Überblick

Raspberry Pi A bis Zero: alle 14 Modelle im Überblick

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Warum RPi B das erste, RPi A das zweite Modell war

Das Entwurfsmodell der Raspberry Pi Foundation, Raspberry Pi A, kam über ein Alpha-Stadium nicht hinaus. Das erste, ab Februar 2012 in großen Stückzahlen erhältliche Modell ist der Raspberry Pi B. Der Zusatz „B“ kennzeichnet alle Raspberry Pis, die über eine Ethernet-Schnittstelle und zumindest zwei USB-Ports verfügen. Raspberry Pi B bietet bereits alles, was erforderlich ist, um im Internet zu surfen, Office-Anwendungen zu nutzen und Musik und Video in HD-Qualität zu sehen: auf der Platine befinden sich Anschlüsse für Ethernet 10/100, zwei USB-Buchsen, HDMI 1.3/1.4, Composite Video und eine 3,5-mm-Audiobuchse.

Raspberry Pi A (Februar 2013) ist nicht identisch zum Entwurfsmodell, hat aber wie dieses kein Ethernet und lediglich einen USB-Port. Dieser funktionsreduzierte Umfang kennzeichnet alle A-Modelle. Insbesondere wegen des im Vergleich zum Raspberry Pi B fehlenden USB-/Ethernet-Chips und der Ethernet-Buchse verbraucht ein Raspberry Pi A deutlich weniger Energie und weist wegen der ein- statt zweistöckigen USB-Buchse eine niedrigere Bauhöhe auf als Modell B. Rasperry Pi A ist daher für den industriellen Einsatz in mobilen batteriebetriebenen Applikationen, etwa in der Robotik und als Datenlogger prädestiniert.

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Raspberry Pi B+ und Industrie-Pi A+ mit 40-Pin-Header

Raspberry Pi B+ (Juli 2014) bietet vier statt zwei USB-2.0-Anschlüsse, sowie eine erweiterte 40-Pin-Steckerleiste. Die ersten 26 Pins sind identisch zum Raspberry Pi B und gewährleisten so die Kompatibilität zu vorhandenem Zubehör. Der neu integrierte digitale Signalprozessor (DSP) verbessert die Audio-Qualität. Durch den Wechsel von Linear- auf Schaltregler verringert sich die Stromaufnahme um 20% bis 30%.

Ein microSD-Slot ersetzt den bisherigen Standard-SD-Karten-Slot. Raspberry Pi B+ entspricht jetzt den offiziellen Spezifikation für Erweiterungsplatinen, HATs (Hardware attached on top). Industrieanwender können so Zusatzfunktionen schnell und einfach hinzufügen.

Raspberry Pi A+, abgespeckte 40-Pin-Industrievariante

Raspberry Pi A+ (November 2014) war eine Neuentwicklung und etwa 1/4 kürzer als die Vorgänger. Raspberry Pi A+ ist die abgespeckte Variante (256 MB; kein Ethernet) des für den industriellen Einsatz konzipierten Raspberry Pi B+. Raspberry Pi A+ bietet wie dieser HAT und eine 40-Pin-Stiftleiste, sowie ein im Gegensatz zu den Vorgängern verbessertes Leistungsmanagement, von dem leistungsintensive USB-Geräte profitieren.

Raspberry Pi 2B, erstmals Quadcore und Windows 10 IoT

Leistungs- und speicherintensive Aufgaben werkelten bei den Modellen Raspberry Pi 1 im Schneckentempo. Das änderte sich im Februar 2015 mit Raspberry Pi 2B: Bis zu sechsfache Leistungssteigerung bei Multithreading-Anwendungen gegenüber dem Vorgänger Raspberry Pi B+ und erstmals Windows-Tauglichkeit, das waren die herausragenden Merkmale. Die Basis für diese neue Leistungsstufe legte Broadcoms 32-Bit-Quadcore-SoC BCM2836 mit 900 Mhz Takt. Der neue ARMv7-SoC Broadcom BCM2836 legt zudem den Grundstein für Windows, genauer gesagt, für Windows IoT Core, auf dem Raspberry Pi. Die Vorgänger mit ARMv6-Singlecore-SoC Broadcom BCM2835 waren für Windows zu langsam. Des Weiteren verdoppelt (vervierfacht) sich beim Raspberry Pi 2B der Arbeitsspeicher auf 1 GB LPDDR2-SDRAM.

Auch Raspberry Pi 2B bietet die abwärtskompatible 40-Pin-Stiftleiste und ist HAT-tauglich. Dank eines erweiterten, intelligenten Energiemanagements lassen sich die vier USB-2.0-Schnittstellen mit bis zu 1,2 A betreiben, so dass jetzt auch ein energieintensiveres Gerät wie eine Festplatte angeschlossen werden kann. Dank der hohen Leistungsreserven und der Schnittstellenvielfakt eignet sich Raspberry Pi mit dem Modell 2B auch als Multimedia-PC.

