Governance statt Management

Rackspace: Das sind die Cloud-Trends 2019

| Redakteur: Jürgen Schreier

Unternehmen nutzen immer mehr und immer verschiedenere Cloud-Services. Deshalb wird Multi-Cloud-Edge-Management 2019 an Bedeutung gewinnen.
Unternehmen nutzen immer mehr und immer verschiedenere Cloud-Services. Deshalb wird Multi-Cloud-Edge-Management 2019 an Bedeutung gewinnen. (Bild: Pixabay / CC0)

Cloud Computing setzt sich immer mehr durch, wobei die Ansprüche der Nutzer steigen. Mit welchen technologischen Trends 2019 zu rechnen ist, prognostiziert Lee James, CTO EMEA beim Cloud Service Provider Rackspace

Die Cloud ist für viele Unternehmen heute selbstverständlicher Teil ihres (IT-)Betriebs. Entsprechend entwickeln sich die individuellen Anforderungen der Unternehmen stetig weiter. Immer mehr (potenzielle) Cloud-Nutzer suchen professionelle Cloud-Berater, anpassbare Services und Multi-Cloud-Technologien. Lee James, CTO EMEA bei dem Next-Gen-Cloud-Service-Provider Rackspace, verrät seine Prognose für die Cloud- und Technologie-Trends im Jahr 2019.

1. Die Cloud als Abo

Wie Unternehmen Cloud-Dienste nutzen, wird sich 2019 sehr schnell ändern. Sie wollen flexibel auf Bedarfsspitzen reagieren. Deswegen führen viele Firmen neue Cloud Services ein, um auf kurzfristige, spezifische Bedürfnisse zu reagieren. Dieses Abonnementmodell, wie beispielsweise die Service Blocks bei Rackspace, wird über die reine Skalierbarkeit von Cloud-Plattformen hinausgehen. Cloud Service Provider ändern ihr Serviceangebot, um flexibler auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen zu können: Sei es durch die Bereitstellung einer „Cost Governance as a Service“ oder „Solution Architect as as a Service“ zum Aufbau komplexer Cloud-Architekturen.

2. Governance statt Management

Wir stellen immer wieder fest, dass ganze 18 Interessengruppen mitsprechen, wenn es darum geht, über Cloud-Services zu entscheiden. Während Unternehmen insgesamt immer höhere Ansprüche an Cloud Services stellen, müssen zugleich die Wünsche und Bedürfnisse besagter 18 Interessenträger berücksichtigt werden. Das kostet Zeit und Mühe – verbunden mit dem Risiko, dass Cloud Services unkontrolliert und ohne das erforderliche Wissen im ganzen Unternehmen eingesetzt werden.

Bei Rackspace sehen wir deshalb für 2019 vor allem den Übergang vom Cloud Management zur Cloud Governance als zentrale Aufgabe. Das gilt insbesondere in Bezug auf Multi Clouds. Richten Unternehmen sich nach Cloud-Service-Provider-Standards wie ISO27017 und ISO27018, schaffen sie nicht nur intern Vertrauen, sondern sie schaffen auch die Basis, um Produktangebote von Multi-Cloud-Anbietern mit einem höheren Maß an Vertrauen und Sicherheit zu nutzen.

3. Die Zusammenstellung von Containern wird einfacher

Kubernetes hat den Kampf um die Steuerung und Organisation von Containern offiziell gewonnen. Unternehmen schöpfen die Vorteile von Containern und Mikroservice-Architekturen voll aus. Vor dem Hintergrund, dass AWS, Azure, Google und VMware ihre eigenen Kubernetes-Dienste starten oder gestartet haben, wird es interessant werden, ob die Bindung an Kubernetes mit zunehmender Nutzung an Bedeutung gewinnt oder ob sich Multi-Cloud auch hier durchsetzen kann.

