Humanoide Roboter

Schau mir in die Augen, kleiner Robo!

| Redakteur: Jürgen Schreier

Humanoide Roboter wie der NAO von Aldebaran Robotics wurden von den Probanden als menschenähnlicher wahrgenommen, wenn sie Blickkontakt halten.
Humanoide Roboter wie der NAO von Aldebaran Robotics wurden von den Probanden als menschenähnlicher wahrgenommen, wenn sie Blickkontakt halten. (Bild: Liliana Merlin Frevel)

Humanoide Roboter können den Menschen im Alltag unterstützen. Doch akzeptieren wir den Roboter - also eine Maschine - auch als Hilfe? Wissenschaftler der Hochschule Coburg haben herausgefunden, dass der Blickkontakt zwischen Mensch und Roboter dabei eine wesentliche Rolle spielt.

In einem Experiment mit unterschiedlichen Versuchsteilnehmern untersuchten Prof. Dr. Kolja Kühnlenz und Dr. Barbara Kühnlenz, wie sich der Blickkontakt zwischen Mensch und humanoidem Roboter darauf auswirkt - das heißt, ob wir den Roboter als sozial präsentes, belebtes und menschenähnliches Wesen wahrnehmen oder nicht.

Die beiden Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Wahrnehmung eines humanoiden Roboters als menschenähnliches Wesen signifikant erhöht, wenn der Blickkontakt dauerhaft aufrechterhalten wird. Bei Versuchsteilnehmern mit technisch-naturwissenschaftlichem Hintergrund war der Effekt stärker als bei Teilnehmern mit sozialwissenschaftlichem Hintergrund.

Diese Erkenntnisse können dazu beitragen, die Steuerung von Assistenz-Robotern im täglichen Leben zu optimieren und so den natürlichen Umgang mit dem Roboter zu verbessern.

Forschungsschwerpunkt: interaktive und mobile Robotersysteme

Ihre Forschungsergebnisse haben Prof. Dr. Kolja Kühnlenz und Dr. Barbara Kühnlenz auf einem Robotiksymposium in Lissabon präsentiert. Mit rund 300 Teilnehmern gehört die Jahrestagung „IEEE Symposium on Robot and Human Interactive Communication (RO-MAN)“ zu den größten und meistbeachteten Fachkonferenzen in Bereich Mensch-Roboter-Interaktion weltweit. Das Forschungspapier ist aus einer Zusammenarbeit mit dem Bachelorstudenten Zhi-Qiao Wang (Automatisierungstechnik und Robotik) entstanden.

Im Labor für Robotik der Hochschule Coburg wird an interaktiven und mobilen Roboter-Systemen geforscht, die Menschen in ihrem täglichen Leben und ihrem beruflichen Alltag unterstützen (Assistenzroboter). Die Arbeiten beinhalten sowohl grundlegende technische Fragestellungen des Systemdesigns als auch sozialpsychologische Ansätze für die Verhaltenssteuerung von Robotern und ihre Koordination mit dem menschlichen Gegenüber.

Roboter-Regelung und Menschenmodellierung

Dabei geht es insbesondere um die maschinelle visuelle Wahrnehmung und Roboter-Regelung, die Aufmerksamkeitssteuerung, die Interaktionssteuerung sowie die sozialpsychologisch fundierte Modellierung des Menschen.

Weitere Aspekte sind die Entwicklung komplexer Systeme für den Einsatz in realen innerstädtischen Umgebungen. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig. Sie umfassen die physische Unterstützung, z.B. mittels robotischer Tragehilfen, aber auch die Verhaltenskoordination und Gesundheitsförderung in der industriellen Mensch-Roboter-Kooperation. Ein weiteres - inzwischen abgeschlossenes - Projekt ist die Gesundheitsförderung in der industriellen Mensch-Roboter-Interaktion durch affektsensitive Robotik.

Tanzen und lachen mit Roboter Pepper

Mensch-Computer-Interaktion

Tanzen und lachen mit Roboter Pepper

06.09.17 - An der Universität Siegen trainiert ein Projektteam einen Roboter für seinen Einsatz im Altenheim. Er soll die Senioren zum Beispiel mit Pantomime und Tanz unterhalten oder ihnen bei Übungen zur körperlichen Fitness helfen. In Japan erfreut sich der humanoide Roboter bereits großer Beliebtheit. lesen

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