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Sieben Statements zu smarten Assistenten und zur Zukunft der Onlinesuche

| Autor/ Redakteur: René Bernard* / Burkard Müller

Erfahren Sie, was laut sieben verschiedenen Experten die Zukunft der Onlinesuche ausmacht. Neue technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz und gesprochene Suchanfragen revolutionieren zurzeit auch den B2B-Bereich.

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Künstliche Intelligenz und gesprochene Suchanfragen revolutionieren zurzeit die Onlinesuche.
Künstliche Intelligenz und gesprochene Suchanfragen revolutionieren zurzeit die Onlinesuche.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Vor über 25 Jahren, am 20. April 1994, startete mit dem WebCrawler die erste Volltextsuche im Internet. Heute verwenden 91 Prozent der Internetnutzer Suchmaschinen, um Informationen zu Waren und Dienstleistungen zu erhalten. [1] Klassische Suchmaschinenanbieter sorgen im World Wide Web für Orientierung und werden als Mittler zwischen Inhalts-Anbietern und -Nutzern wahrgenommen.

Neue technologische Entwicklungen befördern aktuell zukunftsweisende Innovationen in diesem Segment: „Künstliche Intelligenz und gesprochene Suchanfragen revolutionieren zurzeit die Onlinesuchen“, sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V. Er begrüßt die Unterstützung durch die smarten Assistenten. „Machine Learning führt dazu, dass die Suchen immer besser werden und so Nutzer immer zuverlässiger das Ergebnis erhalten, das für sie die höchste Relevanz hat“, so Rabe weiter.

Suchen Sie noch oder lassen Sie suchen?

Seit 1995 Altavista und 1997 Google online gingen, ist Nutzern die Bedienung von Suchmaschinen in Fleisch und Blut übergegangen. Die vergangenen zwei Jahrzehnte waren davon geprägt, dass Nutzer Suchanfragen selbst durchführten, während die Ergebnisse immer stärker kommerzialisiert wurden. Bis zur Hälfte der Ergebnisse auf der klickstarken ersten Seite sind heute Anzeigen, deren Klickrate insbesondere auf mobilen Geräten zu Lasten der organischen Suchergebnisse steigt.

Doch die Zeit, in der wir selbst die Suchmaschine bedienen, scheint zu Ende zu gehen. Das Marktforschungsunternehmen Comscore prognostiziert, dass schon nächstes Jahr jede zweite Suchanfrage per Sprachbefehl erfolgen wird. Sprache wird dabei nur eine Möglichkeit sein, Ergebnisse zu erhalten. Da alle smarten Assistenten eine Displayvariante erhalten, werden Suchergebnisse immer stärker als Video ausgegeben. Künstliche Intelligenz (KI) hilft dann dabei, Video-Inhalte zu erkennen, die passende entsprechende Stelle im Video zu identifizieren und in der Suche korrekt anzuzeigen.

Sieben Experten-Statements zum Thema

Wie sich die Online-Suche zukünftig verändern kann, fassen nachfolgend sieben Experten kurz und knapp zusammen.

Alexander Rabe, Geschäftsführer eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.:
„Künstliche Intelligenz und Suchanfragen mittels gesprochener Sprache revolutionieren zurzeit die Onlinesuchen. Machine Learning führt dazu, dass die Suchen immer besser werden und so Nutzer immer zuverlässiger das Ergebnis erhalten, das für sie die höchste Relevanz hat.“

Christian Vollmert, Geschäftsführer luna-park GmbH
„Insbesondere die Suche nach ‚in der Nähe von‘ verzeichnet einen starken Anstieg. Das wird sich durch Sprachsuchen noch verstärken. Für lokale Ökonomien liegt darin eine neue Chance. Die Customer Journey unter Berücksichtigung von KI und Co. sollte in den Mittelpunkt gestellt werden.“

Patrick Hünemohr, Geschäftsführer der Greven Medien GmbH & Co. KG
„Es gibt eine Kommerzialisierung der Suchen: Bis zur Hälfte der klickstarken ersten Ergebnisse sind heute Anzeigen, deren Klickrate insbesondere bei Mobile zu Lasten von organischen Suchergebnissen steigt. Der Trend zu Sprachergebnissen bei der Suche könnte möglicherweise schon bald wieder überholt sein. Da alle Assistenten eine Displayvariante erhalten werden, ist damit zu rechnen, dass auch die Suchergebnisse bald als Video ausgegeben werden.

Kilian Kost, Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Wilder Beuger Solmecke
„Bestellvorgänge bei reinen Sprachassistenten entsprechen nicht den aktuellen verbraucherrechtlichen Anforderungen. Verträge können faktisch nicht wirksam abgeschlossen werden. Für den Verkäufer besonders unangenehm: es könnten sogar Unterlassungsansprüche der Mitbewerber entstehen.“

Benjamin Kirsche, Lead Digital Marketing & Analytics bei denkwerk GmbH
„Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning werden die Bildung von Keyword-Clustern automatisieren. Dem Menschen bleibt die Aufgabe, die richtigen Keywords im Kontext der Suche auszuwählen, so dass nicht immer nur der gleiche Content auf der ersten SERP (Search Engine Result Pages) gezeigt wird.“

Dr. Lutz Keppeler, Fachanwalt für IT-Recht und Partner bei Heuking Kühn Lüer Wojtek
„Bei Suchen per Sprache stellt der Datenschutz Hürden auf, beispielsweise ist es problematisch, das Gesprochene in die USA zu übertragen. Das gesprochene Wort ist in Sachen Datenschutz noch sensibler als das geschriebene Wort, auch wenn es nur gegenüber digitalen Sprachassistenten gesprochen wird.“

Prof. Dr. Dieter Frey, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht
„Die Tatsache, dass Sprachassistenten nur eine Antwort auf eine Suche geben, ist zurzeit kein Fall für die Medienregulierung in Deutschland, da heute noch mehrere Sprachassistenten im Wettbewerb zueinander stehen.“

Wie lassen sich die Expertenmeinungen kurz zusammenfassen?

Immer besser werdende Suchen, die beispielsweise durch die Automatisierung von Keyword-Clustern geprägt sein werden, liefern immer zuverlässigere, relevante Ergebnisse. Letztere könnten in Zukunft als Videos ausgegeben werden. Die mündlichen Bestellvorgänge könnten jedoch beispielsweise Probleme für die Verkäufer aufwerfen, da Sprachassistenten aus datenschutzrechtlichen Gründen als sensibel zu bewerten sind.

*René Bernard arbeitet bei eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. .

[1] Statistisches Bundesamt (Destatis) Pressemitteilung Nr. 067 vom 26. Februar 2019, Zahlen bezogen aufs 1. Quartal 2018

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