Zu Gast bei Watson

Selbstlernende IT-Systeme halten Einzug in die Fertigung

| Redakteur: Franz Graser

Andrea Martin, Chief Technology Officer von IBM in München, entwirft ein Bild des künftigen Marktes für Industrieanwendungen im IoT.
Andrea Martin, Chief Technology Officer von IBM in München, entwirft ein Bild des künftigen Marktes für Industrieanwendungen im IoT. (Bild: Franz Graser)

Künstliche Intelligenz, Machine Learning und kognitive Systeme besitzen das Potenzial für einen weiteren Effizienzsprung in der industriellen Fertigung. Insbesondere können sie für tiefere Analysemethoden sorgen, um Produkte und Prozesse zu verbessern.

Bei der Pressevorschau auf die Fachmesse „Digital Factory“ im Rahmen der HMI machten die Organisatoren der Schau im gerade erst eröffneten globalen Hauptquartier der IBM-Sparte Watson IoT in München Station. Für die Macher der Digital Factory markiert die diesjährige Ausgabe der Schau einen Meilenstein, der sich auch im Motto „Creating Value“ ausdrückt.

Ging es bisher darum, Visionen, Wege und Potenziale der Industrie 4.0 und der smarten Fabrik vorzustellen, so steht jetzt der konkrete Nutzen der verfügbaren Technik im Vordergrund. „Es wird deutlich werden, dass die Digitalisierung der Industrie mit großen Schritten voranschreitet“, freute sich Rainer Glatz, Geschäftsführer des Fachverbandes Software und Elektrische Automation im VDMA, der die Digital Factory von Anfang an begleitet hat.

Insbesondere widersprach Glatz den Studien und Pressemeldungen, wonach der deutsche Mittelstand im Begriff sei, die Digitalisierung zu verschlafen. Die VDMA-Studien kämen zu anderen Ergebnissen: Ein Drittel der Maschinenbauer verfüge bereits über eine ausformulierte Digitalisierungsstrategie, weitere 25 Prozent plane die Einführung einer solchen Strategie in den kommenden drei Jahren.

Darüber hinaus seien viele Maschinenbauer dabei, sich IT- und Softwarekompetenzen hinzuzukaufen. Die Bedeutung der IT für den Maschinenbau zeige sich auch daran, dass es im VDMA bereits 350 Softwarefirmen gebe, sagte Glatz.

VDMA baut Think Tank für den Mittelstand auf

Um das Thema der Digitalen Fabrik noch weiter in den Mittelstand zu tragen, hat der Verband der Maschinenbauer im Jahr 2015 bereits ein Kompetenzzentrum „Future Business“ geschaffen. Der VDMA kooperiert dabei mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Eric Maiser, der Leiter dies Kompetenzzentrums, bezeichnete dieses als Think Tank, den kleinere Firmen normalerweise nicht haben. Dieser Think Tank wolle Themen wie Industrie 4.0 und Co. „für den Mittelstand herunterbrechen“, wie Maiser betonte.

Als eines der Trendthemen wurde bereits das maschinelle Lernen identifiziert. In Workshops wurden mehrere Szenarien über selbstlernende Systeme definiert und durchgespielt. Im Ergebnis komme „keines der Zukunftsbilder ohne eine gewisse Form von Machine Learning aus“, erklärte Maiser.

Für den Industrieanalysten Ulrich Sendler sind Themen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning jetzt auch reif, um Einzug in die industrielle Fertigung zu halten. Das Thema KI sei zwar keineswegs neu, seit dem Start im Jahr 1956 habe es auch mehrere KI-Wellen gegeben. Jetzt sieht Sendler die Zeit für den Durchbruch aber für gekommen, denn „die ganzen Rahmenbedingungen passen“, so der Analyst. Das von Google DeepMind entwickelte Computerprogramm „AlphaGo“ habe beispielsweise den südkoreanischen Profi Lee Sedol, der zwischenzeitlich als stärkster Go-Spieler der Welt galt, sehr deutlich geschlagen. „Das ist das Machine Learning gewesen“, so Sendler.

Der Analyst beobachtete, dass eine ganze Reihe von Unternehmenssoftware-Anbietern mittlerweile auf KI und Machine Learning und die daraus resultierenden Analysefähigkeiten setzten. Unter anderem gehe es darum, Daten, die aus dem Betrieb von Industrieprodukten gewonnen würden, wieder in die Software einzuspeisen, etwa um die Wartung zu optimieren. Ursprünglich seien ERP- und PLM-Softwaresysteme gar nicht darauf ausgelegt gewesen, Daten aus dem Betrieb aufzunehmen und zu analysieren. „Sie müssen es aber schaffen“, erklärte Sendler kategorisch.

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