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KI-gestütztes Design Siemens kündigt branchenweit erste KI-basierte CAD-Skizzentechnologie an

| Redakteur: Sebastian Human

Auf der diesjährigen Siemens Media and Analyst Conference, die erstmalig virtuell stattfand, präsentierte das Unternehmen unter anderem eine neue Software, die das Anfertigen von Skizzen in einem CAD-Programm spürbar vereinfachen soll.

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Das Skizzieren in einem CAD-Programm kann den Designer mitunter limitieren – Abhilfe soll eine neue Software schaffen.
Das Skizzieren in einem CAD-Programm kann den Designer mitunter limitieren – Abhilfe soll eine neue Software schaffen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Siemens Digital Industries Software kündigte im Rahmen des zweitägigen Online-Events eine neue Lösung zur Erfassung von Designkonzepten in 2D an. Nach Angaben des Konzerns will das neue Software-Tool NX Sketch das Skizzieren in CAD, und somit einen zentralen Bestandteil des Designprozesses, revolutionieren.

Die NX-Software, Teil des Xcelerator-Portfolios von Siemens, will beim Aufbau eines möglichst umfassendsten digitalen Zwillings unterstützen.
Die NX-Software, Teil des Xcelerator-Portfolios von Siemens, will beim Aufbau eines möglichst umfassendsten digitalen Zwillings unterstützen.
(Bild: Siemens Digital Industries Software)

Eine Überarbeitung der zugrundeliegenden Technologie soll es Anwendern nun ermöglichen, Skizzen zu erstellen, ohne Parameter, Entwurfsabsicht und Beziehungen vordefinieren zu müssen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Ableitung von Beziehungen während des Betriebs könnte zukünftig Handskizzen auf Papier überflüssig und stattdessen funktionale Konzeptentwürfe innerhalb der Software NX möglich machen.

Klarer Vorteil wäre eine erhebliche Flexibilität beim Skizzieren von Konzeptentwürfen. Außerdem würde die vereinfachte Arbeit mit importierten Daten eine schnelle Entwurfsiteration auf Altdaten und die Arbeit mit Zehntausenden von Kurven innerhalb einer einzigen Skizze begünstigen. Mit diesen jüngsten Verbesserungen der Software will Siemens das Xcelerator-Portfolio erweitern und traditionelle Hürden ausräumen, mit denen Benutzer bislang konfrontiert waren.

Mehr Flexibilität im Designprozess

Siemens beruft sich auf Analysen, die zeigen, dass ein typischer Nutzer an einem Tag oder in einem Workflow durchschnittlich etwa 10 Prozent der Zeit auf das Anfertigen von Skizzen verwendet. Hinzu kommt, dass in gegenwärtigen Design-Umgebungen ein Großteil des Skizzierens außerhalb der CAD-Software stattfindet. Grund hierfür ist die Menge an Regeln und Beziehungen, über die der Anwender im Vorfeld entscheiden und sie in die Skizze integrieren muss.

Oft ist es jedoch so, dass Designer in der Konzept-Phase noch nicht genau wissen, wie das Endprodukt aussehen wird, was das Potenzial einer Skizzenumgebung, die flexibel ist und sich mit dem Design entwickeln kann, deutlich macht. Die NX-Software soll erstmalig die Flexibilität des 2D-Papierkonzeptdesigns innerhalb einer 3D-CAD-Umgebung bieten. Anstatt Einschränkungen wie Größe oder Beziehungen zu definieren und durch diese begrenzt zu werden, will NX Tangenten und andere Konstruktionsbeziehungen erkennen können, um diese während der Arbeit anzupassen.

Die Software bietet eine uneingeschränkte Konzeptentwurfsskizzierung innerhalb der 3D-Umgebung.
Die Software bietet eine uneingeschränkte Konzeptentwurfsskizzierung innerhalb der 3D-Umgebung.
(Bild: Siemens Digital Industries Software)

"Das Skizzieren ist das Herzstück des CAD und entscheidend, um das spätere Einsatzziel des digitalen Zwillings zu erfassen", sagte Bob Haubrock, Senior Vice President, Product Engineering Software bei Siemens Digital Industries Software. "Auch wenn es ein wesentlicher Teil des Prozesses ist, hat sich das Skizzieren in den letzten 40 Jahren nicht besonders verändert. Durch den Einsatz von Technologie und Innovationen aus mehreren früheren Übernahmen ist Siemens in der Lage, einen neuen Blick auf diesen entscheidenden Konstruktionsschritt zu werfen und ihn so zu modernisieren, dass unsere Kunden erhebliche Produktivitäts- und Innovationsgewinne erzielen können".

Das Xcelerator-Portfolio will Unternehmen aller Größen dabei helfen, digitale Zwillinge zu schaffen und zu nutzen. Diese können Unternehmen wiederum neue Einblicke, Möglichkeiten und Automatisierungsgrade bieten, um eigene Innovationen voranzutreiben.

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