Studie von Kienbaum/Stepstone

Sind hierarchische Unternehmensstrukturen zukunftsfähig?

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Die Frage, ob ihr Unternehmen innovativ ist, beantworteten Fach- und Führungskräfte unterschiedlich.
Die Frage, ob ihr Unternehmen innovativ ist, beantworteten Fach- und Führungskräfte unterschiedlich. (Bild: Stepstone/Kienbaum)

Laut einer Studie von Stepstone und Kienbaum bewerten Fachkräfte ihre Arbeitgeber kritisch. Vor allem die Organisationsstrukturen entsprächen nicht den Herausforderungen der Zukunft.

Fachkräfte in Deutschland setzten sich eher kritisch mit ihren Arbeitgebern auseinander. Vor allem im Hinblick auf die Zukunft sehen 55 % ihr Unternehmen schlecht aufgestellt. Vor allem hinterfragen die Fach- und Führungskräfte die bestehenden Organisationsstrukturen und wie in einem Unternehmen zusammengearbeitet wird. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Internetportals Stepstone und des Beratungsunternehmens Kienbaum. Im Winter 2016 befragten sie 14.317 Personen, davon rund 50 % Fachkräfte, 40 % Führungskräfte und 10 % Mitarbeiter in sonstigen Positionen, zu Stand und Perspektive der Hierarchie und Organisation von Unternehmen in Deutschland und aus welchen Gründen sie schon einmal den Arbeitgeber gewechselt hätten.

Traditionell hierarchisch

Abgefragt wurde unter anderem, in welcher Unternehmensorganisation die Studienteilnehmer arbeiten. Das Ergebnis: Eine knappe Mehrheit ist in Unternehmen mit einer funktionalen Organisationsstruktur tätig, sprich: in Firmen, deren Abteilungen nach Funktion aufgeteilt sind (Vertrieb, Personalwesen, Produktion). Diese Struktur findet man hauptsächlich in Unternehmen mit 101 bis 5000 Beschäftigten. Knapp 30 % der Befragten arbeiten in Matrixstrukturen, in denen Abteilungen sowohl nach Funktionen als auch nach Objekten, sprich: Produkte oder Projekte, aufgeteilt sind. Letztere sind vor allem in Unternehmen und Konzernen mit über 5000 Mitarbeitern zu finden. Flexible und agile Organisationen, in denen sich Mitarbeiter weitgehend selbst steuern, sind mit 3 % eher unterrepräsentiert.

Laut der Studie arbeiten zwei Drittel der befragten Fachkräfte in Unternehmen, die hierarchisch oder stark hierarchisch organisiert sind. Bei der Mehrheit der Studienteilnehmer ist dies ein Unternehmen mit einem Einlinien-Führungssystem, sprich: Berichtsketten verlaufen in der Firma vertikal zum direkten Vorgesetzten. Das bedeutet, Entscheidungen werden eher auf den oberen Führungsebenen getroffen. Je größer das Unternehmen, desto häufiger ist diese Struktur zu finden. Gerade diese Systeme seien häufig durch lange Entscheidungswege geprägt, so Walter Jochmann, Geschäftsführer bei Kienbaum. „Gerade große Unternehmen benötigen zwar Strukturen, um Arbeit und Kommunikation zu ordnen, Hierarchien sollten aber nicht lähmend wirken. Der pyramidenförmige Aufbau von Unternehmen ist für schnelle Reaktionen ungeeignet“, so Jochmann weiter. Dies empfinden auch rund 60 % der Befragten so: Sie sind der Ansicht, dass veränderte Unternehmensstrukturen auch mehr Innovationen ermöglichen würden.

Kündigung wegen Führungskraft

Die Studie zeigt: 45 % der Befragten haben im Laufe ihrer Berufslaufbahn den Arbeitgeber gewechselt, weil sie mit dessen Organisationsstruktur unzufrieden waren. Drei Viertel der Fach- und Führungskräfte gaben zudem an, die Organisationsform sei wichtig für ihre Jobzufriedenheit. Die am wenigsten zufriedenen Arbeitnehmer gibt es in funktional organisierten Unternehmen, sprich: in der in Deutschland verbreitetsten Organisationsstruktur. Als eindeutig zufriedenheitsfördernd benennt die Studie flache Hierarchien.

Eng mit der Unternehmensstruktur verbunden ist auch die Rolle der Führungskraft: Für neun von zehn Arbeitnehmern ist sie sogar noch wichtiger für die Jobzufriedenheit. Die Hälfte der Befragten gab an, schon einmal wegen einer schlechten Führungskraft gekündigt zu haben.

Dieser Beitrag ist bei unserem Partnerportal Umfrage hierzu finden Sie auf unserer MM Maschinenmarkt erschienen. Dort finden Sie auch eine kurze Umfrage zu diesem Thema.

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