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VDMA Robotik + Automation - die unendliche Boomgeschichte

| Redakteur: Jürgen Schreier

Seit sieben Jahren kennt die deutsche Robotik- und Automationsbranche nur einen Weg - nämlich den nach oben. Auch für das Jahr 2017 wird, wie der Branchenverband VDMA Robotik + Automation heute verkündete, ein Plus von 7 Prozent erwartet.

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Der Umsatz mit intelligenten Montage- und Produktionslösungen stieg im letzten Berichtsjahr um 2 Prozent auf 7 Milliarden Euro.
Der Umsatz mit intelligenten Montage- und Produktionslösungen stieg im letzten Berichtsjahr um 2 Prozent auf 7 Milliarden Euro.
(Bild: Schaeffler)

Die deutsche Robotik und Automation ist weiterhin auf Wachstumskurs: Zuletzt - also 2016 - erreichte das Umsatzvolumen einen neuen Rekordwert von 12,8 Milliarden Euro. Seit der Finanz- und der nachfolgenden Wirtschaftskrise - also in den letzten sieben Jahren - hat sich der Branchenumsatz der Hersteller von Robotern, Automatisierungssystemen und industrieller Bildverarbeitung mehr als verdoppelt. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert der VDMA ein Wachstumsplus von 7 Prozent.

Automatisierer blicken voller Optimismus in die Zukunft

„Im weltweiten Wettlauf, die Industrie zu modernisieren, profitieren die Marktteilnehmer aus Deutschland von einer robusten Konjunktur. Unsere Branche schaut mit Optimismus in die Zukunft“, sagte Dr. Norbert Stein, Vorsitzender des Vorstands von VDMA Robotik + Automation auf der Jahrespressekonferenz am 20. Juni 2017 in Frankfurt.

Das Umsatzvolumen der drei Segmente - Robotik, Integrated Assembly Solutions und Industrielle Bildverarbeitung erhöhte sich von 6,2 Milliarden Euro (2009) auf 12,8 Milliarden Euro (2016). Für das Jahr 2017 rechnet der VDMA bei der Robotik und Automation mit einem Rekordumsatzvolumen von 13,7 Milliarden Euro.

Deutsche Roboter, Montagetechnik und Bildverarbeitungssysteme sind weltweit begehrt. Die Folge: Der Exportumsatz stieg 2016 um knapp 9 Prozent, das Inlandsgeschäft verblieb auf Rekordniveau. Deutschland ist mit einem Umsatzanteil von 43 Prozent größter Einzelmarkt. Beim internationalen Absatz sind Europa mit einem Anteil von 30 Prozent, China mit 10 Prozent und Nordamerika mit 9 Prozent die Hauptwachstumstreiber. Der Exportanteil der deutschen Robotik und Automation steigt auf 57 Prozent.

Robotik "wuppt" neuen Umsatzrekord

Die größte Teilbranche der deutschen Robotik und Automation bleiben die Integrated Assembly Solutions - also intelligente Montage- und Produktionslösungen. Hier stieg der Umsatz im letzten Berichtsjahr um 2 Prozent auf 7 Milliarden Euro. Das Inlandsgeschäft legte dabei um 3 Prozent und der Export um 1 Prozent zu. Mit einem Umsatzanteil von 69 Prozent steht die Automobilindustrie bei den Systemumsätzen an erster Stelle. Für 2017 prognostiziert der VDMA ein Umsatzwachstum von 6 Prozent auf den neuen Rekord von 7,4 Milliarden Euro.

Die deutsche Robotik erwirtschaftete mit 3,6 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und erreicht damit einen neuen Spitzenwert. Nach den jüngsten Zahlen des Weltroboterverbands IFR erreicht Deutschland mit einem Bestand von 189.400 Industrierobotern im weltweiten Vergleich den fünften Rang. In Stückzahlbetrachtung nahm die Roboterproduktion um 21 Prozent zu. Für 2017 prognostiziert der VDMA eine Umsatzsteigerung von mindestens 8 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

Die industrielle Bildverarbeitung konnte ihr im Geschäft im Berichtsjahr um 9 Prozent den Rekordmarken steigern. Dabei nahm das Inlandsgeschäft um 3 Prozent, das Auslandsgeschäft um 14 Prozent zu. Der VDMA rechnet für 2017 mit einem Umsatzplus von 10 Prozent.

Digitalisierung eröffnet Chancen für den Arbeitsmarkt

Das Arbeitskräfteangebot in Deutschland wird sich bis 2040 stark verringern, weil die so genannten Babyboomer-Jahrgänge aus dem Erwerbsalter herauswachsen und geburtenschwache Jahrgänge nachfolgen. In Zahlen ausgedrückt schrumpft das Erwerbspotenzial in Deutschland bis zum Jahr 2040 um 10 Millionen Menschen, was einem Minus von 20 Prozent entspricht.

Der "digitalen Transformation" mit Robotik und Automation kommt vor diesem Hintergrund eine Schlüsselrolle zu: „Demographie und Digitalisierung bieten in den nächsten Jahrzehnten für Deutschland die einmalige Chance Innovation, Qualifikation und Wettbewerbsfähigkeit zu einer positiven Allianz von wirtschaftlicher Stärke und sozialer Solidarität zu verbinden“, ist Dr. Horst Neumann vom Institut für die Geschichte und Zukunft der Arbeit (IGZA) in Berlin überzeugt. „Eine beschleunigte Digitalisierung und daraus folgende Produktivitätssteigerungen sind zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig und bilden die Basis der Finanzierung von Infrastruktur, Bildungs- und Rentensystem“, so der Wissenschaftler. Weitere Details finden sich im Arbeitspapier des IGZA.

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