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Sensorik & mehr Sick präsentiert digitales Lösungsportfolio

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die einfache vertikale Datenintegration vom Sensor bis in die Cloud ist die "Mission" der Sick AG. Der Sensorikspezialist stellte gestern sein digitales Lösungsportfolio mit diversen Neuerungen vor. So wird es z.B. im AppStudio künftig möglich sein, spezifische Sensor- Applikationen auch ohne Programmierkenntnisse zu generieren.

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Entwickeln ohne Programmieren im AppSpace: Ein Dataflow, zusammengesetzt aus Funktionsblöcken
Entwickeln ohne Programmieren im AppSpace: Ein Dataflow, zusammengesetzt aus Funktionsblöcken
(Bild: Sick)

Ob Industrie 4.0, Condition Monitoring oder Machine Learning: Ohne Sensor geht da nichts. Und Sick hat ihn, den Sensor. Doch bietet der Sensorik-Spezialist aus Waldkirch noch viel mehr: ein umfangreiches digitales Lösungsportfolio, das die einfache vertikale Datenintegration vom Sensor bis in die Cloud erlaubt. Und statt auf der Hannover Messe 2020, die der Corona-Krise zum Opfer fiel, wurde dieses gestern einer Online-Pressekonferenz der Fachpresse vorgestellt.

Sensoren und Edge-Devices für neue Aufgaben konfigurieren

Im Zentrum des Portfolios stehen Lösungen, mit denen Kunden direkt auf ihre Sensordaten zugreifen und daraus einen individuellen Mehrwert für ihre Geschäftsprozesse gewinnen können. Dafür hat Sick nun neben dem Sick AppSpace den Sick IntegrationSpace entwickelt. Hier finden Anwender alle digitalen Dienste des Unternehmens wieder.

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„Wir haben in den vergangenen Jahren viel darangesetzt, die Nutzung der Daten, die über Sensoren gewonnen werden, deutlich zu vereinfachen. Viele Sensorlösungen sind entstanden, die es ermöglichen, den Betrieb von Anlagen und Prozessen noch effizienter zu gestalten“, sagt Christoph Müller, Senior Vice President Product Management bei der Sick AG.

Im Ecosystem des Sick AppSpace können programmierbare Sensoren und Edge-Devices mittels Sensor Apps für neue Aufgaben konfiguriert werden. Viele Apps stehen bereits über den Sick AppPool zum Download zur Verfügung. "Aktuell finden Anwender Apps zur Qualitätskontrolle, Robot Guidance und Positionierung in unserem AppPool", sagt Müller.

Für spezifische Anwendungen können Sensor Apps auch vom Kunden eigenständig und unterstützt von einer Developer-Community gemeinsam mit den Experten von Sick entwickelt werden. Bisher waren für die Erstellung eigener Sensor Apps im Sick AppStudio grundlegende Programmierkenntnisse notwendig.

„Automatisierungskonzepte sind selten Standard“, meint Dr. Timo Mennle, Strategic Product Manager Sick AppSpace. Auch wenn ein vermeintliches Standardproblem zu lösen sei, steckt in vielen Projekten zusätzliche Konfigurations- und Anpassungsarbeit. Kleinigkeiten, die schnell mehr Kosten und Verzögerungen bei der Installation bedeuten können. Um eine individuelle Sensoranwendung zu lösen, können Sick-Kunden ihre eigene individuelle SensorApp erstellen – ohne programmieren zu müssen.

AppSpace öffnet den Raum

Mit einer neuen grafischen Oberfläche innerhalb von Sick AppStudio können Anwender jetzt spezifische Sensor-Applikationen auch ohne Programmierkenntnisse lösen, indem sie vordefinierte Funktionsblöcke in einem Dataflow vernetzen und konfigurieren. Ausgangspunkt dafür ist immer die Aufgabe, die der Sensor lösen soll.

„Will ein Kunde etwa Deodorant-Flaschen anhand der Deckelfarbe unterscheiden und zählen, stellt er einen Dataflow aus in einer Bibliothek bereitstehenden Funktionsblöcken zusammen. Nach jedem Arbeitsschritt erhält er eine Vorschau über das Ergebnis und kann die Konfiguration sofort anpassen“, erklärt Mennle. Dank der offenen Architektur von SensorApps besteht auch weiterhin die Möglichkeit, den Quellcode von Funktionsblöcken anzupassen, um anspruchsvollere Applikationen und individuelle Anforderungen umzusetzen.

„Mit der grafischen Bearbeitung von Dataflows schaffen wir die Basis für eine größere Ziel- und Nutzergruppe, von der letztendlich mehr User für Ihre Applikationen profitieren können“, sagt Mennle. Die steigende Nachfrage nach neuen und angepassten Funktionsblöcken kann aus unserer wachsenden Entwickler-Community heraus bedient werden. Insgesamt wachsen damit die Möglichkeiten und Vielfalt im Sick AppPool und damit die Anwendungsfelder von Sensoren und Sensorsystemen.

