Managed Cloud, Edge Computing, Gleichstrom? So betreibt man (s)ein Rechenzentrum optimal

Autor / Redakteur: Andreas Keiger / Jürgen Schreier

Bis 2021 dürfte die Hälfte der globalen Wertschöpfung digitalisiert sein, schätzen Marktforscher. Also wird es für Unternehmen immer wichtiger, den Betrieb im Rechenzentrum effizienter zu gestalten. Welche Technologien dafür am besten geeignet sind, zeigt der Kommentar von Andreas Keiger von Rittal.

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Mit dem Lefdal Mine Datacenter bietet Rittal gemeinsam mit Partnern einen einzigartigen Standort für europäische Rechenzentren an. Auf 120.000 m² Fläche entsteht momentan an der Westküste Norwegens eines der effizientesten, grünsten und sichersten Rechenzentren in Europa.
Mit dem Lefdal Mine Datacenter bietet Rittal gemeinsam mit Partnern einen einzigartigen Standort für europäische Rechenzentren an. Auf 120.000 m² Fläche entsteht momentan an der Westküste Norwegens eines der effizientesten, grünsten und sichersten Rechenzentren in Europa.
(Bild: Rittal)

Hybride Multi-Cloud-Umgebungen werden künftig die IT-Agenda bestimmen: Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IDC könnten bis 2021 schon über 90 Prozent der Unternehmen Multi-Cloud-Plattformen verwenden. Die Gründe hierfür sind vielfältig: So gibt es keinen One-Stop-Cloud-Anbieter, der sämtliche Anforderungen erfüllen kann, da ein vollständiger Cloud-Stack immer von mehreren Anbietern kommt. Darüber hinaus müssen Performance, Latenzen, Compliance und Risikomanagement häufig individuell realisiert werden, teilweise mit unterschiedlichen Cloud-Anbietern.

Managed Cloud-Services - die Alternative zum Cloud-Mix

Typische Cloud-Leistungen umfassen Dienste für Infrastruktur (IaaS), Anwendungen (SaaS) und Entwicklungsplattformen (PaaS). Wem dieser Cloud-Mix zu komplex wird, setzt auf externe Anbieter für Managed Cloud-Services: So werden die Cloud-Systeme im Rechenzentrum komplett durch einen IT-Dienstleister ausfallsicher betrieben und gewartet, während die Anwender bequem über ihren Web-Browser oder eine Desktop-Applikation auf die Ressourcen zugreifen können. Um diese Entwicklung zu unterstützen, wird Rittal im Jahr 2018 gemeinsam mit Partnern verstärkt schüsselfertige Rechenzentren inklusive Cloud-Plattform und Managed Services für ausfallsichere Infrastrukturen anbieten.

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Neben dem Ausbau zentraler Rechenzentren werden sich viele Unternehmen künftig intensiver mit dem dezentralen Aufbau von IT-Kapazitäten beschäftigen. Treiber sind zum Beispiel moderne Industrie 4.0-Anwendungen: Durch die dort installierte Fertigungsautomatisierung müssen sehr viele Sensordaten in Echtzeit direkt vor Ort verarbeitet werden. Die Datenübertragung an ein zentrales Rechenzentrum würde eine Echtzeitverarbeitung verzögern und Netzwerke sowie Bestandssysteme überlasten.

4.0-Anwendungen brauchen einen dezentralen Aufbau von IT-Kapazitäten

Aber auch viele andere Szenarien, die mit dem Internet der Dinge (Internet of Things: IoT) arbeiten, erfordern zusätzliche Rechenzentren. Dazu gehören vernetzte Haushalte und Smart Homes, tragbare Fitness-Tracker und Smart-Watches sowie vernetzte Automobile und IT-Infrastrukturen in Smart Cities. Im Jahr 2019 könnten bereits 40 Prozent der IoT-Daten von Edge-IT-Systemen verarbeitet und analysiert werden, so die Analysten des Marktforschungsunternehmens IDC.

Zudem wird der neue 5G-Mobilfunkstandard das zu verarbeitende Datenvolumen nochmals drastisch erhöhen. Mit Datenraten von bis zu 10 GBit/sec wird zum Beispiel ein Spielfilm in HD-Auflösung innerhalb von nur wenigen Sekunden übertragen. Wer also künftig IoT-Infrastrukturen in schnellen 5G-Netzen betreiben möchte, sollte frühzeitig auch die benötigte Serverleistung bereitstellen, damit Anwendungen die volle Netzkapazität nutzen können. Hierbei kommen Edge-Rechenzentren zum Einsatz: Mit ihnen gelingt der rasche und dezentrale Aufbau von IT-Infrastrukturen, um beispielsweise entfernte Produktionsstandorte oder Smart Cities punktuell mit mehr Rechenleistung zu versorgen.

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