4. KI erobert den IT-Betrieb

AIOps, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im IT-Betrieb, wird im nächsten Jahr weiter an Fahrt aufnehmen – und nachweisbar mehr IT-Operations-Teams dazu bewegen, Analytics at scale einzusetzen. Die Technologie wird in signifikantem Maße reifen. Bestehende, aber auch neue Akteure werden den Markt aufmischen.

Analytics – insbesondere Predictive Analytics – sind notwendig, um immer komplexere Multi-Cloud-Anlagen zu managen. Und genau deswegen werden in immer mehr Unternehmen intelligente Operationen zum Standard in den Betriebsfunktionen.

5. Alles richtet sich nach der Multi-Cloud

Unternehmen nutzen immer mehr und immer verschiedenere Cloud-Services. Deshalb wird Multi-Cloud-Edge-Management 2019 an Bedeutung gewinnen: Es wird zu einem entscheidenden Vermögenswert des Unternehmens, denn es integriert und organisiert die Multi-Endpunkte, die diese Daten generieren und es verarbeitet die Daten und wandelt sie in umsetzbare Erkenntnisse um.

Was ist Kubernetes?

Kubernetes ist ein System zur Bereitstellung von Anwendungen, das Arbeitsaufwand und Zeit spart. Dadurch können IT-Infrastrukturen effizienter genutzt und Aufgaben verschlankt werden. Durch Automatisierung wird die Verwaltung von Anwendungen erleichtert, sodass man diese einfacher zwischen verschiedenen Clouds und interner Infrastruktur verschieben kann.

Bei Kubernetes dreht sich alles um die Automatisierung des Container-Managements. Mit herkömmlicher Virtualisierung lassen sich physische Server in mehrere VMs (virtuelle Maschinen) aufteilen, sodass die Hardware gemeinsam genutzt und effizienter eingesetzt werden kann. Das ist das, was die meisten Rechenzentren in Unternehmen nach wie vor auszeichnet.

Die Containertechnologie bietet eine noch effizientere Möglichkeit, Hardware zu virtualisieren als herkömmliche VMs. Container ermöglichen es, Codeteile in kleinere, leicht transportierbare Teile zu zerlegen. Das Problem ist, dass größere Anwendungen typischerweise über mehrere Container verteilt laufen müssen, zum Beispiel indem man die Datenbank in einem Container, das Web-Frontend in einem anderen und einen Caching-Server in einem dritten Container laufen lässt. Dieser Ansatz kann schnell außer Kontrolle geraten, wenn in einem Unternehmen mit vielen verschiedenen Anwendungen gearbeitet wird. Denn dann hat man weit mehr Container als ein Team überwachen und verwalten kann.

Kubernetes ermöglicht es IT-Teams, große Anwendungen über viele Container hinweg effizienter zu verwalten, indem es viele der wesentlichen Details des Managements von Container-basierten Applikationen übernimmt. Beispielsweise steuert Kubernetes über seine API-Schnittstelle die Service-Ermittlung, hilft Containern miteinander zu kommunizieren und organisiert den Zugriff auf Speicher von verschiedenen Anbietern, wie AWS und Microsoft Azure.

Außerdem bietet Kubernetes viele Abstraktionen und APIs, die einen “Microservices”-Ansatz für die Erstellung von Applikationen und die Organisation von Entwicklungsteams ermöglichen. Damit lassen sich kleinere, agilere und hochspezialisierte Teams bilden, da sich jedes Team auf einen einzigen, kleinen Microservice konzentrieren kann. APIs zwischen diesen minimieren den Aufwand an teamübergreifender Kommunikation, die zur Entwicklung und Umsetzung erforderlich ist. So können Sie letztlich mehrere kleine Teams mit Spezialisten zusammenstellen, die jeweils eine Vielzahl von Maschinen betreuen. Fazit: Kubernetes ermöglicht eine einfache und ressourcenschonende Verwaltung einer Vielzahl von Containern, die wiederum verschiedenste Anwendungen beinhalten.

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