Individuelle Sensor Apps ohne Programmierkenntnisse selber erstellen und einfach neue Automatisierungsaufgaben lösen. Ab Ende des Jahres ist das im AppStudio – Teil des Ecosystemes Sick AppSpace – möglich.

LiveConnect ermöglicht neue Business-Applikationen

Industrie 4.0 lebt von der Generierung und Verknüpfung von Daten. Sick liefert mit LiveConnect eine Datenverbindung zum Sensor für Webservices und Industrie-4.0-Anwendungen und ermöglicht so neue Business-Applikationen, wie etwa die Überwachung von Schiffsemissionen zum Nachweis der Einhaltung rechtlicher Vorschriften.

Um auf die virtuelle Repräsentanz des Sensors und seiner Daten zuzugreifen, liefert Sick mit LiveConnect eine standardisierte – und besonders sichere – Verbindung von einem Edge-Gateway, wie der SIM1012, in den Sick AssetHub oder zu anderen Applikationen von Sick oder Drittanbietern. Der Webservice LiveConnect verbindet die Hardware, eine Sensor App und eine Cloud-Instanz. Somit wird eine Verbindung zwischen dem sensororientierten Shopfloor (Sick AppSpace) und der Cloud-Umgebung Sick IntegrationSpace geschaffen.

Enterprise Asset Management macht Mehrwerte sichtbar

Sick hat mit dem AssetHub ein digitales, webbasiertes Enterprise Asset Management (EAM) System entwickelt. Mit der dadurch gewonnenen funktionsreichen und interaktiven Sicht sowohl auf einzelne Sensoren und Maschinen als auch auf Gesamtanlagen erzeugt AssetHub mehr Transparenz in der Wertschöpfungskette. Diese neue Transparenz über virtuelle Abbilder, den Digital Twins, der Assets – entlang ihrer gesamten Lebenszyklen – ermöglicht eine Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit und Prozesseffizienz.

Dabei werden Daten im AssetHub ausgewertet und liefern wertvolle Informationen über notwendige Inventuren, Wartungen, den richtigen Zeitpunkt für Software-Updates oder Verfügbarkeiten von Geräten. Beispielsweise bietet das Servicemodule des Sick AssetHub Dienstleistungen für Wartungsmitarbeiter und ermöglicht unter anderem Zugriff auf Wartungspläne und Zertifikate der Sensoren.

Der Asset Hub ist die flexible Basis für weitere assetzentrierte digitale Mehrwertdienste von Sick wie dem Sick Installed Base Manager, Sick LiveConnect, Sick MonitoringBox oder Sick ServiceModul.

IntegrationSpace – alle digitalen Lösungen auf einer Plattform

AssetHub und LiveConnect sind Teil des Sick IntegrationSpace. Der Sick IntegrationSpace bietet alle grundlegenden Dienste und Features, um digitale Dienstleistungen anzubieten.

Mit PeopleCounter und DistanceGuard Abstand halten

Der Personenzähler PeopleCounter (PeCo) ist eine von Sick entwickelte Sensor App, die eine anonymisierte Datenverarbeitung und Differenzierung von Personen zu anderen Objekten für große Detektionsbereiche ermöglicht. Basierend auf der Hardware des 3D-LiDAR Sensors MRS1000 werden Messdaten in Form einer Punktewolke generiert. Die integrierte PeopleCounter App identifiziert Personen sicher anhand ihrer Kontur. Auf diesem Weg werden ausschließlich Personen gezählt und andere Objekte ausgeblendet. Dieser Vorgang läuft anonymisiert und, ohne personenspezifische Daten zu erfassen.

Durch die vier Lagen des Sensors wird auch die Bewegungsrichtung einer Person eindeutig bestimmt und die aktuelle Auslastung einer definierten Zone kann überwacht werden. Um die maximale Personenzahl im Blick zu behalten, werden die erhobenen Daten über Telegramme und digitale Ausgänge ausgegeben. Die Kombination mehrerer Sensoren ermöglicht es, auch größere Bereiche mit verschieden Ein- und Ausgängen, wie z.B. Einkaufszentren, Flughäfen oder Messen, abzudecken.

Vor allem in Umgebungen, in denen die aktuell empfohlenen Mindestabstände zwischen Personen eingehalten werden müssen, zum Beispiel beim Schlange stehen an der Kasse, kann die Sensor App DistanceGuard in Verbindung mit dem 2D-LiDAR Sensor TiMxxx die Entfernung zwischen zwei Personen ermittelt. Sobald der minimale Abstand von zwei Personen unter den konfigurierten Mindestabstand fällt, wird ein Signal erzeugt. Der Kunde hat dabei die Wahl zwischen einem Licht, einem Ton oder einem visuellen Signal.

Ende des Jahres 2020 können Kunden erste eigene Applikationen mit den Sick AppSpace-fähigen LiDAR Sensoren MRS1000P und TiM881P lösen. Im Ecosystem des AppSpace lassen sich programmierbare Sensoren und Edge-Devices mittels Sensor Apps per Graphical Application Modelling schnell für neue Aufgaben konfigurieren.

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