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Digitalisierung Sechs digitale Trends für die Fertigungsindustrie

| Autor / Redakteur: Sarina Kunze / Christoph Seyerlein

Mit der Digitalisierung steht die Fertigungsindustrie vor einem großen Wandel. Sean Riley von der Software AG sieht neben fünf anderen Trends auch das Internet der Dinge im Kommen.

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Die Digitalisierung wird auch in der Fertigungsindustrie zu tiefgreifenden Veränderungen führen.
Die Digitalisierung wird auch in der Fertigungsindustrie zu tiefgreifenden Veränderungen führen.
(Foto: Audi)

Nach der Einschätzung von Sean Riley, verantwortlich für Global Manufacturing und Supply Chain Solutions der Software AG, kommen 2016 durch die Digitalisierung eine Fülle an Chancen, aber auch Unwägbarkeiten auf die Industrie zu: „Nur eines ist sicher: Die Hersteller werden sich darum bemühen, ihre Geschäftspraktiken, Wertschöpfungsketten und Kundenangebote flexibler und agiler zu gestalten.“ Ihre Kunden und Märkte befänden sich in einem Transformationsprozess, die Geschäftsprozesse weltweit veränderten sich in atemberaubendem Tempo. „Dabei zeichnen sich sechs digitale Trends ab, auf die sich Hersteller 2016 einstellen müssen, um erfolgreich zu bleiben.“

1. Digitale Transformation: Motor für Wachstum und Gewinn

Hersteller werden in diesem Jahr neue Technologien einsetzen, um operative Strukturen zu verändern und Prozesse, Ereignisse, Maßnahmen, interne Akteure und externe Partner digital zu vernetzen. Auf diese Weise werden globale Standards geschaffen, die sich flexibel an unterschiedliche Regionen, Kunden oder Produkte anpassen lassen.

Außerdem werden Daten über Produktverwendung, Produktionskapazitäten, Kunden- und Marktanforderungen schneller als je zuvor erfasst, analysiert und bereitgestellt. Mit der Transformation zu einem digitalen Unternehmen schöpfen Hersteller nicht nur die Produktivität ihrer Partner vollständig aus, sondern nutzen und verbreiten deren Wissen im gesamten Unternehmen. Auf dieser Grundlage werden die Fertigungsstrategie und alle wesentlichen Initiativen aufbauen, denn der Erfolg der digitalen Transformation wird direkt daran gemessen, wie sie sich auf das Geschäftsergebnis auswirkt.

2. Konsequente Kundenorientierung: Triebkraft für Innovationen

Auch die Wertschöpfungskette der Fertigungsindustrie wird zunehmend von den Anforderungen der Kunden geprägt und anhand ihrer schon bekannten und noch unbekannten Bedürfnisse umgestaltet. Aus diesem Grund werden die Hersteller schneller als erwartet neue Kapazitäten wie die kundenspezifische Massenfertigung schaffen, um Unternehmens- und Privatkunden differenzierte Produkte anbieten können. Diese verstärkte Kundenorientierung geht Hand in Hand mit der Ausbreitung von Mikrologistiknetzwerken, die das fertige Produkt direkt zum Verbraucher bringen und unmittelbar auf die Kundennachfrage reagieren können.

3. Das Internet der Dinge: eine neue Umsatzquelle

Das Internet der Dinge beschleunigt den Übergang zu Geschäftsmodellen, bei denen nicht der Erwerb einer Ware oder Dienstleistung, sondern ihre Nutzung in Rechnung gestellt wird. Die Hersteller werden 2016 verstärkt Preismodelle für Geräte und Produkte anbieten, die auf dokumentierten Ergebnissen basieren. Einzelne Branchen werden davon besonders stark betroffen sein, beispielsweise Industriegerätehersteller, Kraftwerksbetreiber und Anbieter von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen.

Durch eine genaue Abstimmung auf den Bedarf des Kunden wirken diese Preismodelle der Stagnation und dem Druck auf die Gewinnmargen entgegen. Die Hersteller von Industriegeräten beispielsweise werden ihre Preise anhand der Produktionsmenge, der Verfügbarkeit und der Laufzeiten von Maschinen berechnen, denn sie werden in der Lage sein, die Anlagenleistung genau zu überwachen und die noch verbleibende Lebensdauer von Maschinen und Teilen dynamisch vorauszuberechnen. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass die Anlagen effektiv instandgehalten und verwendet werden, ohne dass es zu Ausfällen oder nicht geplanten Wartungsunterbrechungen kommt.

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