Suchen

Hannover Messe 2018

Siemens setzt auf die digitale Wertschöpfungskette

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Die Implementierung von Digital Enterprise-Lösungen steht dieses Jahr im Fokus des Messeauftritts von Siemens. Bei der Pressekonferenz am 26. Februar hat der Technologiekonzern bereits einen Vorgeschmack darauf gegeben, was es auf der Hannover Messe 2018 zu sehen geben wird.

Firmen zum Thema

Siemens legt den Fokus des diesjährigen Messeauftritts auf die Implementierung seiner Digital Enterprise-Lösungen.
Siemens legt den Fokus des diesjährigen Messeauftritts auf die Implementierung seiner Digital Enterprise-Lösungen.
( Bild: Industry of Things )

Siemens gilt als Pionier im SPS-Bereich, setzt jedoch mittlerweile auf eine volldigitalisierte Wertschöpfungskette: Der Technologiekonzern liefert Mechanik, Elektronik und sogar Software für die Erstellung einer passenden virtuellen Produktion. Im Rahmen des 60-jährigen Jubiläums der Simatic-Steuerung, hat Siemens daher auf seiner Pressekonferenz im Vorfeld der Hannover Messe 2018 unter anderem neue Simatic-MindApps für sein Cloud-Betriebssystem MindSphere vorgestellt.

Aber auch das offene, cloudbasierte IoT-Betriebssystem MindSphere selbst wurde erweitert: Die neue Version 3.0 ist erstmals auch auf AWS (Amazon Web Services) verfügbar. Sie bietet laut Hersteller eine leistungsfähigere Entwicklungsumgebung mit offener Programmier-Schnittstelle (API/Application Programming Interface), zusätzliche Analysefunktionen sowie eine deutliche Steigerung der Konnektivität.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 6 Bildern

Digitaler Zwilling soll Performance evaluieren

Die gesamte digitale Wertschöpfungskette soll zur kontinuierlichen Verbesserung von Produkt und Produktion in der realen Welt dienen. „Wir sind in der Lage ein digitales Abbild, den sogenannten digitalen Zwilling, von Produkt, Produktion und Performance zu erstellen“, so Jan Mrosik, CEO der Division Digital Factory. Der digitale Zwilling werde erstellt, um ihn nach Testverfahren in die reale Welt übertragen zu können und damit die Produktivität zu steigern und vorausschauend auf Probleme reagieren zu können, bevor die Anlage in der realen Produktion zum Einsatz kommt.

„Durch die Erkenntnisgewinne aus MindSphere optimieren wir außerdem kontinuierlich die gesamte Wertschöpfungskette unserer Kunden. Dies gilt nicht nur für unterschiedliche Branchen und traditionelle Produktionsverfahren, sondern auch für neue Technologien wie Additive Manufacturing“, so Mrosik weiter. Hier kommt demnach auch MindSphere zum Einsatz: Die IoT-Plattform sammelt Daten ein und evaluiert die Performance der Produktion, damit sich der Kunde kontinuierlich verbessern kann.

Neue Simatic-Apps für MindSphere

MindSphere steht aber nicht nur Maschinenbauern oder Produktherstellern aus der Industrie zur Verfügung: Auch Siemens nutzt die Cloud-Plattform für seine Technologien und bringt einige neue Apps rund um die Automatisierung mit Simatic-Systemen. Die Simatic-MindApps Machine Monitor, Notifier und Performance Monitor lesen relevante Daten von Produktionsmaschinen oder Anlagen zur Analyse aus, verarbeiten diese zu aussagefähigen Informationen, stellen sie in Dashboards dar oder nutzen sie zur intelligenten Alarmierung und Meldungsdarstellung.

