Luft- und Raumfahrt Projekt der Universität Würzburg erhält Preis

Redakteur: Hendrik Fuhrmann

Zwei Würzburger Forscher arbeiten an einer Sensorfolie für die Messung der Materialbelastung von Luft- und Raumfahrzeugen im Flug. Jetzt wurde die Idee ausgezeichnet und mit einer Fördersumme belohnt.

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Modell der Sensorfolie zur Messung der Materialbelastung von Luft- und Raumfahrzeugen im Flug. Rechts die Trophäe, mit der diese Idee ausgezeichnet wurde.
Modell der Sensorfolie zur Messung der Materialbelastung von Luft- und Raumfahrzeugen im Flug. Rechts die Trophäe, mit der diese Idee ausgezeichnet wurde.
(Bild: Alexander Hilgarth / Universität Würzburg)

Dipl.-Ing. Alexander Hilgarth und Prof. Dr. Sergio Montenegro von der Universität Würzburg dürfen sich über den zweiten Platz beim INNOspace-Masters-Wettbewerb freuen. Die Forscher am Lehrstuhl für Informationstechnik für Luft- und Raumfahrt haben mit ihrer Idee bei dem internationalen Wettbewerb den zweiten Platz erreicht. Dafür erhalten sie eine Fördersumme von bis zu 400.000 Euro. Eingereicht haben die Wissenschaftler ihre Idee für eine Sensorfolie mit dem Namen Tomoplex, die die mechanische Belastung von Luft- und Raumfahrzeugen während des Flugs messen soll.

Der Mehrwert der Sensorfolie

Mit der Sensorfolie möchten die beiden Forscher die Wiederverwendbarkeit von Raumfahrzeugen vorantreiben. Durch einen erneuten Einsatz von Trägersystemen und Bauteilen können in der Raumfahrt erhebliche Kosten eingespart werden. Die zuverlässige Wiederverwendung ist vor allem für „New Space“ Unternehmen wichtig, um die Raumfahrt wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten. Unter "New Space" werden Raumfahrtaktivitäten von nichtstaatlichen Organisationen verstanden. Derzeit können Unternehmen noch nicht von den eingesparten Kosten profitieren, da die Wiederverwendbarkeit noch einen zu hohen Wartungsaufwand bedeutet. An diesem Punkt setzt die Idee der Tomoplex Sensorfolie an.

Mit der Folie soll eine Echtzeitüberwachung der Luft- und Raumfahrzeuge während des Flugs durchgeführt werden können und damit der Wartungsaufwand gesenkt werden. Dies sei mit den aktuellen Methoden nicht möglich: „Dafür ist die herkömmliche Messtechnik zu groß und zu schwer“, erklärt Dipl.-Ing. Alexander Hilgarth. Mithilfe der Sensorfolie können zukünftig auch Materialfehler erkannt werden, die nur unter der mechanischen Belastung während des Flugs auftreten, bei der unbelasteten Untersuchung auf dem Boden aber nicht entdeckt werden. Nach Angaben der Universität sei die Folie „platzsparend und flexibel“ und kann daher „auch an schwer zugänglichen Stellen von Luft- und Raumfahrtzeugen angebracht werden.“

So funktioniert Tomoplex

Die Sensorfolie macht sich bei der Anwendung tomographische Messverfahren zunutze und dient als Schaltungsträger für ein drahtloses Sensornetzwerk. Tomoplex soll dabei über Elektroden für die angewandten Messerfahren sowie über Mikroelektronik für die Auswertung der Messung verfügen. Mit dem erhaltenen Geld soll die Sensorfolie nun fertiggestellt werden, um die Messtechnik bei einer ersten Anwendung zu erproben. In einigen Vorstudien haben die Wissenschaftler bereits nachweisen können, dass ihre Idee generell funktioniert. Weitere Folgeuntersuchungen sind für den Spätherbst 2021 geplant.

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