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Distributed Ledger-Technologie

Reduzierung von Abfällen mit Hilfe der Blockchain

| Autor/ Redakteur: Darcy Simonis* / Muteber Karacan

Die Blockchain-Technologie ist der Schlüssel für bessere Nachverfolgbarkeit und die Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Warum und wie das funktionieren kann, beschreibt der folgende Beitrag.

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Warum diese aufstrebende Technologie der Schlüssel für bessere Nachverfolgbarkeit und die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ist?
Warum diese aufstrebende Technologie der Schlüssel für bessere Nachverfolgbarkeit und die Reduzierung von Lebensmittelabfällen ist?
( Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die Distributed-Ledger-Technologie von Blockchain beinhaltet die Aufzeichnung aller Transaktionen, wodurch jeder Zweifel ausgeräumt und Vertrauen mittels fälschungssicherer Beweise gewährleistet wird. Obwohl Blockchain häufig mit den kontrovers wahrgenommenen Kryptowährungen in Verbindung gebracht wird, schlummert in der Technologie ein Potenzial, das weit über die Zahlungssysteme hinausgeht.

Blockchain ist eine Art von Distributed-Ledger-Technologie (DLT), bei der ein zentrales elektronisches Ledger von zwei unabhängigen Rechnern geteilt wird, die als Knoten bezeichnet werden. Dieses DLT-Netzwerk nutzt Konsensprotokolle, wodurch Änderungen am Ledger nur mit Zustimmung aller anderen Knotennutzer vorgenommen werden können. Dadurch wird verhindert, dass die Datenhaltung manipuliert werden kann.

Die Aktualisierung dieser Ledger erfolgt über den Austausch digitaler Token, was sie so geeignet für Zahlungssysteme macht.

Die Blockchain-Technologie in der Lebensmittelindustrie

Hersteller von Lebensmittelverpackungen beginnen bereits damit, die Technologie als Mittel für die Bereitstellung einer End-to-End-Nachverfolgbarkeit für Verbraucher zu testen, die die Herkunft ihrer Produkte über einen QR-Code nachvollziehen können und so erkennen, woher ihre Zutaten stammen. Auf diese Weise gewinnen sie Vertrauen in den Prozess.

Die Fähigkeit, die Historie eines Produktes und seine Zutaten zweifelsfrei aufzuzeigen, kann zu einer erheblichen Reduzierung von Lebensmittelabfällen führen. Heute kann ein einziger Fall einer Lebensmittelvergiftung zur Folge haben, dass eine komplette Produktlinie aus den Regalen genommen und entsorgt wird, auch wenn nur ein einzelnes Produkt das Problem verursacht. Der Grund hierfür ist, dass Lebensmitteleinzelhändler und Markenhersteller schnell reagieren wollen und potentiell schädliche Produkte lieber zurückrufen.

Hinzu kommt, dass es derzeit keine Möglichkeit gibt, die Sicherheit der sonstigen Produkte einer Reihe zu prüfen. Damit wird es zu einer entscheidenden Frage und alle Produkte zurückzurufen ist sicherer, auch wenn dadurch mehr Lebensmittelabfälle entstehen.

Die Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie

Blockchain wird jedoch keine wirkliche Revolution im Bereich Lebensmittelabfälle darstellen, solange Unternehmen nicht Möglichkeiten finden, private Betriebe auf öffentliche Blockchains zu bringen, auf die der Endverbraucher zuverlässig Zugriff hat. Ohne eine solche Offenheit wird der Prozess der Identifizierung sicherer Produkte im Vergleich zu potentiell schädlichen lang und ineffizient sein und unvermeidlich Abfall produzieren.

Viele von uns haben wegen des inkonsistenten Wertes möglicherweise kein Vertrauen in Bitcoin, aber Blockchain erscheint an sich als vertrauenswürdig und für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie wertvoll. Zweifellos wird die Technologie in den nächsten zehn Jahren zur Reduzierung von Abfällen in der Nahrungsmittellieferkette beitragen und Verbrauchervertrauen aufbauen.

Eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom ergab: Schon heute nutzen zwei von drei Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie digitale Anwendungen. Dabei prognostizieren zwei Drittel der Unternehmen (68 Prozent) eine hundertprozentige Rückverfolgbarkeit bis zum Warenursprung dank digitaler Technologien wie Big Data oder Blockchain.

Durch die Transparenz in der Lieferkette ermöglichen die Blockchain-Technologien weitere Vorteile. Eine Stärkung der regionalen Produzenten und eine Unterstützung des fairen Handels. Beide Ziele sind Verbrauchern wichtig sind. Deshalb sollten sie der Lebensmittelindustrie und dem Lebensmittelhandel auch wichtig sein.

* Darcy Simonis ist bei ABB als Industry Network Leader für den Bereich Lebensmittel und Getränke tätig.

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