Machine Learning

Roboter sollen bald selbstständig denken

| Redakteur: Hendrik Härter

Keine dummen Maschinen: Autarke Roboter werden in Zukunft Helfer und Kollege für uns Menschen. Das sagt Prof. Dr. Sami Haddadin.
Keine dummen Maschinen: Autarke Roboter werden in Zukunft Helfer und Kollege für uns Menschen. Das sagt Prof. Dr. Sami Haddadin. (Bild: MathWorks)

Noch stehen Roboter hinter Schutzzäunen und erledigen monotone Arbeiten. Doch künftig sollen sie selbstständig handeln können. Roboterforscher Prof. Haddadin gibt einen Ausblick.

Auf der CES 2018 in Las Vegas präsentieren die Hersteller unter anderem ihre Entwicklungen zu Robotern. So zeigt LG beispielsweise einen Hilfsroboter, der Essen servieren und auch das Gepäck tragen soll. Die Richtung ist klar: Künftige Robotergenerationen sollen kostengünstig, flexibel und einfach zu bedienen sein.

Prof. Dr. Sami Haddadin gilt als einer der führenden Roboterforscher in Deutschland. In seiner Keynote auf der MATLAB EXPO im Sommer letzten Jahres gab er Einblick in seine Vision der Robotik der Zukunft. Prof. Haddadin definiert Roboter als intelligente, lernfähige Werkzeuge, die in der Lage sind, den Menschen zu unterstützen, und verortet sie so als nächste Entwicklungsstufe der Werkzeuge in einer Linie nach Steinkeil, Dampfmaschine und Computer.

Roboter handeln (noch) nicht selbstständig

Dennoch sind die meisten Roboter heute noch weit davon entfernt, selbstständig handeln zu können. Stattdessen stehen sie hinter Schutzzäunen und absolvieren immer die gleichen Arbeitsabläufe. Zudem beschränken sich ihre Freiheitsgrade meist auf sechs oder höchstens zwölf Dimensionen. Das bedeutet: Die Roboter, die heute im Einsatz sind, fungieren zum größten Teil als Produktionsmaschinen mit festgelegten Aufgaben und sind abgeschottet vom Menschen.

Der technische Fortschritt der letzten Jahre hat es ermöglicht, Robotern einen neuen Platz in der Arbeitswelt und im privaten Umfeld zu geben. Ein wichtiger Punkt ist, dass wir nun den Robotern beibringen können, mit dem Menschen zu interagieren. Besonders wichtig ist in diesem Punkt die Ingenieurstechnologie, die den Roboter hoch beweglich macht. So verfügt zum Beispiel der vom DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) entwickelte Roboter Agile Justin über 53 Freiheitsgrade.

Ebenso zentral für die Interaktion mit dem Menschen ist die Sensorik, mit der ein Roboter ausgestattet ist. Denn über Sensoren kann der Roboter seine Umwelt und so auch Menschen in seiner Umgebung wahrnehmen. Zudem kann er merken, wenn ein Mensch physisch mit ihm interagiert.

Der Punkt, in dem Roboter dem Menschen schon einen großen Schritt voraus sind, ist die Vernetzung. Roboter können bereits heute untereinander kommunizieren und eine kollektive Intelligenz bilden. Genau hier können sie den Menschen auch weiter unterstützen, indem sie die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschineninformationen bilden.

Cobots sind vernetzt

Prof. Haddadin: „Ein ganz zentraler Meilenstein, wenn nicht sogar Quantensprung der derzeitigen Entwicklung sind die Cobots, das heißt, Roboter, die mit dem Menschen interagieren können und zugleich miteinander vernetzt sind.“

Durch die Vernetzung untereinander sammeln die Roboter eine Vielzahl an Daten, die sie nutzen können, um aus ihnen zu lernen und Entscheidungen zu treffen. Diese autonome Handlungsfähigkeit macht den Roboter zu einem wertvollen Unterstützer. Denn ein autonomer Roboter kann mehr als nur eine vordefinierte Handlung ausführen, besitzt Lernfähigkeit und kann für verschiedene Zwecke und Tätigkeiten eingesetzt werden.

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