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Autonomes Fahren

Races to ACES

| Autor/ Redakteur: Dr. Torsten Oelke / Silke Höffken

Sedric war eindeutig ein Star im diesjährigen Genfer Autosalon. Die Studie eines SElf-DRIving Cars zeigt welche Richtung Volkswagen auf dem Weg zum autonomen Fahren einschlagen will, denn Sedric ist bereits für das Rennen rund um ACES ausgelegt. ACES – das steht für vier disruptiv wirkende digitale Paradigmen in der Automobilindustrie: autonom, connected, elektrisch und shared.

Selbststeuerung ist eine hochkomplexe Aufgabenstellung, die das Zusammenspiel von einer ganzen Reihe von Systemen und Sensoren voraussetzt. Neuheiten wie das erkennen von Personen oder Verkehrszeichen gibt es bereits.
Selbststeuerung ist eine hochkomplexe Aufgabenstellung, die das Zusammenspiel von einer ganzen Reihe von Systemen und Sensoren voraussetzt. Neuheiten wie das erkennen von Personen oder Verkehrszeichen gibt es bereits.
( Bild: www.cube-global.com/iStock )

Der Schlüssel bei der Vorstellung von Sedric war in der Tat der Schlüssel selbst. Wenn man auf seinen Knopf drückt, so lautet das Versprechen, wird Sedric wie von selbst seinen Abstellplatz verlassen, um uns aufzusuchen. Es gibt weder Pedale, noch ein Lenkrad, dafür ein paar Knöpfe mit grundlegenden Funktionen. „Ich wünschte, ich könnte jedem einen solchen Schlüssel schenken, damit er Cedric rufen kann”, erklärte Johann Jungwirth, Chief Digital Officer bei Volkswagen, die dieses Konzeptfahrzeug entwickelt haben.

Er glaubt fest daran, dass Sedric schon im Jahr 2035 auf den Straßen zu sehen sein wird. Ob er dann allerdings autonom fahren oder nur ein paar elektronische Fahrassistenten an Bord haben wird, ist weniger eine Frage der Technik als vielmehr der Gesetzgebung und Regulierung. Aber über kurz oder lang wird die mobile Welt wie Sedric aussehen. Die Automobilindustrie ist in Bewegung – und Abertausende von globalen ebenso wie auch kleinen Zulieferern müssen mitziehen.

Sie müssen sich auf das Race rund um ACES vorbereiten. Dabei steht jeder Teil dieses Kürzels für neue Geschäftschancen:

Autonom

Selbststeuerung ist eine hochkomplexe Aufgabenstellung, die das Zusammenspiel von einer ganzen Reihe von Systemen und Sensoren voraussetzt. Deshalb ist es leicht vorherzusagen, dass einige Komponenten dieser Maschinerie in den nächsten Jahren Stück für Stück in neuen Automodellen erscheinen werden – auch in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Neuheiten wie elektronische Einparkhilfen oder das Erkennen von Verkehrszeichen gibt es bereits. Praktisch jeder Teil eines modernen Fahrzeugs könnte Gegenstand der Digitalisierung sein – und damit ergibt sich ein weites Feld an Innovationen und neuen Geschäftsmodellen für Autohersteller und Zulieferer.

Connected / Vernetzt

Weil Daten die Währung des digitalen Zeitalters sind, werden sich Autos mehr und mehr in mobile Smartphones verwandeln, die nicht nur permanent mit dem Internet verbunden sind, sondern auch ständig mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren, den Zustand der Straßen überprüfen und den optimalen Weg vom Ausgangspunkt zum Ziel ermitteln. Dafür braucht es hochperformante Netzwerke im Fahrzeug und untereinander. Zulieferer wie zum Beispiel Bosch arbeiten an Netzwerken fürs Auto, die vor Hackerangriffen sicher sind, während Audi, BMW und Daimler bei der Entwicklung hochauflösender Karten zusammenarbeiten.

Elektrisch

Es ist abzusehen, dass die immer weiter verschärften Umweltauflagen die Automobilindustrie vom Verbrennungsmotor zum Elektromotor zwingen. Auch die Zulieferer müssen sich auf die Tatsache einstellen, dass neun Zehntel der heutigen Motorenteile überflüssig werden. Dafür werden aber Elektrofahrzeuge völlig neue Eigenschaften aufweisen – zum Beispiel automatisch verstellbare Sitzmöbel, Kompaktküchen, Geräte für Audio- und Video-Entertainment. Das alles verlangt nach Hochleistungsakkus, die sich als die zentralen Bausteine erweisen werden. Deutsche Autohersteller liegen in diesem Wettbewerbsfeld weit hinter den Elektronikspezialisten aus Südkorea und Japan zurück. Gemeinsame Anstrengungen von Autobauern und Zulieferern sind erst in den Anfängen.

Shared / Geteilt

Der wahrscheinlich tiefgreifendste Wandel dürfte für die zukünftige Automobilindustrie allerdings im Paradigma des Teilens liegen. Dann werden nicht mehr Fahrzeuge gekauft, sondern Fahrzeiten und Fahrdienste. Die so genannte Generation Y gibt uns heute schon einen Hinweis darauf, dass Besitz eines Autos nicht länger ein Statussymbol ist. Tatsächlich ist es eher hip, genau dann Zugriff auf ein Fahrzeug zu haben, wenn man es braucht. Das ist der Grund, warum überall neue Geschäftsmodelle rund ums Car-Sharing entstehen.

Ein weites Feld für neue Geschäftschancen

Autonomous, connected, electrical und shared – die vier Paradigmen der zukünftigen Autowelt bieten in der Tat ein weites Feld an neuen Geschäftschancen, wobei sich die Zuliefererszene von heute vom Teilelieferanten zum Lösungslieferanten wandelt. Viele Startups wie door2door, evopark, free2move entwickeln und testen derzeit neue Geschäftsmodelle. Andere, wie die etablierten Zulieferer ZF, Bosch, Continental und Schaeffer arbeiten daran, die Fahrzeugproduktion selbst zu digitalisieren und gleichzeitig Kooperationen mit den Newcomern einzugehen. Deshalb werden spezielle Sondereinheiten gebildet, in denen Zulieferer und Startups gemeinsam für das Rennen rund um ACES rüsten – mit Investitionen als Venture Capitalist und vermehrt mit innovativen Projekten als Venture Client. Da ist noch Luft für echte Neuheiten – wie zum Beispiel dem Schlüssel für Sedric.

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