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Qualitätssicherung Roboter mit künstlicher Intelligenz inspiziert Baugruppen

| Redakteur: Hendrik Härter

Mit einem Roboter und einer entsprechenden künstlichen Intelligenz lassen sich Baugruppen und Endprodukte inspizieren. Das System von Kitov wird jetzt von ATEcare im DACH-Raum vertrieben.

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Kitov One ist ein Roboter, der in Kombination mit einer künstlichen Intelligenz Baugruppen und elektronische Endprodukte inspizieren kann. Kitov und ATEcare sind jetzt eine Vertriebspartnerschaft eingegangen.
Kitov One ist ein Roboter, der in Kombination mit einer künstlichen Intelligenz Baugruppen und elektronische Endprodukte inspizieren kann. Kitov und ATEcare sind jetzt eine Vertriebspartnerschaft eingegangen.
(Bild: Gilad Furst)

Mit AOI, SPI und AXI will das Vertriebs- und Beratungsunternehmen ATEcare sein Inspektionsportfolio erweitern. Deshalb ist ATEcare jetzt offizieller Vertriebspartner der Region DACH für das Roboter-Inspektionssystem von Kitov. „Die Inspektion von elektronischen Baugruppen durch verschiedene Systeme ist heute Standard in der Elektronikindustrie.

Trotz der vielen Hilfen, die ein Inspektionssystem seinen Anwender bietet, ist bei der Inspektion von Endprodukten eine weitere wirkliche Unterstützung notwendig. Besonders hier könnte die Kombination mit Künstlicher Intelligenz (KI) hilfreich sein“, sagt Olaf Römer, Geschäftsführer von ATEcare.

Gerade bei Teilprodukten oder Endgeräten müssen viele unterschiedliche Parameter geprüft werden. Hier kann eine künstliche Intelligenz (KI) hilfreich sein. „Viele Entwickler hatten sich an diesem Thema die Zähne ausgebissen. Doch Kunden fragten uns immer wieder, ob so einer Unterstützung erhältlich sei. Uns beschäftigte also dieses Thema der Inspektion von Endgeräten schon sehr lange“, führt Römer weiter aus. Bis 2019, als Römer auf das israelische Unternehmen Kitov, die zur deutschen Hahn Gruppe gehören, stieß.

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3D-Universalsystem zur Inspektion mit KI

Mit dem Kitov One hat das Unternehmen das erste 3D-Universalsystem entwickelt, mit dem sich praktisch jedes Produkt inspizieren lässt. „Beim Kitov One geht es nicht um eine weitere Inspektionslösung für elektronische Baugruppen, was prinzipiell auch möglich wäre, sondern es geht hier vorrangig um die Zwischen- oder Endkontrolle eines Endproduktes“, erklärt Römer.

Der Kitov One verwendet eine 3D-Bildverarbeitung und Deep-Learning-Algorithmen. Dadurch erreicht das System ein hohes Erkennungsniveau. Menschliche Lernprozesse werden von dem System nachgeahmt und Kitov One lernt, fast jedes Produkt optimal zu prüfen.

Anwender benötigen beim Einrichten des Systems keine Programmierkenntnisse oder Kenntnisse in Robotik oder Optik. Die Software berechnet und steuert dabei die Prozesse der Bildaufnahme und Bildverarbeitung mithilfe voreingestellter Algorithmen. Damit lassen sich Fehler finden und klassifizieren wie beschädigte oder falsche Bauteile, Kratzer, Oberflächenbeschädigungen, fehlerhafte Schrauben oder falsche Kennzeichnungen.

Modell mit allen möglichen Ansichten

Der Kitov One besteht aus einem Roboter, der nicht programmiert werden muss. Der Anwender gibt lediglich die Außenmaße des zu inspizierenden Produktes an oder verarbeitet vorhandene 3D-CAD-Daten. Dadurch kennt das System die idealen Abstände aus allen seitlichen Ansichten sowie der Draufsicht. Im Anschluss erstellt der Kitov One selbstständig ein 3D-Modell mit allen möglichen Ansichten.

Im nächsten Schritt wird die KI eingesetzt. Aus riesigen Datenmengen und Bildern bietet das System Inspektionen an, die automatisch platziert werden können. Dazu wird ein Vorgabeprodukt programmiert, um zu beschreiben, welche Bereiche geprüft werden sollen. Danach erkennt das System vollautomatisch alle Fehler. „Hierbei muss beispielsweise eine Schraube nicht angelernt werden. Sie wird einfach automatisch erkannt“, sagt Römer.

An allen folgenden Produkten werden nun Fehler detektiert und aufgezeichnet. Dem Bediener werden diese Fehler angezeigt und er muss entscheiden, ob das Gezeigte in Ordnung, vielleicht akzeptabel oder definitiv ein Fehler ist. Dieses Vorgehen wird eine Zeitlang parallel durchgeführt, bis der Kitov One die menschliche Betrachtungs- und Entscheidungsweise gelernt und übernommen hat.

„Das erste System haben wir bereits verkauft. In diesem Fall wurden bisher in einem Vier-Augenverfahren die Endprodukte manuell inspiziert. Dies hat bis zu zwei Stunden je Produkt gedauert. Diese Zeit haben wir massiv gesenkt, bei einem verbesserten Inspektionsergebnis“, freut sich Römer. Der Kitov One steht als Demonstrationseinheit Interessierten bei ATEcare, am Standort bei München, zur Verfügung und kann live mit Kundenprodukten evaluiert werden.

Der Artikel ist ursprünglich auf unserem Partnerportal elektronikpraxis erschienen.

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