Fachkräftemangel Schluss mit dem Nerd-Klischee: Weibliche Informatik-Talente aktiv fördern

Ein Gastkommentar von Adeline Silva Schäfer*

Frauen sind in naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern nur mit etwas mehr als 32 Prozent vertreten und damit nach wie vor unterrepräsentiert – trotz zahlreicher Initiativen. Ein Plädoyer von Adeline Silva Schäfer vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering.

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Es gibt sie, bisher jedoch nur vereinzelt – Frauen in der Informatik.
Es gibt sie, bisher jedoch nur vereinzelt – Frauen in der Informatik.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Zahl ist erschreckend, doch es geht noch schlimmer: Laut dem aktuellen Ingenieurmonitor 2021/III liegt der Frauenanteil in Informatikerberufen noch immer bei lediglich 16,3 Prozent. Demnach mag zwar die Anzahl an Informatikerinnen in den vergangenen Jahren stetig zugenommen haben; wir sind jedoch noch weit davon entfernt, das Potenzial von Frauen in der Informatik-Branche voll auszuschöpfen. Hier ist dringend Handlungsbedarf erforderlich!

Was sich ändern muss

Dass Informatikerinnen und Informatikern noch immer der Ruf vorauseilt, in abgedunkelten Räumen einsam vor ihren Computern zu sitzen und sozial wenig zu interagieren, hält sich als Zerrbild nicht nur beständig. Derartige Stereotypen sorgen vor allem auch dafür, dass sich nochmals weniger junge Frauen für ein Informatik-Studium interessieren als es bislang schon der Fall ist.

Was wir stattdessen brauchen, ist eine besonders frühzeitige realistische Vermittlung des Anforderungsprofils an ein Informatik-Talent – etwa, indem Unternehmen und Forschungseinrichtigungen wesentlich aktiver mit Schulen und Universitäten kooperieren, Praktika ermöglichen und den realen Arbeitsalltag regelmäßig an Bildungseinrichtungen vorstellen. Tatsächlich benötigen Informatiker und Informatikerinnen nämlich ein besonders hohes Maß an sozialer Kompetenz: Die Fähigkeit zum Team-Work, ein professionelles Kommunikationsverhalten gegenüber Kunden und ein hohes Maß an Kreativität sind absolut unerlässlich.

Darüber hinaus muss auch in der Informatik-Branche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf klar gefördert und befürwortet werden. Existieren hier die notwendigen Rahmenbedingungen, steigt die Chance, dass endlich auch mehr Frauen in der Informatik Karriere machen; und sich so schließlich zu echten Rollenvorbildern entwickeln. Auch das wiederum kann – und muss letztlich – dazu beitragen, noch wesentlich mehr junge Frauen für dieses spannende Berufsbild zu begeistern. Feststeht nämlich: Gerade im Hinblick auf den zunehmenden Bedarf an klimafreundlichen Produkten und Technologien werden wir in Zukunft eher noch deutlich mehr talentierte Informatikerinnen und Informatiker benötigen als ohnehin schon.

* Adeline Silva Schäfer arbeitet als Researcherin am Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern.

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