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HARTING TALK

Retrofit: Alten Maschinen neues Leben einhauchen

| Redakteur: Nikolas Fleschhut

Spätestens seit diesem Jahr ist Industrie 4.0 nicht mehr nur in aller Munde, sondern hat in der Zwischenzeit seinen Weg in die deutsche Industrielandschaft gefunden. Vier Experten erörtern im HARTING Talk, welche Rolle der Retrofit in der aktuellen Entwicklung spielt, wie lange es dauert bis auch die letzte deutsche Anlage vernetzt ist und welchen Vorsprung Deutschland international hat.

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Der HARTING Talk in Hannover über Industrie 4.0, die MICA und Retro-Fitting.
Der HARTING Talk in Hannover über Industrie 4.0, die MICA und Retro-Fitting.
(Bild: HARTING)

In Hannover gibt sich einmal im Jahr das "Who-is-Who" der weltweiten Industrie ein Stelldichein. Die Messe prägt die Entwicklung der Industrie im nachfolgenden Jahr nachhaltig. Seit 2011 in aller Munde: das mittlerweile geflügelte Wort "Industrie 4.0". Eines der erfolgreichsten Modelle in diesem Umfeld ist die von HARTING entwickelte MICA (Micro Infrastructure Computing Architecture), die unter anderem die Digitalisierung bestehender Anlagen ermöglicht. Zu einer Diskussion am Harting-Stand trafen sich:

  • Stefan Olding (Geschäftsführer HARTING Deutschland)
  • Prof. Dr. Wolfgang Wahlster (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz)
  • Dr. Jan Regtmeier (HARTING IT Software Development)
  • Timo Segelmann (Salt & Pepper)

Der Retro-Fit oder "wie nehme ich meine bestehende Fabrik mit in die Zukunft?"

Ein zentrales Thema bei der Gestaltung der industriellen Zukunft ist die Inklusion bestehender Anlagen, um Industrie 4.0 nicht nur auf der viel zitierten grünen Wiese umsetzen zu können. Genau hier setzt HARTING mit der MICA an. "Die MICA als Digitalisierungs-Plattform ist wesentliches Element der Digitalisierungs-Strategie von HARTING" betont deshalb Deutschland-Geschäftsführer Stefan Olding. Dass man damit auf einem guten Weg ist, bestätigt auch Prof. Dr. Wahlster. Timo Segelmann, geschäftsführender Gesellschafter von SALT & PEPPER, einem Partner im MICA-Netzwerk, schlägt hier in die gleiche Kerbe: "Das ist es, was unserer Kooperation ausmacht: Wir haben aus unserem Kundenkontakt Firmen mit Altbestand, die mit der MICA intelligent gemacht werden können. Das ermöglicht auch diesen Firmen, intelligente Maschinen zu haben."

"Wir sind glücklich, dass nicht nur über Industrie 4.0 geredet wird"

Als prägende Figur zieht Prof. Dr. Wahlster, der den Begriff im Jahr 2011 auf der Hannover Messe mit eingeführt hat, ein erstes - durchaus positives - Fazit: "Wir sind eigentlich glücklich, dass nicht nur darüber geredet wird, sondern wir haben heute erste Fabriken, die umgestellt sind auf Industrie 4.0." Diese seien momentan, auch das müsse ehrlich gesagt werden, momentan noch in der Minderzahl. Realistisch sieht Prof. Dr. Wahlster noch einen Weg von fünf bis zehn Jahren, "bis die letzte deutsche laufende Fabrik in einem Retro-Fitting neu aufgestellt ist." Nichtsdestotrotz sei er stolz, "dass wir in Deutschland einen Vorsprung von zwei bis drei Jahren erarbeitet haben." In Japan oder den USA werde vielerorts noch getestet, während in Deutschland die konkrete Umsetzung angegangen wird. Diese Aussage kann auch Stefan Olding bestätigen, warnt allerdings auch davor, sich jetzt zurück zu lehnen.

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