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Logistik 4.0

RFID - Alles zu Chips, Reader & Tags

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Die Chips besitzen eine einzigartige Identität in Form einer Seriennummer, so dass sie eindeutig wiedererkennbar sind. Die Identität ist nicht veränderbar, was Missbrauch verhindern kann. Handelt es sich um einen mehrfach beschreibbaren Speicher, kann die Identität laufend und vollautomatisch durch zusätzliche Informationen erweitert werden (Auto-ID). In dieser Hinsicht sind beispielsweise bisherige Aufenthaltsorte von Waren interessant. Auch bei der Frage nach dem richtigen Kommissionierverfahren kommt man deshalb um RFID-Technologie kaum noch herum.

Tags verfügen meist nicht über eine eigene Energieversorgung. In dem Fall wird der Transponder passiv genannt. Die notwendige Energie für die Datenübertragung gibt der Reader an das Tag ab. Dabei muss es sich bei der Antenne um eine Spule handeln, die per Induktion einen Kondensator auflädt. Ausnahmen, die aktive Transponder genannt werden, sind mit einer eigenen Batterie versehen. Ihr Einsatz lohnt sich dann, wenn das Tag eine hohe Reichweite und diverse Zusatzfunktionen besitzen soll.

Transponder lassen sich am oder im zu kennzeichnenden Objekt anbringen. Sie werden beispielsweise aufgeklebt (z.B. an Paletten oder Kartons), direkt in Objekte eingearbeitet (z.B. in Schrauben, Schuhsohlen, Geldscheinen oder Dokumenten) und bei Lebewesen sogar implantiert (bei Haustieren hinter dem Ohr, bei Menschen in der Hand). Durch erfolgreiche Forschung und Entwicklung lassen sich seit 2006 auch temperaturbeständige Transponder verwenden. Sie können seither sogar in Metalle eingegossen werden, was diverse Vorteile mit sich bringt: Das Beschädigungs-, Abnutzungs- oder Verlustrisiko wird minimiert, sie sind außerdem unsichtbar.

Funktionsweise der Radio-Frequency Identification: Der Reader

Ein Lesegerät, das sich in räumlicher Nähe befinden muss, liest die Daten des Tags mit Hilfe eines elektromagnetischen Wechselfeldes oder hochfrequenten Radiowellen aus. Der Empfänger wird auch als Reader bezeichnet. Es existieren neben rein auslesenden Readern auch solche, die neue Daten auf den Speicher des Transponders schreiben können. Die ausgestrahlten Funkwellen werden durch das Tag beeinflusst, da dieses einen Teil der Energie reflektiert. So werden zunächst die eindeutige Identität und eventuell weitere abgefragte Informationen übermittelt. Zusätzlich lassen sich unterschiedliche Daten speichern.

Das Lesegerät ist eine Kombination aus Hardware und einer speziell programmierten Software. Umso mehr Reichweite ein Reader besitzen soll, desto mehr Energie in Form von elektrischem Strom muss für seine Verwendung aufgewendet werden. Typische Reichweiten liegen zwischen wenigen Zentimetern und einige Metern. Umso geringer die Reichweite, desto exakter lassen sich ausgewählte Transponder ansprechen.

Eine größere Reichweite lässt sich beispielsweise dazu nutzen, wenn zwei Objekte sich nicht zu nah annähern sollen. Das ist unter anderem bei Behältern mit entzündlichen Flüssigkeiten und funkensprühenden Arbeitsgeräten der Fall. Reader für die Radio-Frequency Identification stehen als Handheld-Ausführungen für den Handbetrieb bereit, können aber auch diverse andere Formen annehmen, zum Beispiel in Form eines Tors, durch das Warenströme geführt werden.

Wie RFID-Technologie in der Praxis eingesetzt wird, ist im folgenden Video anschaulich dargestellt. SAP benutzt die kleinen Chips hier als elektronische Lagerplatzverwaltung.

Kosten für die RFID-Technologie als Auto-ID

Transponder, beziehungsweise Tags sind trotz ihres großen Nutzens relativ günstig zu erwerben. Ein einzelnes Tag ist schon für wenige Cent zu haben. Je nach Ausstattung und Funktionsrepertoire kann der Preis allerdings um ein Vielfaches steigen. Im Durchschnitt müssen Unternehmer mit Kosten von rund 50 Cent pro Tag rechnen. Doch je verbreiteter RFID wird, desto günstiger kann sich der Einkaufspreis entwickeln. RFID-Chips lassen sich leider nicht für andere Objekte wiederverwenden, da die Identität immer gleich bleibt.

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