Raspberry Pi 3B: erstmals WLAN, Bluetooth und 1,2 GHz Takt

Im Raspberry Pi 3B (Februar 2016) taktet erstmals ein 64-Bit-Quadcore-SoC mit 1,2 GHz, nämlich BCM2837 (ARM Cortex A53 / ARM-v8-A). „Durch die Kombination von 33% höherer Taktrate und verschiedenen Architekturerweiterungen bedeutet dies 50 bis 60% Leistungssteigerung im Vergleich zum 32-Bit-Modus des Raspberry Pis 2 und sogar grob gerechnet einen Faktor 10 zum Original-Raspberry Pi“, so die Raspberry Pi Foundation.

Der eigentliche Quantensprung ist jedoch, dass dieses Raspberry-Pi-Modell erstmals WLAN 802.11b/g/n und Bluetooth Low Energy samt Antenne Platinen-seitig via BCM43438-Combo-Connectivity-Chip bietet. Wer bei den Vorgängern WLAN oder Bluetooth nutzen wollte, benötigte jeweils einen separaten USB-Dongle. Verbessert ist auch der Dual-Core VideoCore IV Multimedia-Coprozessor des BCM2837. Er taktet mit 400 MHz statt 250 MHz bei den Vorgängern und den Zero-Modellen.

Raspberry Pi 3 ist aufgrund des neuen SoCs und der Wireless-Funktionen der leistungshungrigste aller bisherigen RPis: Das Steckernetzteil muss eine Spannung von 5 V liefern. Die Raspberry Pi Foundation empfiehlt 2,5 A, insbesondere beim Anschluss stromzehrender USB-Geräte wie einer USB-Festplatte. Raspberry Pi 3B eignet sich für High-End-Anwendungen.

Raspberry Pi Zero, leistungsstarker Winzling ab 10 Euro

Raspberry Pi Zero (November 2015) ist der kleinste (65 mm x 30 mm x 5 mm), ab rd. 10 € der preiswerteste und energieeffizienteste RPi aller Zeiten. Der durchschnittliche Strombedarf beträgt 0,16 A, die Leistungsaufnahme 0,8 Watt, während Raspberry Pi 3B einen durchschnittlichen Strombedarf von 1,3 A und eine Leistungsaufnahme von 7,0 Watt hat. Raspberry Pi Zero ist daher ideal für mobile Anwendungen.

Raspberry Pi Zero basiert auf dem betagten Broadcom-SoC BCM2835; allerdings ist dieser werksseitig von 700 MHz auf bis zu 1 GHz Takt getunt, was ihn rund 40% leistungsstärker als die übrigen Raspberry-Pi-1-Modelle macht. Im Raspberry Pi Zero findet sich aus Kostengründen alles in Miniaturausführung: Die 40-Pin-Kontaktleiste für den Anschluss externer Geräte ist unbestückt, verfügbar sind nur ein Mini-USB-Datenport, ein Micro-USB-5-V-Anschluss und Mini-HDMI. Es fehlen ein DSI-Display-Anschluss, ein Kameraport (CSI; Camera Serial Interface) sowie LAN. Der Zero eignet sich insbesondere für mobilen Plattformen für das Internet der Dinge (IoT).

Kameraport inklusive und heißersehntes Wireless

Raspberry Pi Zero war für viele Nutzer doch zu spartanisch. Die Raspberry Pi Foundation brachte deshalb weitere Zero-Modelle mit mehr Funktionen auf den Markt: Zunächst folgte 2016 Raspberry Pi Zero mit Kameraschnittstelle (CSI) für den Anschluss der Raspberry-Pi-Kameras. 2017 erschien dann endlich der heißersehnte Raspberry Pi Zero W, der Wirelessfunktionalität in Form von WLAN 802.11b/g/n bei 2,4 GHz und Bluetooth 4.1 mit sich brachte.

Raspberry Pi Zero WH: Winzling mit Wireless und Header

Obgleich nachrüstbar, vermissten doch viele Nutzer die 40-Pin-Stiftleiste mit 26 GPIO-Pins (General-Purpose Input/Output). Schließlich ist sie die Verbindung zu zahlreichen externen Hardware-Erweiterungen, etwa zu Sensoren. Im Januar 2018 kam mit Raspberry Pi Zero WH endlich die werksseitig installierte Stiftleiste (Header) und Wireless-Funktionalität auch Einzug in den Zero. Zero WH ist somit bestens geeignet für vielfältigste IoT-Anwendungen.

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Über den Autor

 Margit Kuther

Margit Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.