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Smart City

Sensoren gegen den Parkplatzfrust: Parkraumbewirtschaftung mit System

| Autor/ Redakteur: Petra Adamik* / Sebastian Human

Die Parkplatzsuche entwickelt sich im urbanen Raum zunehmend zu einem kritischen Faktor für Mensch und Umwelt. Mit einem sensorbasierten, intelligenten Parkleitsystem kann die Situation entschärft werden.

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Die Parkplatzsuche kann mitunter zu einer Belastungsprobe werden – für Mensch und Umwelt.
Die Parkplatzsuche kann mitunter zu einer Belastungsprobe werden – für Mensch und Umwelt.
( Bild: gemeinfrei / Unsplash )

Der Individualverkehr zählt aktuell zu den größten Problemen der Kommunen. Viele Städte stehen vor dem Verkehrskollaps. Die Beeinträchtigungen für Bewohner, aber auch für die Infrastruktur nehmen kontinuierlich zu. In vielen Gegenden ist die Belastung durch Feinstaub oder Stickoxyde inzwischen ein ernstzunehmendes Problem. Mensch und Umwelt leiden aber nicht nur durch den fließenden Verkehr.

Suchen, kreisen und vielleicht finden – mit dieser Situation sehen sich Autofahrer konfrontiert, die in Städten nach einer Parkplatzmöglichkeit Ausschau halten. Das gilt nicht nur für große Metropolen. Auch in kleineren Kommunen wird die Parkplatzsuche immer häufiger zum Problem. Verkehrsexperten haben errechnet, dass im urbanen Raum rund 30 Prozent des Verkehrsaufkommens durch das permanente Herumfahren, immer auf der Suche nach dem passenden Parkraum, verursacht wird. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass Autofahrer in vielen Städten durchschnittlich 20 Minuten pro Tag auf der Suche nach einem Parkplatz sind.

Herkömmliche Parkleitsystem verweisen zwar in vielen Gemeinden auf die Zahl verfügbarer Parkplätze in Parkhäusern oder auf öffentlichen Parkplätzen. Allerdings sind diese Park-Optionen meist nicht in allen Stadtteilen ausreichend vorhanden. Bleibt also das Parken im öffentlichen Raum, sprich auf der Straße. Die Verfügbarkeit dieser Parkplätze wird von den herkömmlichen Parkleitsystemen allerdings nicht angezeigt. Es bleibt also beim Kurven um’s Carré.

Mit ähnlichen Problemen, wie die meist dicht bebauten Stadteile, sind auch Gewerbe- und Industriegebiete oder große Einkaufszentren konfrontiert. Oft wird die Parkplatzsuche auch in dieser Umgebung zum Lotteriespiel, kostet Zeit, Nerven und nicht zuletzt Benzin. Die einen kommen so genervt zum Geschäftstermin, anderen wiederum wird die Vorfreude auf den geplanten Einkaufsbummel im Shopping-Center verdorben. Vor allem ist die Belastung für die Umwelt hoch, denn bei der Parkplatzsuche werden Tonnen von Kohlendioxid unnötig in die Luft geblasen. Initiativen zur „Grünen Stadt“ werden so ad absurdum geführt.

Intelligente Parkraumbewirtschaftung mit cleverem Sensor

Die Hoffnung von Stadt- und Verkehrsplanern sowie den Stadtpolitikern ruhen auf Möglichkeiten, die das Internet of Things (IoT) heute und in Zukunft parat hat, damit Smart-City-Konzepte umgesetzt werden können. Ein praktikables Beispiel für eine solche Anwendung können Einparksensoren sein, die sich ohne großen Aufwand installieren lassen und eine intelligente Parkraumbewirtschaftung ermöglichen.

In Städten lassen sich damit die kritischsten Aufgaben der Parkraumbewirtschaftung, also die genaue und zeitnahe Erkennung von Fahrzeugen beim Einparken sowie die Lokalisierung freier Parkplätze lösen. Freier Parkraum wird dann beispielsweise über eine App auf dem Smartphone angezeigt und führt den Autofahrer ohne Umwege zum ersehnten Stellplatz. Das schont die Umwelt.