Zudem wird Siemens auf der Hannover Messe 2018 die Comos Mobile Operations App vorstellen, die die Anlageninstandhaltung in der Prozessindustrie erleichtern soll. Die mobile App kann zur Durchführung von Wartungsarbeiten und dem Management von Störmeldungen im Feld eingesetzt werden. Die Oberfläche ist daher in die Bereiche Maintenance (Wartung) und Events (Störfälle/Ereignisse) aufgeteilt. Ein weiteres System, das Siemens auf der Hannover Messe 2018 zeigen wird, ist Sidrive IQ, eine neue digitale Plattform für die Auswertung von Antriebsdaten auf Basis von MindSphere. Die Plattform soll Anlagen- und Maschinenbetreibern eine neue Dimension an Datentransparenz über die installierten Antriebssysteme schaffen.

Siemens auf der Hannover Messe 2018

Auf dem 3500 Quadratmeter großen Stand in Halle 9 wird sich alles rund um das Thema „Digital Enterprise“ drehen: Anhand von Beispielen aus den Branchen Aerospace, Automotive, Food & Beverage, Electronics und Maschinenbau sowie Chemie, Fiber und Öl & Gas will der Konzern zeigen wie Unternehmen durch die Verschmelzung von virtueller und realer Welt von Wettbewerbsvorteilen profitieren sollen.

In der 700 Quadratmeter großen MindSphere-Lounge stellt der Konzern unter anderem Version 3.0 vor, aber auch die neue weltweite Nutzerorganisation MindSphere World mit 18 Gründungsmitgliedern wird sich dort präsentieren. Ziel des Vereins ist es, das Ökosystem rund um MindSphere weltweit auszubauen.

Integrated Industry – Connect & Collaborate

Ob MindSphere, Azure, AWS oder Axoom – Begriffe wie diese stehen für die digitale Transformation der Industrie und belegen, dass Vernetzung und Kollaboration die entscheidenden Voraussetzungen für neue Geschäftsmodelle im Kontext der Digitalisierung sind. Mit dem Leitthema "Integrated Industry – Connect & Collaborate" legt die Hannover Messe 2018 genau darauf ihren Fokus. In den Hallen der Leitmessen IAMD – Integrated Automation, Motion & Drives und Digital Factory zeigen Unternehmen, wie sie sich aktuell verändern und welche neuen Lösungen und Geschäftsmodelle durch die Verbindung von IT und integrierter Automation entstehen.

"Wir erleben aktuell einen radikalen Umbruch", sagt Rainer Glatz, Geschäftsführer der Fachverbände Elektrische Automation sowie Software und Digitalisierung im VDMA . "Einige Jahre hatten Digitalisierungs-Technologien wie PLM, MES oder CRM immer wieder mit dem Vorurteil zu kämpfen, vor allem Kosten zu verursachen. Das ist jetzt anders. Digitalisierung wird mehr und mehr als Enabler für neue Geschäftsmodelle und zusätzlichen Umsatz gesehen."

Neben IT-Größen wie Microsoft, SAP, IBM und Amazon Web Services, die mit ihren Plattformen und Werkzeugen die digitale Transformation in der Industrie unterstützen, bieten auch Industrieunternehmen mit Tochtergesellschaften digitale Lösungen und Plattformen an. Dabei wird zunehmend deutlich, dass die neuen Ideen auf der Vernetzung und Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure basieren. So bringen Automatisierer Festo und der chinesische Telekomausrüster Huawei auf den Weg. Dabei geht es um Robotik als Dienstleistung, deren Grundlage die Datenübertragung in Echtzeit vom Roboter in die Cloud ist.

Ein weiteres Thema neben Vernetzung und Kollaboration ist Offenheit. Vorreiter ist MindSphere, das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem von Siemens. Auch Axoom versteht sich als offene, digitale Geschäftsplattform, die entlang der Wertschöpfungskette im Rahmen von Industrie 4.0 die Zukunft der Produktion gestalten will. Strategischer Partner ist der Lasermaschinenhersteller Trumpf.

Artikelfiles und Artikellinks

File:

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45164123)