarebasierter Repliken ihrer physischen Geräte und Prozesse. Damit bekommen Nutzer, Produzenten und Designer Echtzeit-Einblicke und können agieren, ohne sich auch nur in der Nähe der ‚echten‘ Assets zu befinden. Digitale Zwillinge von Fahrzeugen, Städten und Produktionsstätten ermöglichen eine neue Qualität von Effizienzgewinn und neue Umsatzmodelle. Zudem unterstützen sie Ingenieure bei der Evaluation ihrer Designs an jedem Punkt des Produkt-Lifecycles.

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