Mehr Komfort für Elektroautos

Im Rahmen von Smart-City-Überlegungen spielt die E-Mobilität verstärkt eine zentrale Rolle. Um die Erwartungen an einen möglichst sauberen Verkehr zu erfüllen, bemühen sich immer mehr Kommunen darum, das Netz von Ladestationen für Elektro-Autos engmaschiger zu knüpfen. Das soll den Umstieg auf das umweltfreundlichere Fahrzeug attraktiver machen. Dennoch ist das Angebot an elektronischen Zapfsäulen bei Weitem noch nicht ausreichend, ihr Auffinden häufig Glückssache. Für die Fahrer von Elektroautos eröffnen sich mit dem intelligenten Sensor ebenfalls neue Optionen. Die Lösung kann auf den Parkplätzen mit angeschlossener Ladestation ebenso leicht installiert werden, wie auf allen anderen Stellflächen. Mit einer entsprechenden App lassen sich die verfügbaren Ladestationen durch den Fahrer zeitnah orten und auch reservieren. „Ladestationen können auf diese Weise gezielt angefahren werden, bevor der Batterie des Elektroautos der Strom ausgeht“, sagt Unitronic-Geschäftsbereichsleiter Werner Niehaus. „Das ist komfortabel und umweltfreundlich.“

Unterschiedliche Montagemöglichkeiten für mehr Flexibilität

Ein gutes System ist als ein im Boden eingelassener, oder an der Oberfläche montierter Sensor verfügbar, der problemlos auf ausgewiesenen Parkflächen sowie auf als Parkraum ausgewiesenen Straßen- oder Straßenabschnitten installiert werden kann. Dafür wird der Sensor einfach in die Straße eingelassen oder fest auf den jeweiligen Belag montiert.

Nach dem gleichen Schema lassen sich große Parkflächen von Einkaufszentren oder Industrie- und Gewerbegebieten ausrüsten. Mithilfe von Erkennungsalgorithmen, stellt der geomagnetische Sensor fest, ob ein Parkplatz durch ein Fahrzeug belegt ist oder nicht. Über ein oder LoRa-Gateway werden die ermittelten Messwerte in Echtzeit an eine Cloud oder einen Server übertragen. Zur sicheren Identifizierung und einfachen Zuordnung der Freifläche verfügt jeder Sensor über seine eigene Identifizierungsnummer.

Niedriger Energieverbrauch und hohe Genauigkeit

So kann ein sensorbasiertes Parksystem mit Cloud-Anbindung funktionieren.
So kann ein sensorbasiertes Parksystem mit Cloud-Anbindung funktionieren.
( Bild: Unitronic AG )

Besonders empfehlenswert sind Lösungen, deren Sensoren und Algorithmen einen möglichst geringen Stromverbrauch benötigen. Eine Batterielebensdauer von 10 Jahren stellt sicher, dass eine zuverlässige und kontinuierliche Fahrzeugerkennung lange Zeit gewährleistet ist. Auf diese Weise wird jedes Parkereignis zuverlässig erfasst. Wichtig ist auch, dass die magnetischen Parksensoren über spezielle Algorithmen verfügen, die magnetische Interferenzfelder zuverlässig filtern. Damit werden Störungen, die von U-Bahnen, Freileitungen oder dem vorbeifahrenden Verkehr ausgelöst werden können, ignoriert. Falsche Messwerte lassen sich so erheblich reduzieren.

Der Parksensor kann auch in kritischen oder rauen Umgebungen eingesetzt werden. So ist ein gutes System in der Lage, Temperaturschwankungen von -30°C bis hin zu +70°C problemlos standzuhalten. Die Ergebnisse der Messungen werden durch diese extremen Eigenschaften eines Einsatzgebietes nicht beeinflusst. Als echtes IoT-Tool kann der Parksensor mithilfe des integrierten Bluetooth Low Energy (BLE) Moduls ’remote, also aus der Ferne, gewartet und administriert werden. Software-Upgrades lassen sich bei Bedarf jederzeit über eine mobile App einspielen.

Über eine Cloud-Anbindung kann zusätzlich ein umfangreiches Dashboard zur Verfügung gestellt werden. Kommunen oder private Parkraumbetreiber können damit ihr gesamtes Platzangebot sowie die entsprechenden Daten verwalten und überwachen. Die Installation, sowie die Verifizierung, Diagnose und Überwachung lassen sich auf diese Weise von zentraler Stelle durchführen. Ein lückenloses Berichtswesen ermöglicht jederzeit den transparenten Überblick über sämtliche Transaktionen, die auf einer Parkfläche durchgeführt werden. So lassen sich beispielsweise auch die ungeliebten Dauerparker auf den Parkplätzen von Einkaufszentren schnell identifizieren.

Sowohl Kommunen als auch private Betreiber können also mit einem solchen System zur Bewirtschaftung freier Stellplätze einen Teil zur Reduzierung des Parksuchverkehrs beitragen.

* Petra Adamik arbeitet als freie Autorin.

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