eHealth

Roboter-Katheter findet präzise den Weg zum Herz

| Redakteur: Hendrik Härter

Die Digitalisierung auch im Gesundheitswesen voranzutreiben, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung.
Die Digitalisierung auch im Gesundheitswesen voranzutreiben, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung. (Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Wissenschaftler haben einen Roboter-Katheter entwickelt, der mithilfe von Sensoren und Software autonom durch Venen zum Herzen navigiert. Dabei geht er präziser vor als ein Chirurg.

Schon heute ist es während einer Operation möglich, dass Roboter den Arzt assistieren oder bestimmte Eingriffe autonom erledigen. Damit Roboter ihre Umgebung wahrnehmen können, sind Sensoren für die physikalischen Parameter zuständig und eine Software wertet die Daten aus. Künftig wollen Wissenschaftler noch einen Schritt weiter gehen: Winzige Roboter sollen Arzneien direkt an die Stelle im Körper bringen, an der sie wirken sollen.

Digitaler Zwilling: Ein Herzensprojekt

Forschung

Digitaler Zwilling: Ein Herzensprojekt

20.03.19 - Inmitten der Medizin der Zukunft existiert auch ein Patient der Zukunft – und dieser ist nicht mehr aus Fleisch und Blut, sondern ein individuell angepasstes, virtuelles Computermodell. Das Konzept hinter diesem Modell trägt den Namen „Digitaler Zwilling“ und wird aktuell von der Uniklink Heidelberg, gemeinsam mit Siemens Healthineers, vorangetrieben. lesen

Wissenschaftler des Boston Childrens Hospital haben einen Herzkatheter entwickelt, der selbstständig durch das Venensystem zum Herz navigiert und dort das einprogrammierte Ziel findet. Hierzu hat man Sensortechnik entwickelt, die zusammen mit Algorithmen am Verhalten von Nachtaktiven Tieren inspiriert ist. Dem Katheter dient als Grundlage eine Kombination aus Tast- und Sehsinn, um durch die Venen zum Herz zu gelangen. Sensoren an der Spitze orientieren sich durch Berührung an den Gefäßwänden. Dabei sind die implementierten Algorithmen in der Lage, die Art des Gewebes zu bestimmen, ob es im Herz ist und welche Bewegung als nächstes folgen soll. Mithilfe einer Kamera sieht der Arzt das Gewebe, welches die Katheterspitze berührt hat. Drucksensoren ermitteln die Anpressstärke des Katheters und verhindern, dass die Gefäßwand geschädigt wird. Auch hier unterstützt der autonome Katheter den Mediziner und soll ihn nicht ersetzen.

Einen mit Sensoren und Software ausgestatteten Katheter haben Wissenschafter entwickelt, der autonom in der Vene zum Herzen navigiert.
Einen mit Sensoren und Software ausgestatteten Katheter haben Wissenschafter entwickelt, der autonom in der Vene zum Herzen navigiert. (Bild: Science Robotics 24 Apr 2019: Vol. 4, Issue 29, eaaw1977)

Autonomer Katheter findet den Weg

Getestet wurde der mit Sensoren und Algorithmen ausgestattete Katheter an einem Schweineherz: Sie ersetzten die Aortenklappe beim Schwein durch eine künstliche Herzklappe, die an drei Stellen undicht war. Der autonome Katheter sollte jetzt selbstständig zur linken Herzklammer und diese erreichen. Zum Vergleich hat ein Arzt die gleiche Aufgabe manuell sowie mit einem Katheter, der über einen Joystick geführt wird. Nach 90 Tests hatte der autonome Katheter 89 Mal sein Ziel erreicht. Der mit einem Joystick geführte Katheter war langsamer als ein Chirurg, der den Katheter manuell führte.

E-Health: Patienten sorgen sich um Datensicherheit

Security

E-Health: Patienten sorgen sich um Datensicherheit

04.01.19 - E-Health bietet Patienten eine Vielzahl neuer Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten, öffnet jedoch auch Tür und Tor für Angriffe von außen. Eine aktuelle Studie von PwC zeigt: Patienten sind sich dessen durchaus bewusst. lesen

Das Ergebnis war deshalb interessant, weil der autonome Kathete sich durch eine blutgefüllte Vene zum schlagenden Herz navigieren musste. Ein nur wenige Millimeter großes Ziel. Künftig sollen sich mit dem Roboter-Katheter Eingriffe in Gefäßen, dem Verdauungstrakt oder in Atemwegen einsetzen lassen. Denkbar wäre auch, in Zukunft Operationen ohne Ärzte

Deep Learning, Robotik und AR: Die Medizin der Zukunft

IoT und Healthcare

Deep Learning, Robotik und AR: Die Medizin der Zukunft

24.08.18 - Dass uns Dr. Algorithmus sagt, welche Krankheit wir haben, ist bislang noch Zukunftsmusik. Doch die Medizinforschung hat in den vergangenen Jahren gewaltig zugelegt – nicht zuletzt mithilfe neuer Technologien. Dabei geht die Medizin mittlerweile weit über vernetzte Geräte hinaus. lesen

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis erschienen.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45889691 / Internet of Things)