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RAMI 4.0 versus IIRA oder: Wo die Zukunft entschieden wird

| Redakteur: Franz Graser

Die Macher des neuen Internet-Zeitalters arbeiten vielfach in kleinen oder mittelständischen Unternehmen. Deshalb spielt die Förderung junger Firmen eine wichtigere Rolle für den Erfolg im IoT als der Buchstabensalat umfassender Architekturkonzepte.

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(Bild: Pixabay, CCO Public Domain)

Auf welcher Seite stehen Sie? Favorisieren Sie die Plattform Industrie 4.0 oder das Industrial Internet Consortium (IIC)? Sind Sie für RAMI 4.0, das entfernt an eine Lasagne erinnernde Referenzarchitekturmodell der Industrie 4.0 oder für IIRA, die Industrial Internet Reference Architecture des IIC, die zumindest oberflächlich ganz anders als RAMI aussieht, aber doch ganz prima damit harmonisieren soll?

Interessanterweise spielte diese Frage beim IoT-Kongress der ELEKTRONIKPRAXIS vor ein paar Wochen eher eine geringe Rolle. Die Entwickler, Techniker, Projektleiter und Aussteller, die ich bei der Veranstaltung begrüßen durfte, waren und sind stattdessen an praxisnahen Lösungen interessiert: Wie lassen sich Anwendungen und Geräte im Internet der Dinge absichern?

Wie bekommt man beim Shell Eco Marathon die Verbrauchsdaten der Prototypen-Fahrzeuge in die Cloud, so dass die Zuschauer des Wettbewerbs den Stand der Dinge auf ihren Smartphones verfolgen können? Eignet sich der CAN-Bus dafür besser als USB? Wie lassen sich klassische Automatisierungstechnik und IoT verbinden? Wie verheiratet man Maschinen mit Business Intelligence?

Daraus ist zweierlei zu erkennen. Erstens: Das Internet der Dinge ist kein spinnertes Wolkenkuckucksheim. Jenseits des viel zitierten intelligenten Kühlschranks gibt es eine ganze Reihe sinnvoller Anwendungen.

Und zweitens: Wer die viel zitierte vierte industrielle Revolution in Mitteleuropa voranbringen will, sollte vor allem die Gründer und Macher stärken und nicht so sehr die großen Konzerne – auch wenn die in der Regel ganz vorne in der Reihe stehen, wenn es Staatsknete in Form von Fördergeldern zu verteilen gibt.

Es ist ein unguter deutscher, aber auch europäischer Charakterzug, erst einmal alles regulieren zu wollen, bevor es etwas zu regulieren gibt. Stattdessen müssen Anreize zur Unternehmensgründung geschaffen und bürokratische Hemmnisse abgebaut werden. Sonst wird die IoT-Revolution anderswo gemacht.

Dieser Beitrag ist auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis erschienen.

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